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Demonstration gegen Rechts auf dem Römerberg

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Am Samstag, 20. Januar, soll um 13 Uhr in der Frankfurter Innenstadt ein deutliches Zeichen gegen antidemokratische Umtriebe von Rechts gesetzt werden.

Viele vereinigen sich unter dem Aufruf "Demokratie verteidigen!"
Viele vereinigen sich unter dem Aufruf "Demokratie verteidigen!"

„Demokratie verteidigen – Frankfurt gegen AfD und Rechtsruck“ so lautet der Aufruf zu einer Kundgebung am Samstag, 20. Januar 2024, 13 Uhr, auf dem Römerberg. Ein breites Bündnis aus mehr als 60 Initiativen, Verbänden, Vereinen und Institutionen hat sich dem Aufruf des Koala-Kollektivs angeschlossen, auch in Frankfurt gegen erstarkende Rechte auf die Straße zu gehen.

Zu den Unterstützern der Demonstration gehört das Römerbergbündnis. Gegründet wurde es 1978 mit dem Ziel, auf breiter Ebene Widerstand zu leisten gegen Versuche der NPD und anderer Rechtsextremer, in Frankfurt Fuß zu fassen. Vertreter:innen der Jüdischen Gemeinde, der evangelischen Kirche, der katholischen Kirche, des Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Frankfurter Jugendrings bilden den Zusammenschluss. Für das Bündnis werden am Samstag der evangelische Stadtdekan Holger Kamlah und der Geschäftsführer des DGB Frankfurt-Rhein-Main Philipp Jacks ans Mikrofon treten.

Zum Hintergrund der Demonstration heißt es in dem Aufruf des Koala-Kollektivs, einer seit 2020 bestehenden Frankfurter Klimagerechtigkeitsgruppe: „Nicht überraschend, aber nun offiziell: Führende AfDler, andere einflussreiche Rechtsextreme und Unternehmer wollen, dass Millionen von marginalisierten Menschen aus Deutschland deportiert werden, wie Recherchen des Portals Correctiv belegen. Diese menschenverachtenden Ideen in Form von Abschiebungen und Ausweisungen sind keine rechtsextremen Gedankenspiele, sondern konkrete Pläne einflussreicher AfDler, von Mitgliedern der sogenannten ,Werte-Union‘ zusammen mit Identitären und Neonazis. Zeitgleich verzeichnet die AfD in den Umfragen mittlerweile hohe Zustimmungswerte, ist in vielen Bundesländern stärkste Kraft und bundesweit auf Platz zwei der Zustimmung. Im Herbst könnte sich ihr politischer Einfluss im Osten Deutschlands vervielfachen.“ Das Kollektiv fordert einen breiten Zusammenschluss dagegen: „Von der Antifaschist*in bis zum Konservativen, vom Gewerkschaftler bis zur Pastorin, von der Bäuerin bis zum Banker: Wir alle sind gefragt“, so Peter Josiger, Sprecher von Koala.

„Wir müssen dem Gift der extremistischen und rassistischen Gedanken derjenigen, die unsere Gesellschaft spalten wollen, ein Zeichen der Solidarität und Geschlossenheit entgegensetzen. Es ist an der Zeit, dass wir zeigen, wofür die deutliche Mehrheit der Menschen in dieser Stadt und in diesem Land stehen“, ist Auffassung von Stadtdekan Kamlah. „Die bundesweiten Demonstrationen in den letzten Tagen zeigen: Der Aufstand der Anständigen hat begonnen! Diese Dynamik muss nun aufrecht erhalten werden, die Verteidigung der Demokratie muss für alle zum Dauerthema werden. Die AfD ist eine arbeitnehmerfeindliche Partei, deshalb rufen die Gewerkschaften im DGB alle Beschäftigten auf, an der Kundgebung teilzunehmen und sich in dieser herausfordernden Zeit dauerhaft gegen Rechts zu engagieren“, äußert DGB-Geschäftsführer Jacks im Vorfeld der Kundgebung.

Neben Jacks und Kamlah sind als Redner:innen angekündigt: Oberbürgermeister Mike Josef, Eleonore Wiedenroth Coulibaly und Hadija Haruna-Oelker (Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland), Meron Mendel (Bildungsstätte Anne Frank), Hibba Kauser (Aktivistin), Newroz Duman (Initiative 19. Februar), Yasmin Alignaghi (Paritätischer Wohlfahrtsverband) und Eva Walter (Frankfurt solidarisch).

Weitere Beispiele aus dem Unterstützerkreis: Rat der Religionen Frankfurt, Diakonie Hessen, Evangelische Akademie, Haus am Dom, Caritas Frankfurt, Der Paritätische, BUND, Kreisschüler:innenvertretung Kreis Offenbach, Jusos Frankfurt, Europa Union Frankfurt.

Vorab, von 12.30 Uhr an, gibt es auf dem Römerberg Frankfurter Live-Acts, mit dabei sind Shantel (Balkanbeats) und The OhOhOs (Analog-Techno).

EKHN-Kirchenpräsident Volker Jung äußert sich gegen Rechtsextremismus und begrüßt Kundgebungen

„Der Verfassungsschutz in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt hat die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) bereits in mehreren Bundesländern als gesichert rechtsextrem eingestuft. Ich bin sehr fest davon überzeugt, dass diese Partei auch im Ganzen rechtsextrem ist. Ihr Programm und Äußerungen führender Politiker der Partei sind diskriminierend und stellen eine Gefahr für die Demokratie dar. Dies nicht zu sehen und darauf zu reagieren, wäre eine gefährliche Verharmlosung.

Die menschenverachtenden Ideen, die mit dem Unwort des Jahres „Remigration“ verbunden sind, sind das genaue Gegenteil unseres Verständnisses von Migration und Integration. Alle Menschen sind als Gottes Ebenbild geschaffen und besitzen eine unantastbare Würde. Daher rufe ich dazu auf, sich den menschenverachtenden Ideen in den Weg zu stellen.

Ich begrüße sehr, dass sich viele aus unseren Gemeinden und Dekanaten in den kommenden Tagen an Kundgebungen gegen rechtsextremes Gedankengut beteiligen. So ruft unter anderem das Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach als Teil des Römerbergbündnisses zur Demonstration gegen einen Rechtsruck in unserer Gesellschaft am kommenden Samstag, 20. Januar, um 13 Uhr in Frankfurt mit auf. Das Dekanat Darmstadt beteiligt sich aktiv an einer Kundgebung am Dienstag, 23. Januar, um 17.30 Uhr in Darmstadt. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich möglichst viele Menschen an diesen und weiteren Veranstaltungen beteiligen würden.“


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