Kunst & Kultur

Zehn Jahre Frankfurter Bläserschule – zehn Jubiläumskonzerte

Mit Sonderkonzerten wird das Jubiläum in diesem Schuljahr gefeiert. Die nächsten Termine sind am 7. und 8. März.

Eins von vielen Ensembles der Bläserschule in den vergangenen Jahren: CapellaTromboni I Foto: Rolf Oeser
Eins von vielen Ensembles der Bläserschule in den vergangenen Jahren: CapellaTromboni I Foto: Rolf Oeser

Vor zehn Jahren wurde die Frankfurter Bläserschule aus der Taufe gehoben, ihren Verwaltungssitz hat sie beim Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach, im Dominikanerkloster in der Innenstadt. Stadtweit proben Ensembles an unterschiedlichen Orten, beispielsweise in der Hoffnungsgemeinde, der Paulsgemeinde, der Evangelisch-reformierten Gemeinde, aber auch im Heinrich-von-Gagern-Gymnasium. Kinder und Jugendliche zwischen neun und 20 Jahren lernen unter der Federführung von Bläserschulleiterin Sunhild Pfeiffer und ihrem Team Simon Schumann und Lutz Glenewinkel wie es gelingt, Trompete, Horn, Posaune und Tuba in Einklang zu bringen.

Es gibt verschiedene Ensembles in allen Alters- und Leistungsstufen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und jeweils originellen Namen wie „Blech gehabt!“, „The CORNflakes“ oder „Vive La Brasserie“. Im zehnten FBS-Schuljahr sind insgesamt zehn Jubiläumskonzerte zur Feier geplant, fünf davon fanden zu Beginn des Schuljahres 2025/26 unter dem Logo 10 Jahre Frankfurter Bläserschule statt. Im ersten Halbjahr 2026 folgen nun weitere fünf Jubiläumskonzerte.

Die Capella Tromboni und The CORNflakes eröffnen den Reigen der Jubiläumskonzerte 2026 am Samstag, 7. März 2026, 18 Uhr, in der evangelischen Dornbuschkirche, Carl-Goerdeler Straße 1. Carlo Eisenmann vertritt dann Lutz Glenewinkel, der gerade in Elternzeit ist, bei der Capella Tromboni. Simon Schumann betreut The CORNflakes. Tags darauf, am Sonntag, 8. März, 18 Uhr, musizieren High Five zum letzten Mal unter Leitung von Sunhild Pfeiffer für die FBS in der Epiphaniaskirche, Oeder Weg /Ecke Holzhausenstraße, Nordend.

„Besonders toll finde ich, dass wir ein Alumni-Konzert auf die Reihe kriegen“, sagt Pfeiffer und ergänzt: „Vier ehemalige Ensembles finden sich anlässlich des Jubiläums wieder zusammen. Das ist nur möglich, weil sechs Schüler:innen aus diesen Ensembles Musik studieren, drei Orchester-, drei Schulmusik.“ Am Sonntag, 22. März, um 18 Uhr konzertieren die Alumni in der Sankt Katharinenkirche, An der Hauptwache, Innenstadt. Eine Reihe an Preisträger:innen bei den Wettbewerben von Jugend musiziert – sowohl solistisch als auch im Ensemble - sind aus der Arbeit der Bläserschule hervorgegangen, darunter Augustin Kolck, Jakob Preisenberger, The Cornettis oder High Five, einige davon gehören zu den Studierenden.

Pfeiffer hat selber auch im Laufe der Jahre eine Auszeichnung erhalten, für „besondere musikerzieherische Leistungen 2023“ wurde sie Anfang 2024 von der Robert-Schumann-Gesellschaft Frankfurt am Main e.V. geehrt. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro kam mit maßgeblicher Unterstützung der Dr. Marschner Stiftung und der Polytechnischen Gesellschaft zusammen. Pfeiffer nutzte es für eine Reise mit den Jugendlichen an den Lago Maggiore, bei der Konzerte, aber auch gemeinsames Vergnügen eine wichtige Rolle spielten.

Nach Brasilien und von dort aus an den Main führte ein Austausch, den Sunhild Pfeiffer wiederholt organisierte. Aber nicht nur in der Ferne, auch vor Ort sorgte sie für originelle Touren. Zum Fünfjährigen beispielsweise organisierte sie zusammen mit dem Stadtführer und ehrenamtlichen Stadtrat Christian Setzepfandt einen Stadtgang auf den Spuren von Komponisten und Musik, die mit Frankfurt verknüpft sind. Um Georg Philipp Telemann etwa ging es an der Paulskirche, ehemals Barfüßerkloster, Paul Hindemith war Thema am Horst-Lippmann-Platz. Zum Tag des Friedhofs wurden musikalische Führungen initiiert zu Gräbern von Persönlichkeiten, die mit Musik und Frankfurt in Verbindung standen, gleichfalls eine Kooperation mit Christian Setzepfandt.

In Gottesdiensten, bei Sankt Martinsumzügen, städtischen Feierlichkeiten wie der Gedenkveranstaltung zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges haben Ensembles der Bläserschule mitgewirkt. Gerne denkt Sunhild Pfeiffer an Kooperationen mit dem Papageno-Musiktheater zurück, mit dem es vor und nach Corona zwei Theaterprojekte „Der schwarze Peter“ und „Der Sängerkrieg der Heidehasen“ gab, bei denen FBS-Ensembles eingebunden waren. Ein weiteres geplantes Theaterprojekt fiel tatsächlich Corona zum Opfer.

Doch auch in Corona-Zeiten animierte Sunhild Pfeiffer mit ihrem Team zum Musizieren. Im Hof des Frankfurter Dominikanerklosters traten die Jugendlichen auf, vor den Balkonen und Fenstern zahlreicher Altenheime in und außerhalb Frankfurts. Darüber hinaus wurden immer wieder Aufnahmen produziert, um auch während Corona Ziele zu setzen und Entwicklung zu fördern.

Katholisches „Geschwister“ der Bläserschule ist die Frankfurter Domsingschule, mit der regelmäßig Evensongs und Advent Carol Services im Kaiserdom gemeinsam gestaltet werden.

Immer mehr Formen nimmt das für die Saalgasse geplante Haus der Jugendkirchenmusik an. Sunhild Pfeiffer, 66 Jahre, wird dann nicht mehr im Dienst sein, aber sie freut sich, dass damit eine Kontinuität der kirchenmusikalischen Arbeit in der Frankfurter Innenstadt gesetzt ist. „Zur Eröffnung komme ich gerne“.


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Bettina Behler 404 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach