Frankfurter Innenstadt-Kirchen fusionieren
Die evangelischen Kirchengemeinden in der Frankfurter Stadtmitte werden zu Beginn des kommenden Jahres fusionieren. Dies haben die Kirchenvorstände der bisherigen Gemeinden St. Katharinen, St. Peter, St. Paul und Gethsemane Anfang der Woche einstimmig beschlossen. Angesichts von ehrgeizigen Einsparzielen und rückläufigen Mitgliederzahlen wollen die Gemeinden ihre Kräfte und Angebote bündeln, freuen sich aber auch auf neue Chancen in einem engeren Miteinander.
Der vollständige Name der neuen Gemeinde lautet „Evangelische Innenstadtgemeinde Frankfurt“. Ihr werden ca. 7.322 Mitglieder angehören (Stand 31.01.2026). Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) muss Fusion und neuem Namen noch formell zustimmen.
„Wir sind voller Freude und tief dankbar, dass unsere gemeinsame Arbeit nach über zwei Jahren intensiven Austauschs so erfolgreich war“, erklärte die Steuerungsgruppe des Fusionsprozesses. „Jede und jeder von uns hat sich eingebracht, und nur durch gegenseitiges Verständnis und Kompromissbereitschaft konnten wir das wichtige Ziel erreichen. Dieses Miteinander zeigt, wie stark unsere Gemeinschaft ist und wie viel wir gemeinsam bewegen können.“
Zur Gemeinde gehören vier prominente evangelische Kirchen im Stadtzentrum und im Nordend: die Alte Nikolaikirche am Römerberg, die St. Katharinenkirche an der Hauptwache, die Gethsemanekirche an der Eckenheimer Landstraße und die Epiphaniaskirche (Oederweg/Ecke Holzhausenstraße). Gottesdienste werden in all diesen Kirchen weiterhin stattfinden. Die Pfarrerinnen und Pfarrer arbeiten schon heute im Team; allerdings werden sie weniger: Statt bisher fünf Pfarrstellen sollen es bis 2030 nur noch 3,5 Stellen sein. Zusammen mit zwei hauptamtlichen Kirchenmusikern und einer Gemeindepädagogin bilden sie das sogenannte Verkündigungsteam.
Das zentrale Gemeindebüro befindet sich ab 2027 an der Gethsemanekirche (Eckenheimer Landstraße 90), wo es mit der U-Bahn gut zu erreichen ist. Überhaupt werden Gebäude künftig gemeinsam genutzt. So probt etwa die Kantorei von St. Katharinen ebenso wie die Epiphaniaskantorei im Gemeindesaal der Epiphaniaskirche am Oederweg; die Räume der bisherigen Paulsgemeinde in der neuen Altstadt (Hinter dem Lämmchen 8) werden von kleineren Gruppen genutzt.
Wie überall in den beiden großen Kirchen ist auch in Frankfurt die Zahl der Gemeindemitglieder zurückgegangen. In den vier Innenstadtgemeinden sank sie in den vergangenen zehn Jahren um 2.503 (rund 26 Prozent).