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Evangelische Fastenaktion: Keine Angst, das wird schon!

Zu Optimismus lädt die derzeitige Weltlage wahrlich nicht ein. Was tun? Den geordneten Rückzug ins kuschelige Private antreten, weil sowieso nichts mehr zu retten ist da draußen? Die diesjährige Fastenaktion „7 Wochen ohne“ hat eine bessere Idee.

Aktionsmotiv der diejährigen Fasenaktion  „7 Wochen ohne“
Aktionsmotiv der diejährigen Fasenaktion „7 Wochen ohne“

Australien brennt. Ein Coronavirus breitet sich in der Welt aus. Dem Thema Klimaschutz widmen sich die Regierenden halbherzig, wenn überhaupt. Und im Mittelmeer ertrinken täglich Menschen, weil sie sich ein Leben ohne Armut und Verfolgung wünschen. Nein, zu Optimismus lädt die derzeitige Weltlage nicht ein.

Was tun? Den geordneten Rückzug ins kuschelige Private antreten, weil sowieso nichts mehr zu retten ist da draußen? Aber stimmt das überhaupt? Wer aufgibt, hat schon verloren, schrieb einst Bertolt Brecht. Eine pessimistische Sicht auf die Dinge scheint zwar naheliegend, aber die Welt ohne Hoffnung, ohne Zuversicht zu betrachten, ist auch keine Lösung. Sollten nicht gerade Christinnen und Christen auf das Gute vertrauen?

Hier setzt die diesjährige Fastenaktion der evangelischen Kirche an. „7 Wochen ohne Pessimismus“ ist der Vorschlag für den jährlich wiederkehrenden Selbstversuch im Jahr 2020.

Zweifellos eine Herausforderung! Wie kann denn das gelingen? Zuversicht wachse in der Gemeinschaft, sagt Arnd Brummer, Geschäftsführer der Aktion, und: „Wenn du dich von Menschen im Stich gelassen fühlst, ist es Gott, der bei dir bleibt. Gott steckt in der Überraschung, oder wie es Albert Schweitzer formulierte: Der Zufall ist das Pseudonym, das der liebe Gott wählt, wenn er inkognito bleiben will.“

Das geht nicht gut, das wird doch nie was, das ist das Ende – wie oft kommt man aber auch im Privaten in Situationen, in denen man so denkt? Wie oft werden wir enttäuscht von anderen, wie oft erfüllen sich Hoffnungen für die Liebe, das Familien- oder Arbeitsleben nicht?

Vielleicht ist das Geheimnis ja, von Tag zu Tag zu denken, der Welt und den Mitmenschen jeden Morgen eine neue Chance zu geben, auch wenn es da gestern oder vorgestern diese wirklich blöden Situationen gab, die doch eigentlich zweifelsfrei beweisen, dass das nichts mehr werden kann ... Stopp. Vielleicht eben doch. Die Fastenaktion soll dazu ermutigen, Zukunftsängste und Misstrauen zu bezwingen. Sie will den Menschen dabei helfen, zu erkennen, wie viel Kraft, Mut und Glaube trotz aller Widrigkeiten in ihnen stecken. Keine Angst, das wird schon.

Weiterlesen: 7 Wochen ohne


Autorin

Anne Lemhöfer 71 Artikel

Anne Lemhöfer interessiert sich als Journalistin und Autorin vor allem für die Themen Kultur, Freizeit und Gesellschaft: www.annelemhoefer.de

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