Kommunalwahl: Das gute Leben, das wir genau hier haben wollen
Wenn von Wahlen die Rede ist, denken wir zuerst an den Bundestag: große Reden werden geschwungen, große Bühnen bespielt, große Schlagzeilen erzeugt. Kommunal daneben oft klein, beinahe unscheinbar. Dabei entscheidet die Kommunalpolitik über das, was wir jeden Tag erleben. Nicht abstrakt, sondern konkret.
Sie bestimmt, ob der Bus pünktlich kommt oder abends überhaupt noch fährt. Ob es genug bezahlbare Wohnungen gibt oder ob Familien, Azubis und Senior:innen aus ihrem Viertel verdrängt werden. Sie legt fest, wie eine Stadt mit Drogenkonsum umgeht – mit Verdrängung oder mit Hilfe, mit Wegsehen oder mit Verantwortung. Kurz: Kommunalpolitik prägt den Alltag, und zwar spürbar. Was soll sich in Frankfurt ändern? Worüber ärgern sich die Offenbacher:innen?
Darüber dürfen am 15. März weit mehr als eine halbe Million Menschen in den beiden Städten abstimmen. Mehrere Hunderttausend aber auch nicht, weil sie keinen deutschen Pass haben oder jünger sind als 18 Jahre.
Frankfurt und Offenbach wachsen und stehen gleichzeitig unter Druck. Viele lieben ihre Städte, aber fast alle regen sich auch auf. Frankfurt ist wie Offenbach Heimat, Pendlerstadt, Verkehrsknoten. Wir wünschen uns einen Öffentlichen Nahverkehr, der zuverlässig und bezahlbar ist, sichere Radwege ohne Lücken. Wie kommen wir gut durch den Großstadtdschungel? Und wie behalten wir dabei den Klimaschutz im Auge?
Bei der vermeintlich „kleinen" Wahl geht es auch um Schulen und Kitas, um Parks und saubere Straßen, lebendige Nachbarschaften und das Gefühl, sich zu Hause sicher und gesehen zu fühlen. Die Entscheidungen fallen nicht weit weg, sondern um die Ecke. Die Folgen zeigen sich vor der eigenen Haustür. Den Politikerinnen und Politikern begegnen wir schon mal im Supermarkt oder auf einem Fest.
Kommunalwahlen sind wichtig. Demokratie beginnt nicht in Fernsehstudios, sondern im Viertel. Deshalb: hingehen, mitentscheiden, wählen gehen – für ein gutes Leben, das wir hier, genau hier, haben wollen.