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Kein Lockdown für Gott

Weihnachtsgruß des evangelischen Stadtdekans von Frankfurt und Offenbach Achim Knecht

Stadtdekan Achim Knecht I Foto: Rolf Oeser
Stadtdekan Achim Knecht I Foto: Rolf Oeser

Die Niederlande haben die Diskussion hierzulande befeuert, ob wir auch in Deutschland erneut das öffentliche Leben stilllegen müssen. Wir bangen, wie heftig die Omikron-Variante des Coronavirus unser Land überrollen wird. Die Politik wird eine Entscheidung treffen. Die Kliniken dürfen nicht an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit kommen. Wir müssen die Menschen schützen, die nicht geimpft werden können, allen voran unsere Babys und Kinder. Wir sollten als Gesellschaft alles dafür tun, dass nicht noch mehr Menschen an einer Erkrankung durch das Coronavirus sterben. Die täglichen Todesfälle sind bedrückend.

Zugleich sehe ich die Not der Geschäfte, der Kulturschaffenden, der Betriebe und Unternehmen, die darauf angewiesen sind, dass Kunden und Gäste zu ihnen kommen oder dass sie produzieren können, um wirtschaftlich überleben zu können. Das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und soziale Interaktion darf nicht erneut in den Hintergrund treten. „Zwischen den Jahren“ ist diesmal auch eine Zeit des Wartens, wie stark sich das Virus ausbreiten wird. Kommen im Januar weitere Einschränkungen? Die Politikerinnen und Politiker sind nicht zu beneiden, die die Entscheidung zu treffen haben. Sie müssen abwägen, was dem Wohl unserer Gesellschaft am meisten dient und auf welchem Weg wir eine Chance haben, der Gefahr durch das Virus zu entkommen.

Eines ist sicher: Gott kommt. Für ihn gibt es keinen Lockdown und keine Kontaktbeschränkungen. An Weihnachten feiern wir, dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist. In Jesus zeigte sich die Liebe Gottes. Sie kam ganz menschlich daher. Erst als neugeborenes, hilfloses Kind, später als Erwachsener, der sein Leben für die Liebe zu den Menschen einsetzte. An Ostern feiern wir, dass Gott ihn auferweckt hat von den Toten. Göttliche Liebe ist größer als menschlicher Hass.

Es ist derzeit oft von der Spaltung unserer Gesellschaft die Rede. Weihnachten überwindet diese Spaltung. Denn Gottes Liebe gilt allen Menschen! Gott steht auf der Seite des Lebens. Ihm ist wichtig, was dem Leben und dem Zusammenleben dient. So will er den Menschen Frieden bringen, Frieden mit sich selbst und mit ihren Mitmenschen. In der Weihnachtsgeschichte haben das schon die Hirten von den Engeln gehört. Auch wenn diese Weihnachtszeit anstrengend ist, herausfordernd und manchmal sehr belastend: Ich wünsche Ihnen, dass in den kommenden Tagen Gottes Liebe und sein Friede trotz allem den Weg in ihr Herz finden!


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Achim Knecht 2 Artikel

Dr. Achim Knecht ist Pfarrer und evangelischer Stadtdekan von Frankfurt und Offenbach.