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Kitas sind eine Priorität der Bauinvestitionen

Die evangelischen Kirchenparlamentarier*innen aus Frankfurt und Offenbach haben gestern Abend im Dominikanerkloster und von ihren heimischen Rechnern aus getagt.

Synode  |  Foto: EÖA
Synode | Foto: EÖA

Im spärlich besetzten Großen Saal des Frankfurter Dominikanerklosters – „die große Mehrheit ist an den Bildschirmen“, so Versammlungsleiterin Irmela von Schenck – hat gestern Abend das evangelische Kirchenparlament von Frankfurt und Offenbach getagt, und dank eines gesicherten Online-Votingsystems auch abgestimmt, unter anderem über die Bauprioritätenliste für das kommende Jahr.
Die Mitglieder von Stadtsynode und Regionalversammlung verabschiedeten einstimmig das dafür vorgelegte Budget in Höhe von annähernd 18,845 Millionen Euro, im Vergleich zu diesem Jahr bedeutet das eine Steigerung in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro. Cornelius Boy, stellvertretender Leiter der Bauabteilung des Evangelischen Regionalverbandes, erläuterte die geplanten Ausgaben. Am stärksten gewachsen ist der Posten für den Bereich Kindertagesstätten und Krabbelstuben, er soll im kommenden Jahr bei 6,7 Millionen Euro liegen. 2021 sind dafür knapp drei Millionen vorgesehen. Gestiegen sind auch die Ausgaben für Übergemeindliche Einrichtungen und Wohn- und Geschäftshäuser, dafür sollen im kommenden Jahr 5,5 Millionen bereitgestellt werden. 2021 werden dafür 3,7 Millionen Euro veranschlagt.
Sowohl aus dem Gebäude-, als auch aus dem Finanzausschuss wurden die von Boy präsentierten Vorschläge in der Debatte nachdrücklich befürwortet. Es wurde darauf hingewiesen, dass es bei den Sanierungsmaßnahmen nicht nur um Verbesserungen gehe, in einigen Fällen gehe es darum, bereits eingetretene Schäden zu beheben.


Bauprojekte in Frankfurt und Offenbach

Zu den in Frankfurt anstehenden Bauvorhaben zählt die Kita Grüne Winkel in Nied. Auf einem dreieckigen Grundstück ist ein rechteckiger Neubau geplant mit Grünflächen, die zum Spielen einladen. Zu den Kirchen, die saniert werden sollen, zählt die Gustav-Adolf-Kirche in Niederursel. Der aus der Bauhaus-Ära stammende Bau wurde vor einigen Jahren von innen renoviert, nun steht die Fassade an. Zu den Gebäuden, bei denen Sanierungsbedarf besteht, gehört eines der Philippusgemeinde am Riederwald, ein schadhaftes Dach einer Wohnanlage im Nordend dokumentierte Boy als Beispiel mittels Bild. Begonnen werden soll laut Bauprioritätenliste mit Planungen unter anderem für die Innensanierung der Lutherkirche im Nordend. Fortgesetzt wird die Installation eines Steuerungs- und Monitoringsystems für die Heizungen in den Kirchen. Pro Jahr sollen damit zwei ausgestattet werden, um Energie zu sparen.
Auf der Bauprioritätenliste zu finden ist in Offenbach unter anderem ein Wohnhaus an der Oberen Grenzstraße, das im Besitz der Kirche ist und saniert werden soll. Auch an dem Pfarrhaus in Rumpenheim stehen Arbeiten an. Als ein Beispiel, wo zusätzlicher Wohnraum geschaffen werde, nannte Cornelius Boy die Immobilie Berliner Straße 141. Im Parlament angesprochen wurde auch der angedachte Neubau der Kita der Lukas- und Matthäusgemeinde, das bisherige Gebäude weist Risse auf. Der Neubau sei auf dem Schirm, wie er gestaltet werde, sei noch in der Klärung, so der stellvertretende Leiter der Bauabteilung.


Der Stadtdekan zu den Themen Ökumenischer Kirchentag und Kirchenvorstandswahlen

Auf aktuell Anstehendes, wie den Ökumenischen Kirchentag vom 13. bis zum 16. Mai in Frankfurt, der vornehmlich digital im Netz stattfinden wird und an dem Prominenz wie Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Luisa Neubauer von „Fridays for Future“, aber auch viele andere teilnehmen werden (www.oekt.de) und die Kirchenvorstandswahlen am 13. Juni, ging der evangelische Stadtdekan von Frankfurt und Offenbach, Achim Knecht, in seiner Rede ein. „Im Vorfeld des ÖKT fand eine intensive theologische Arbeit zum Verständnis von Abendmahl und Eucharistie statt“, sagte Knecht und zitierte dazu aus einer Stellungnahme der Veranstalter: „Wir feiern Abendmahl und Eucharistie gemeinsam, im Vertrauen darauf, dass Christus einlädt und dass der Heilige Geist in unseren Feiern am Werk ist.“
Ein zentrales Element der vier Tage werden die Eucharistiefeiern und Abendmahlsgottesdienste am Samstagabend sein. Der katholische Stadtdekan Johannes zu Eltz hat Achim Knecht dazu eingeladen, an diesem Abend bei der Eucharistiefeier im Dom die Predigt zu halten, „worüber ich mich sehr gefreut habe“, so der evangelische Stadtdekan in seinem Bericht vor Synode und Regionalversammlung.

56 Gemeinden in Frankfurt und Offenbach laden im Juni zu Kirchenvorstandswahlen ein, zehn führten eine Online-Wahl durch, 14 setzten allein auf Briefwahl. 28 Gemeinden hätten so viele Kandidierende wie Plätze, 28 eine größere Anzahl als gesuchte Personen. Beeindruckt habe ihn die Bandbreite der Männer und Frauen, die bereit sind, sich in dem ehrenamtlichen Leitungsgremium zu engagieren, äußerte der Stadtdekan.


Neue Verwaltungstrukturen

Zu den Punkten, die Achim Knecht ansprach, zählt die Reorganisation des Evangelischen Regionalverbandes. 2022 soll es nur noch eine*n Fachbereichsleiter*in geben, bislang war eine*r für Beratung, Bildung, Jugend und eine*r für die Diakonie vorgesehen. Zukünftig soll eine aus zwei Personen bestehende Verbandsleitung installiert werden, eine betraut mit der Fachbereichsleitung, die andere mit der Verbandsleitung.
Beabsichtigt ist damit ein einheitliches Auftreten gegenüber den Partnern wie der Landeskirche oder auch den Kommunen. Ändern wird sich zudem etwas auf dem Gebiet der Kindertagessstätten und Tageseinrichtungen für Kinder. Sie gehörten bislang zur Diakonie und sollen zukünftig eigenständig neben den beiden anderen bisherigen Fachgebieten einen eigenen bilden – unter der neuen Verbandsleitung.


Überlegungen von Propst Albrecht zu Corona und anderen Zeiten

Zu Gast bei der Tagung war der Propst für Rhein-Main, Oliver Albrecht, in dessen Verantwortung auch das Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach fällt. In seiner Andacht ging Albrecht von einem Gedankenspiel aus: Was wäre wenn… die Pandemie noch länger, fünf, gar acht Jahre dauere. Das erwarte er nicht, versicherte Albrecht und dennoch sei es interessant, zu überlegen, wohin die Kirche auf einem solchen Hintergrund, aber auch bei einer positiveren Entwicklung in Sachen Corona, steuere. Er sehe voranschreitende Digitalisierung, sagte Albrecht, er sehe aber auch das Thema „Wir müssen wieder Kirche der Armen werden“. Und er sprach von einer „entmutigenden Theologie des ,früher‘“. Die Gegenwart anzunehmen, sich ihr zu stellen, darum gehe es. „So lass uns ,Amen‘ sagen in dieser verrückten Zeit“, schloss Propst Albrecht und erinnerte an die Bedeutung des Wortes „Amen“: „So sei es“.


Autorin

Bettina Behler 155 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach