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Das neue Gemeindezentrum Sankt Nicolai im Frankfurter Ostend ist eröffnet

Genossenschaftliches Wohnen und kirchliche Räumlichkeiten auf einem Areal sind wahr geworden. Offene Architektur prägt den Neubau.

Das neue Gemeindezentrum schließt an die Kirche an. I Foto: Rolf Oeser
Das neue Gemeindezentrum schließt an die Kirche an. I Foto: Rolf Oeser

In einem Gottesdienst ist heute das neue Gemeindezentrum Sankt Nicolai, Waldschmidtstraße 114, Ostend, offiziell eröffnet worden. Vertreter:innen aus der Ökumene, des Evangelischen Stadtdekanats und des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach, des Ortsbeirats und des Architekturbüros Zvonko Turkali nahmen an diesem Ereignis teil. Auch die anrainende Wohnbaugenossenschaft war präsent. Für Nachbar:innen und manche Gemeindeglieder bot der anschließende Empfang erstmals eine Gelegenheit, den Saal und die anderen Räumlichkeiten zu erkunden.

Vor 18 Jahren schon sei klar gewesen, bei den Räumlichkeiten der Evangelischen Sankt Nicolai-Gemeinde im Frankfurter Ostend muss etwas passieren, berichtet Pfarrer Wolfgang Löbermann – und es ist in den vergangenen Jahren viel geschehen: Ein Teil des fast 2800 Quadratmeter umfassenden Areals an der Waldschmidtstraße, das einst allein für Kirche, Gemeinde- und Pfarrhaus zur Verfügung stand, wurde in Erbpacht an die Wohnbaugenossenschaft in Frankfurt am Main e.V. übergeben.

Im August 2025 konnten die ersten der 15 Drei- bis Vierzimmerwohnungen, die auf 720 Quadratmetern des kirchlichen Grundstücks auf fünf Etagen plus Staffelgeschoss entstanden sind, von den Mieterinnen und Mietern bezogen werden. Die Kosten des Gesamtprojekts an der Waldschmidtstraße belaufen sich auf rund 9,3 Mio. Euro.

Zvonko Turkali (re.) übergab eine erste Skizze an (v.li.) den Leiter der Bauabteilung des ERV, Cornelius Boy, Projektleiterin Antje Grell und Pfarrer Wolfgang Löbermann. I Foto: Rolf Oeser
Zvonko Turkali (re.) übergab eine erste Skizze an (v.li.) den Leiter der Bauabteilung des ERV, Cornelius Boy, Projektleiterin Antje Grell und Pfarrer Wolfgang Löbermann. I Foto: Rolf Oeser

Der Evangelische Regionalverband Frankfurt und Offenbach (ERV), der einen Entwurf des Frankfurter Büros Zvonko Turkali Architekten realisierte, übergab im Rahmen der Festlichkeiten den eingeschossigen Bau an die Gemeinde Sankt Nicolai und den evangelischen Nachbarschaftsraum Ost. Dessen Verwaltung, zuständig für ein Einzugsgebiet, das von Seckbach, Bornheim, Nordend, Ostend bis in den Riederwald und nach Fechenheim reicht, soll im Laufe des Frühjahrs die Büroräume in dem Neubau beziehen.

Ein 145 Quadratmeter umfassender Gemeindesaal und zwei Gruppenräume stehen in dem Bau zudem zur Verfügung. Bei der Auswahl der Materialien für den Neubau habe man sich an denen der Kirche orientiert, erläutert die für das Projekt verantwortliche Mitarbeiterin der Bauabteilung des ERV, Antje Grell: „Die Böden wie der Betonwerkstein und das Parkett werden aus der Kirche übernommen. Außen wurde die Natursteinfassade der Kirche als verbindendes Element an den Straßenfassaden und im Hof weitergeführt. Sichtbetonoberflächen und Betonsichtmauerwerk sind die charakteristischen Materialien im Gemeindehaus.“

Das Gemeindezentrum schließt direkt an die Kirche an. Zwei großzügige Verbindungstüren ermöglichen beide Gebäude für Veranstaltungen zu einer Einheit zu verknüpfen. Sämtliche Räume, einschließlich der Toiletten, sind barrierefrei. Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist vorhanden mit U-Bahnhaltestelle, Straßenbahn und Bus. Auch der Ostbahnhof ist fußläufig erreichbar. Für das Wohngebäude und das Gemeindezentrum stehen 28 Tiefgaragenplätze zur Verfügung, die sich beide Seiten teilen.

Begehen die neuen RFäumlichkeiten von St. Nicolai: v.li. Stadtdekan Holger Kamlah, Pfarrer Wolfgang Löbermann und Prodekanin Amina Bruch-Cincar.  I Foto: Rolf Oeser
Begehen die neuen RFäumlichkeiten von St. Nicolai: v.li. Stadtdekan Holger Kamlah, Pfarrer Wolfgang Löbermann und Prodekanin Amina Bruch-Cincar. I Foto: Rolf Oeser

Die Küche ist so mit dem Foyer verbunden, dass auch hier gefeiert werden kann. Zum Hof hin gibt es Türen, die Fläche dort bietet sich auch zum Verweilen an. Inmitten des Hofes ist eine mehrstämmige Hopfenbuche platziert, eine lange Bank und eine Rundbank laden zum Verweilen ein. „Zwischen Innen und Außen entsteht somit ein räumliches Kontinuum ohne Stufen, ohne Grenzen. Jeder Besucher, unabhängig vom Alter, des kulturellen und sozialen Hintergrunds sowie Interessen ist willkommen“, heißt es in der Baubeschreibung des Büros Turkali.

„Nach einer langen Durststrecke mit provisorischen Räumlichkeiten für die Gemeindearbeit freuen wir uns nun darauf, die neuen Räume im Zentrum St. Nicolai mit Leben füllen zu können. Und dann gehen wir die Sanierung der Kirche an, die seit 2008 im Fokus steht“, merkt Pfarrer Wolfgang Löbermann an. Prodekanin Amina Bruch-Cincar äußert anlässlich der Eröffnung: „Es ist eine große, aber auch seltene Freude, in diesen Zeiten ein Gemeindehaus zu errichten. Es soll ganz der Gemeinschaftlichkeit der Gemeinden im Frankfurter Osten dienen, um ein Haus für Viele zu sein, die mit und für die Menschen tätig sind.“


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Bettina Behler 398 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach