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„Nach Schwarz kommt Bunt!“

Das Stadtjugendpfarramt Frankfurt und Offenbach engagiert sich schon lange gegen Rassismus. Auch nach dem Mord an dem US-Amerikaner George Floyd erklärte sich die evangelische Jugend solidarisch mit der Bewegung „Black Lives Matter“. Wichtig sei vor allem, die Hoffnung nicht zu verlieren.

Stadtjugendpfarrer Christian Schulte engagiert sich zusammen mit vielen anderen Haupt- und Ehrenamtlichen in der Evangelischen Jugend Frankfurt und Offenbach gegen Rassismus.
Stadtjugendpfarrer Christian Schulte engagiert sich zusammen mit vielen anderen Haupt- und Ehrenamtlichen in der Evangelischen Jugend Frankfurt und Offenbach gegen Rassismus.

In Pandemiezeiten läuft alles, ganz klar, ein wenig anders. Cornelia Gutenstein ist Stadtjugendreferentin für das Referat Jugendpolitik und verweilt zurzeit, wie viele andere, im Homeoffice. Aktuell ist sie häufig auf Instagram zu sehen. Das Stadtjugendpfarramt hat dort einen eigenen Kanal. Die aktuelle Andacht, aufgenommen in Conni Gutensteins Garten, wird von über 300 Jugendlichen aus Frankfurt und Offenbach aufgerufen. Das Thema, um das es dabei geht, ist aktuell: Wir können bunt!

Wie bei tausenden anderen, war auch auf dem evangelischen Jugendkanal Anfang Juni als Reaktion auf den Mord an dem US-Amerikaner George Floyd ein „Black Screen“ zu sehen. Denn die evangelische Jugend am Main engagiert sich schon lange gegen Rassismus und Gewalt. Conni Gutenstein spricht in ihrer Garten-Andacht viel davon, dass niemand von uns wegsehen darf. Sie macht eindringlich darauf aufmerksam, dass es über den ganzen Globus verteilt immer wieder dazu kommt, dass die Menschenwürde mit Füßen getreten wird. Doch alle können Zivilcourage zeigen und solidarisch Stellung nehmen, „dem Rad in die Speichen fallen“ wie es der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer beschrieb. Zu Zeiten des NS-Regimes machte sich Bonhoeffer dafür stark, dass sich die Kirche in eine menschenverachtende Politik einzumischen hat. Conni Gutenstein sieht das auch heute noch so. „Wir dürfen die Augen nicht vor der Realität verschließen!“

2013 gab es schon einmal eine Anti-Rassismus-Kampagne in der Jugendarbeit der evangelischen Landeskirchen. Gutenstein erinnert sich an eine provokante Fotografie mit dem Slogan „Lieber nackt als Nazi!“ Eine Gruppe von Jugendlichen aus der Evangelischen Jugend von Westfalen hatte sich darauf ablichten lassen, ohne Kleidung, aber in Regenbogenfarben bunt bemalt.

Die Regenbogenfarben sind zu verstehen als Zeichen der Hoffnung. Denn genau das möchte auch das Stadtjugendpfarramt Frankfurt und Offenbach jetzt tun: Hoffnung stiften. Sicher, „Rassismus ist scheiße“, das kann man so pointiert sagen, wie die christliche Influencerin Stella Berker. Aber: Nach Schwarz kommt Bunt. Hoffnung zu haben, auch auf eine bessere Welt, ist christlich. Und christlich ist ebenfalls, in Kategorien von Vielfalt, Toleranz und Demokratie zu denken.

Stadtjugendpfarrer Christian Schulte findet außerdem, dass Hass hässlich macht. Mit diesem Slogan auf seinem T-Shirt war er auf Instagram zu sehen. Mit „hässlich“, so betont er, sei allerdings nicht das äußere Erscheinungsbild gemeint. Deshalb ist das Wort „Macht“ auch farblich abgesetzt. Kritik an hässliche, von Hass besetzter Macht – darum geht es, auch beim Engagement gegen Rassismus.


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Angela Wolf 55 Artikel

Angela Wolf ist Mitglied der Redaktion von Evangelisches Frankfurt und Offenbach. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychoanalyse in Frankfurt am Main, arbeitet als freie Autorin und ist ehrenamtlich aktiv.

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