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Der Briefkasten hat oftmals die Wahlurne ersetzt

Vorigen Sonntag standen in den evangelischen Kirchengemeinden in Frankfurt und Offenbach die Kirchenvorstandswahlen an. Am Sonntagabend gab es erste Ergebnisse, die detaillierte Auswertung erfolgt in den nächsten Tagen.

Wählen als Familienausflug.  |  alle Fotos: Rolf Oeser
Wählen als Familienausflug. | alle Fotos: Rolf Oeser

Der evangelischen Luthergemeinde im Frankfurter Nordend reichte heute eine kleine Box am Eingang, die Kirchenvorstandswahl wurde hier als allgemeine Briefwahl organisiert. In den vergangenen Wochen trudelten die Voten ein und wurden im Stahlschrank verwahrt. Ausgezählt wurde hier wie in den anderen Gemeinden erst am Abend des Wahltages – öffentlich, wie auch im Gottesdienst am Sonntagmorgen noch mal verkündet.

In der wenige Kilometer entfernt gelegenen Evangelischen Wartburggemeinde in Frankfurt-Bornheim sieht es dagegen anders aus am Wahltag: In mehrere Schichten sind die Wahlhelfer:innen eingeteilt, zur Stärkung steht auf dem Tresen Butterkuchen mit Mandelbelag, auf dem Kirchplatz ist ein Notenpult platziert, in Abständen kann davor auf Pappkartons gesessen werden – zu einem kleinen „Event“ hat die Gemeinde die Wahlen für das auf sechs Jahre zu besetzende Ehrenamtsgremium gemacht. Musik vor dem Gemeindesaal gehört dazu. Natürlich gibt es hier gleichfalls die Möglichkeit der Briefwahl. Beide Arten von Voten werden zusammen im Laufe des Abends ausgewertet. „Und danach gibt es ein Glas Sekt“, kündigt ein Wahlhelfer an.

In der Offenbacher Markus-Gemeinde sind kurz nach 20 Uhr alle Stimmen ausgezählt. Wahlvorsteherin Beate Jeidler berichtet: Von 80 Gemeindemitglieder seien die Favoriten im Umschlag vorab mitgeteilt worden, 84 Personen hätten am Wahltag ihren Zettel in die Urne geworfen. Bei rund zehn Prozent habe die Wahlbeteiligung in der Markus-Gemeinde gelegen. Durchaus nicht unüblich ist diese Wahlbeteiligung, auch die in Frankfurt-Sachsenhausen ansässige Evangelische Maria-Magdalena-Gemeinde, die zu den ersten Meldern gehört, verzeichnete einen Rücklauf von rund zehn Prozent.

Stimmabgabe in der Offenbacher Markus-Gemeinde
Stimmabgabe in der Offenbacher Markus-Gemeinde

Personalkirchengemeinden, deren Mitglieder sich bewusst für sie entscheiden, haben traditionell eine hohe Wahlbeteiligung, so auch die Evangelische Personalkirchengemeinde Nord-Ost, ansässig an der Wingertstraße im Frankfurter Ostend. 347 Wahlberechtigte zählt die Gemeinde, 126 Personen gaben ihre Stimme ab, 66 davon per Post. Vier Sitze gab es hier zu besetzen, sechs Leute haben kandidiert, gewählt wurden zwei, die schon dem alten Gremium angehörten, zwei fangen neu an. Bei der Französisch-Reformierten Gemeinde in Offenbach stand heute die Presbyteriumswahl an, vergleichbar dem Kirchenvorstand, auch hier liegt die Wahlbeteiligung mit 45,76 Prozent relativ hoch. 208 Männer und Frauen waren hier wahlberechtigt.
Um 21 Uhr war nur ein Teil der Ergebnisse in den Gemeinden ausgewertet. Gezählt werden die Stimmen, die auf die Kandidierenden verfallen, ausgewertet wird in der Statistik, die an die Landeskirche geht, unter anderem aber auch die Mischung der Geschlechter und welche Berufs- und Altersgruppen vertreten sind. Pfarrerin Anne Kampf von der Evangelischen Bethaniengemeinde am Frankfurter Berg teilte am Abend beispielsweise mit, dass zukünftig eine Person der Altersgruppe unter 30, zwei aus dem Bereich 40 bis 50 Jahre, vier zwischen 50 und 60 und drei zwischen 60 und 70 Jahren alte im Kirchenvorstand, der am 1. September seine Arbeit aufnimmt, vertreten sein werden. Sieben Frauen sind darunter, drei Männer.

Viele machten von von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch.
Viele machten von von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch.


Rund 1,2 Millionen Wahlberechtigte waren in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zu den Wahlurnen gerufen worden. In 1.059 Gemeinden in Hessen und Rheinland-Pfalz durften die Gemeindemitgitlieder abstimmen. Mit kirchenweiten Ergebnissen wird frühestens am Montagmittag gerechnet.
Informationen zu den Ergebnissen in den einzelnen Frankfurter und Offenbacher Gemeinden finden sich in den nächsten Tagen auch auf deren Internetseiten, die Adressen finden sich unter diesem Link. Auch auf unserer Seite wird in den kommenden Tagen Weiteres zu den Abstimmungen zu lesen sein.


Autorin

Bettina Behler 170 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach

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