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Lara und Emre suchen eine Wohnung für ihre Familie

Sie wohnen mit ihren Eltern und insgesamt sechs Geschwistern in einer Dreizimmerwohnung. Weil das eine unerträgliche Wohnsituation ist, haben Lara (9) und Emre (12) die Initiative ergriffen. Sie haben Plakate aufgehängt, Briefe geschrieben und den Kontakt zu Medien gesucht, um eine größere Wohnung zu finden.

Lara und Emre im Gespräch mit EFO-Redakteurin Antje Schrupp. Mit dabei: ein Kamerateam des Hessischen Rundfunks, der über die Suche der Kinder eine Dokumentation für den Kika dreht. | Foto: Felix Volpp
Lara und Emre im Gespräch mit EFO-Redakteurin Antje Schrupp. Mit dabei: ein Kamerateam des Hessischen Rundfunks, der über die Suche der Kinder eine Dokumentation für den Kika dreht. | Foto: Felix Volpp

Lara ist neun und möchte vielleicht Polizistin werden, Emre ist zwölf und ein guter Fußballspieler in seinem Verein, zwei ganz normale Kinder, die Kindersachen machen sollten. Stattdessen bitten sie um ein Interview mit dem EFO-Magazin, denn sie haben ein Problem, für das sie mediale Reichweite suchen: Ihre Familie braucht dringend eine größere Wohnung.

Lara und Emre wohnen nämlich mit ihren Eltern und vier weiteren Geschwistern in einer Dreizimmerwohnung, und das ist einfach zu klein. Wo soll man da in Ruhe Hausaufgaben machen? Aber eine Besserung ist nicht in Sicht, denn ihre Eltern haben nicht viel Geld. Sie können vielleicht so um die 800 Euro für Miete aufbringen im Monat. Das ist meilenweit von dem entfernt, was eine größere Wohnung in Frankfurt kosten würde.

Das Problem ist, dass die gängigen sozialen Hilfsprogramme für ihre Situation nicht greifen. Natürlich steht die Familie seit Jahren auf Wartelisten für sozialen Wohnungsbau. Aber da haben sie kaum Chancen, denn es gibt, so wie der Frankfurter Wohnungsmarkt derzeit aussieht, immer Menschen, die noch dringender eine Wohnung brauchen. Und irgendwie ist es ja verständlich: Erst einmal müssen die Menschen untergebracht werden, die gar keine Wohnung haben.

Aber was ist mit denjenigen, deren Wohnung eindeutig zu klein ist? Sie müssen selber sehen, wo sie bleiben. Lara und Emre haben schon Briefe geschrieben, zum Beispiel an Oberbürgermeister Peter Feldmann. Der habe auch geantwortet, freundlich, und versprochen, ihnen vielleicht zu helfen. Sie haben Plakate geklebt und Flyer in Briefkästen verteilt, darauf gab es bisher aber keine Reaktionen. Sie haben ans Kinderbüro geschrieben und an den Verband Kinderreicher Familien. Und sie haben die Medien aktiviert.

Die Filmemacherin Katrin Wegner dreht für den Hessischen Rundfunkt derzeit einen Dokumentarfilm über Lara, Emre und ihre Geschwister. Seit Monaten schon begleitet sie die Kinder, der Film soll am 22. November in der Reihe „Schau in meine Welt“ im ARD-Kika laufen. Vielleicht, so hofft Wegner, gibt es ja bis dahin ein Happy End? Weil irgend einer der vielen Fäden, die die Kinder ausgelegt haben, dazu geführt hat, dass sich eine Wohnung findet?

Wenn dies also zufällig jemand liest, der eine große Wohnung zu vermieten hat und der Familie von Lara und Emre helfen möchte – wir stellen sehr gerne den Kontakt her!


Autorin

Antje Schrupp 172 Artikel

Dr. Antje Schrupp ist Chefredakteurin von Evangelisches Frankfurt und Offenbach. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com

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