Kenosis – eine Altarverhüllung von Lukas Sünder
Für „katharinen+passion 2026“ hat Lukas Sünder (* 1989) die liturgischen Gegenstände im Altarraum der evangelischen Sankt Katharinenkirche, An der Hauptwache, Innenstadt, verhüllt. „Jetzt, da die Kirche äußerlich wieder enthüllt ist, regt Kenosis uns durch optische Reduktion zum Nachdenken und Vertiefen der göttlichen Botschaft an“, so Stadtkirchenpfarrer Olaf Lewerenz.
Und erläutert: „Kenosis heißt auf Deutsch: Gott entäußert sich. Er verlässt seine himmlische Sphäre, seinen Glanz und kommt auf unsere Erde. Geboren in einem zugigen Stall, durch die Wüste gezogen, in Armut gelebt, schließlich getötet als Unruhestifter und Prophet einer anderen Welt.“
Vom oberflächlichen Glanz soll die Verhüllung Kenosis wegführen, hin zu einer Kontemplation, die durch den Glanz hindurch auf das Geschehen am Kreuz schaut. Die Passionszeit, eine Zeit für Sack und Asche. Und dennoch eine Zeit der Klarheit und der Konsequenz göttlichen Lebens auf Erden. Daher werden hinter dem groben Sackleinen die Konturen im Altarraum durch Licht akzentuiert.
Kenosis – eine Einladung von Lukas Sünder, der sowohl an der Jesuitenhoschule Sankt Georgen als auch an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung studierte, „uns neu zu zentrieren und neu auszurichten“, erläutert Stadtkirchenpfarrer Lewerenz.
Während der Öffnungszeiten von Sankt Katharinen (montags bis samstags von 12 bis 18 Uhr), der Gottesdienste und Konzerte und zu besonderen Passionsandachten können die Verhüllungen betrachtet werden.
Die Andachten der Reihe „katharinen+passion 2026“ schreiten die Stationen des Leidens und Sterbens Jesu nach der Passionsgeschichte des Evangelisten Lukas ab. In jeder der Andachten erklingt eine der Rosenkransonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber. Die Andachten finden jeweils mittwochs um 18 Uhr statt, stets spielt Martin Lücker die Orgel, die Liturgie übernehmen wechselnde Personen.
Weitere Informationen: https://st-katharinengemeinde.de/