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Der Ökumenische Kirchentag wird nun komplett dezentral

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Wegen Corona und den unsicheren Rahmenbedingungen im Mai 2021 hat das Präsidium des 3. Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt gestern Abend beschlossen, das Format grundlegend zu ändern: Der Kirchentag findet zwar statt, teilnehmen sollen die Menschen aber übers Internet von ihren Wohnorten aus.

Da waren sie noch optimistisch: Bettina Limperg und Thomas von Sternberg vom Präsidium des Ökumenischen Kirchentags, bei der Vorstellung des Mottos im Frankfurter Dominikanerkloster. Jetzt gibt es ein ganz neues Konzept. | Foto: ÖKT
Da waren sie noch optimistisch: Bettina Limperg und Thomas von Sternberg vom Präsidium des Ökumenischen Kirchentags, bei der Vorstellung des Mottos im Frankfurter Dominikanerkloster. Jetzt gibt es ein ganz neues Konzept. | Foto: ÖKT

Der Ökumenische Kirchentag (ÖKT) wird im Mai verstärkt auf digitale Beteiligung und Mitwirkungsmöglichkeiten jenseits der Frankfurter Stadtgrenzen setzen, wie das Präsidium heute in einer Stellungnahme mitteilt. Am Samstag, 15. Mai, solle es ein stark konzentriertes und volldigitales Programm geben, bei dem der Fokus auf den aktuellen und großen Herausforderungen und Aufgaben im kirchlichen und gesellschaftlichen Bereich liegt. Auch ohne Massenveranstaltungen vor Ort werde es so partizipativ und interaktiv wie möglich gestaltet.

Den Rahmen des Kirchentags sollen zwei Gottesdienste bilden, einer an Christi Himmelfahrt, dem 13. Mai, sowie der Schlussgottesdienst am Sonntag, 16. Mai. Außerdem gebe es am Samstagabend konfessionelle, also speziell evangelische und katholische Gottesdienste, die jedoch "ökumenisch sensibel" gestaltet werden. Sämtliche Gottesdienste würden bundesweit übertragen.

"Wir wissen um die Hoffnung der Menschen auf Begegnung und gelebte Gemeinschaft. Deshalb werden wir alles daransetzen, um diese Hoffnung mit neuen Formaten zu erfüllen", betont Bettina Limperg, die evangelische Präsidentin des ÖKT. "Wir sind weiterhin von der Bedeutung ökumenischer Wegzeichen überzeugt. Für die Beantwortung der drängenden Fragen, die die weltweite Pandemie aufwirft, werden christliche Impulse noch relevanter."

Menschen sollen dort feiern, wo sie leben

Thomas Sternberg, katholischer ÖKT-Präsident, hofft auf ein starkes ökumenisches Signal und eine mediale Breitenwirkung: "Da die Menschen nicht nach Frankfurt kommen können, kommt der 3. ÖKT zu ihnen nach Hause. Wir laden alle dazu ein, den ÖKT in der Kirchengemeinde, im Verband oder im Freundeskreis mitzuerleben und mitzugestalten." Das Motto "Schaut hin", ein Zitat aus dem Markusevangelium (Kapitel 6, Vers 38) sei mehr als das Mitverfolgen am Bildschirm. Die Veranstalter hoffen, dass Menschen vor Ort "kreative Formen des gemeinsamen Erlebens" finden, zum Beispiel, indem die Gottesdienste von Gemeinden und Gemeinschaften zusammen gefeiert werden.

Das konkrete Programm und die Teilnahmebedingungen werden im Frühjahr vorgestellt.

Zudem bestehe die Hoffnung, dass die in den Folgejahren geplanten konfessionellen Kirchentage – 2022 soll ein Katholikentag stattfinden, 2023 der nächste Evangelische Kirchentag – ökumenischer gestaltet werden als sonst.


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