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Einige Umplanungen kurz vor dem Fest

Einige Gemeinden entscheiden sich dieser Tage dafür, ihre Präsenzgottesdienste abzusagen. Hinzu kommen Online-Angebote sowie Andachten für zu Hause.

Weihnachten daheim - heißt nicht, auf Gottesdienste verzichten. I Foto: Colourbox
Weihnachten daheim - heißt nicht, auf Gottesdienste verzichten. I Foto: Colourbox

In den vergangenen Tagen wurde in vielen Kirchengemeinden gegrübelt, wie können wir derzeit verantwortlich zu Weihnachtsgottesdiensten einladen? Tragen die Konzepte, die in den vergangenen Monaten entwickelt wurden, fragten sich viele. Mehrgleisig waren die Planungen ohnehin meist schon lange angelegt: Gottesdienste in der Kirche, auf Außengeländen, im Netz, Andachten zum Downloaden oder für die Briefkästen. Und dennoch schalteten sich dieser Tage viele Kirchenvorstände zusammen, um zu entscheiden, welches Konzept letztendlich gewählt werden soll.

Auf dem Schirm und auf der Leine

Der Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt-Nordwest beispielsweise hat in seiner Sitzung am 17. Dezember ein Konzept unter der Überschrift „Weihnachten findet statt – zuhause, in Gottesdiensten und im Internet“ verabschiedet. Die Internetseite www.evangelisch-nordwest.de listet nicht nur Gottesdienste in Heddernheim, Niederursel und der Frankfurter Nordweststadt auf, sie präsentiert auch ein Video von einem Gottesdienst mit Krippenspiel, aufgenommen in der Heddernheimer Sankt Thomaskirche. Wer eine kürzere Form bevorzugt, klickt vielleicht den weihnachtlichen Impuls an, der in Niederursel gefilmt wurde. Die Evangelische Bethaniengemeinde, gelegen am Frankfurter Berg, gab zum vierten Advent bekannt, dass sie die geplanten Weihnachtsgottesdienste auf Grund der Pandemie-Lage absagt. Gefeiert wird dennoch auf äußerst vielfältige Weise: Die Bethanienkirche steht an Heiligabend von 14 bis 17 Uhr und am ersten Weihnachtsfeiertag von 17 bis 19 Uhr offen. Die Menschen sind eingeladen, Musik zu hören und eine Kerze anzuzünden. Auf der Homepage www.bethaniengemeinde.de finden sich alle Weihnachtsgottesdienste als Text und zum Teil als Audiovorlage. Das Krippenspiel zum Mitmachen werde gleichfalls ins Netz gestellt, kündigen Pfarrerin Anne Kampf und der Kirchenvorstand an. Auf Wunsch wird ein Faltblatt mit einer weihnachtlichen Liturgie nach Hause gebracht. Bei der Gemeinde wiederum vorbeigebracht werden können – wasserdicht verpackt – Grüße und Bilder für die Weihnachtsleine, die vor der Kirche am Wickenweg gespannt wird.

Ganz auf Leine setzt die Personalkirchengemeinde Christus Immanuel, Ökumenisches Zentrum Christuskirche, im Frankfurter Westend. Heute kam die Nachricht, dass die Gemeinde die Weihnachtsgeschichte in den Sprachen der vier hier ansässigen Gemeinden, dazu zählen auch die serbisch-orthodoxe, eine evangelische Oromo-Gemeinde und eine chinesische, aushängen wird und dazu von Kindern und Jugendlichen gezeichnete Bilder mit weihnachtlichen Motiven. Die Gottesdienste fallen bis in den Januar hinein aus. Auf Zoom konzentriert sich die Maria-Magdalena-Gemeinde in Sachsenhausen, schon länger geplant war hier ein Gottesdienst per Videokonferenz, die darüber hinaus geplanten Präsenzgottesdienste hat die Gemeinde heute abgesagt.

Fest steht: Die Gemeinden laden zu Weihnachten ein

„Eins ist uns wichtig: Wir wollen und wir werden Weihnachten feiern", teilte Marion Peter, Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Evangelischen Kirchengemeinde Nied mit und fügte hinzu – „aber wir werden es anders tun als sonst". Pfarrer Joachim Preiser kündigt an, statt auf Schulhöfen und Freigeländen zu feiern, „wird es mehrere liebevoll vorbereitete Online-Gottesdienste geben, in denen Interessierte vom heimischen Rechner aus teilnehmen können“. Nähere Informationen über die Zugangsmöglichkeiten unter www.eknied.de

Der Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Zeilsheim hat am 22. Dezember eine Pressemeldung verschickt, in der es heißt: „Aufgrund der ständig steigenden Infektionszahlen bei der Corona-Pandemie hat sich der Kirchenvorstand kurzfristig entschlossen, alle Präsenzgottesdienste in der Zeit vom 24. Dezember 2020 bis zum 3. Januar 2021 in unserer Kirche abzusagen.“ Die Entscheidung sei dem Vorstand nicht leicht gefallen. Auf der Homepage der Gemeinde www.zeilsheim-evangelisch.de finden sich Links zu einem Krippenspiel der Gemeinde, einem musikalischen Beitrag des Musik-Quartetts und einer Kurzansprache des Pfarrers und seiner Ehefrau.

Die Evangelische Erlösergemeinde, Oberrad, die ursprünglich am Nachmittag des Heiligen Abends fünf Gottesdienste hintereinander feiern wollte, hat sich am vierten Adventswochenende „schweren Herzens“ entschieden, diese abzusagen, weil die Lüftungspausen zwischen den Gottesdiensten nicht genügt hätten, um den Schutz zu gewährleisten. Die Kirche ist aber an Heiligabend zwischen 14 Uhr und 18 Uhr geöffnet. Und: „Auf unserer Homepage www.erloesergemeinde-oberrad.de finden Sie an Heiligabend einen Link zum Krippenspiel, das wir für Sie geschrieben und aufgenommen haben.“ Am ersten Weihnachtstag gibt es um 10 Uhr einen Gottesdienst mit Orgel und Bläsern vor Ort, am zweiten Weihnachtsfeiertag wird zu einer ökumenischen Vesper mit alten und neuen Weihnachtsliedern eingeladen.

Übersicht zu Links und Terminen auf der ökumenischen Seite www.frankfurt-feiert-weihnachten.de

Die Miriamgemeinde, Bonames, Am Bügel und Kalbach, die Evangelische Regenbogengemeinde in Sossenheim, die Michaelisgemeinde in Frankfurt-Berkersheim, sie gehören zu denen, die am 24. Dezember ermöglichen, im Netz ein Krippenspiel zu verfolgen – zugänglich auch erst an Heiligabend. Um 16 Uhr kann am 24. Dezember auf www.riedberggemeinde.de „Auf dem Weg nach Bethlehem", abgerufen werden, ein Video-Gottesdienst für Kinder und Erwachsene. Geboten wird die Weihnachtsgeschichte mit Fotos aus dem Stadtteil, erzählt und musikalisch begleitet von Riedberger Kindern, die Liturgie gestaltet die Gemeindepfarrerin.

Diese Beispiele richten den Fokus auf Gottesdienste, die anders als gewohnt zu erleben sind. Vielerorts wird es Gottesdienste in den Kirchen, unmittelbar vor ihren Türen, auf benachbarten Schulhöfen und Sportplätzen geben. Teilnahme nur mit Anmeldung, auf Abstand und mit Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Auch die genannten Gemeinden setzen in der Regel nicht nur auf digital oder Papier, sondern laden während der Weihnachtstage zudem zu Präsenzgottesdiensten ein beziehungsweise öffnen ihre Türen für Innehalten oder auch Gespräch. Um einen aktuellen Überblick zu ermöglichen, wurde die ökumenische Seite www.frankfurt-feiert-weihnachten.de zum zweiten Advent vorgestellt und seitdem fortlaufend aktualisiert.

Ortswechsel in Offenbach und Bewegung – egal an welchem Ort

Auch bei der Zusammenstellung für die Gottesdienste an Heiligabend in Offenbach (hier) gab es eine Änderung. Die Friedenskirchengemeinde hat sich entschieden, auf den Hof der Leibnizschule auszuweichen, das geplante „to go"-Angebot findet nicht statt. Zudem hat die Offenbacher Kantorei den für den 26. Dezember als Präsenzveranstaltung geplanten Musikalischen Weihnachtsgottesdienst in der Lutherkirche abgesagt und stattdessen für 18 Uhr einen Video-Stream angekündigt, mit der Gelgenheit, Ausschnitte aus Georg Friedrich Händels Messias sowie die Uraufführung von Kadija Zeynalovas „Maria durch die Wüste ging" auf Youtube zu genießen. Eugen Eckert, Frankfurter Stadionpfarrer, weist darauf hin, dass auf der Couch bleiben an Weihnachten nicht zwingend die Beine hochlegen heißen muss: Am zweiten Weihnachtstag ist das Mitfeiern in Jogginghosen erwünscht. Der Arbeitskreis „Kirche und Sport“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), für den Eckert auch tätig ist, lädt am 26. Dezember um 10 Uhr auf Youtube zu einem Workout-Gottesdienst ein.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat unter diesem Link ein „Weihnachts-Special“ 2020 auf ihrer Internetseite www.ekhn.de eingestellt, unter anderem mit Hinweisen auf Fernsehgottesdienste an Weihnachten und der Botschaft des Kirchenpräsidenten zum Fest.


Autorin

Bettina Behler 132 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach