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Nahrung für Körper und Seele bieten – und dazu auch noch Bauen

Pfarrer Andreas Klein hat von der Sachsenhäuser Dreikönigsgemeinde auf die andere Mainseite zur Hoffnungsgemeinde gewechselt.

Pfarrer Andreas Klein  I  Foto: Bettina Behler
Pfarrer Andreas Klein I Foto: Bettina Behler

Seine neue Gemeinde liegt am Westhafen. Inmitten des neuen Zuständigkeitsbereichs ist aber auch der Hauptbahnhof zu finden, die Messe, das bunte Gutleutviertel und Teile von Gallus- und Europaviertel, die Bankentürme, das Frankfurter Westend mit seinen Altbauwohnungen und Büroetagen – all das macht die Evangelische Hoffnungsgemeinde aus, in der Pfarrer Andreas Klein, 53, am 1. Februar neben Pfarrerin Jutta Jekel seinen Dienst aufgenommen hat. Offiziell eingeführt in den neuen Dienst wurde der gebürtige Mittelhesse von Prodekanin Ursula Schoen am Sonntag, 3. März 2019, um 11 Uhr, im Rahmen eines Gottesdienstes in der Matthäuskirche.

Den gelb gestrichenen und mit Sandstein abgesetzten Turm des Gotteshauses unweit der Messe kennen viele vom Vorbeifahren auf der vielspurigen Friedrich-Ebert-Anlage. Unzählige Male ist er abgelichtet worden – im Hintergrund die Glas- und Steinfassaden der Wolkenkratzer. Dieses „Markenzeichen“ der Hoffnungsgemeinde wird stehenbleiben, das übrige Areal wird teilweise verkauft. Zentral für die Gemeinde ist aber, dass angedockt an den Turm ein Kirchenstandort entstehen soll, der als Gottesdienst-, aber auch Veranstaltungsstätte dient. Dank flexibler Raumkonzepte sollen sich hier sowohl 20 Leute genauso wie 300 wohl fühlen.

Das Thema Bauen wird den Theologen, der in Wuppertal, Tübingen und Erlangen studiert hat und 20 Jahre Gemeindepfarrer in Mühltal bei Darmstadt war, in den nächsten Jahren begleiten. Es scheint ihn zu locken. Zumindest der Aspekt des Gestaltens spricht den Vater von drei erwachsenen Söhnen – seine Frau Johanna arbeitet als Familienberaterin bei der Caritas in Frankfurt – an. „Was für eine Chance, eine Kirche neu zu bauen und die Fragen aufzuwerfen, wie die Hoffnungsgemeinde als Gastgeberin in dieser neuen Kirche mit ihren Kräften und Gaben wirksam wird“, findet Klein.

„Nahrung für Körper und Seele“ wolle die Gemeinde bieten. Begeistert erzählt er von einer Kirche im Herzen Londons, dort werden um die Mittagszeit Getränke und Sandwiches angeboten, Klein betont „leckere“, zudem eine halbstündige Taizéandacht. Ähnliches könnte er sich vorstellen, hier zu etablieren. Passanten, die zur Messe eilen, Berufstätigen aus der Nachbarschaft soll der neue Ort als gastfrei auffallen – ohne Barrieren räumlicher oder geistiger Art. Andreas Klein findet die Dialoge zwischen Wirtschaftsvertretern, gesellschaftlichen Akteuren und kirchlich Engagierten im Rahmen von „Matthäus macht Programm“ spannend. Genauso wie die Kaffeestube im Gutleut soll die neue Matthäuskirche ein Ort der Begegnung sein. Andreas Klein mag den Gedanken aus der Mönchsbewegung, dass „im Gast Christus kommt“!

Der Theologe, der nach 20 Jahren im Odenwald zuletzt jeweils mit halber Stelle in der Evangelischen Dreikönigsgemeinde in Sachsenhausen und als Studienleiter für Gemeindeberatung beim Institut IPOS der Landeskirche tätig war, freut sich, wieder ganz Gemeindepfarrer zu sein. Predigend, im Konfirmandenunterricht, bei Seniorennachmittagen und vielem mehr werden die Menschen ihn kennenlernen – und nicht selten musizierend. „Ich kann es nicht lassen“, sagt Klein, der auch im Gottesdienst schon mal zur Gitarre greift und in Sachsenhausen das eine oder andere Gospelprojekt umsetzte. „Im Hebräischen wird für Seele und Kehle dasselbe Wort verwandt“, erläutert der Pfarrer sichtlich angetan von der Parallele.

Dass er mit Kinderchorleiterin Gabriele Hierdeis und den Kantoren Gerald Ssebudde und Jürgen Banholzer auf passionierte Kirchenmusiker trifft, hat sicher mit dazu beigetragen, dass Klein sich beworben hat. Jutta Jekel, die er von einer Seelsorgeausbildung her kennt, hat ihn angesprochen. Zurückblickend sagt Klein, „ich war sehr gern Pfarrer in Sachsenhausen“. Der Abschied vom Pfarrkollegium und der Kirchenmusik dort fiel ihm durchaus nicht leicht. Ganz abhanden wird er dem Stadtteil nicht kommen. Fürs Erste pendelt er von der Wohnung in Dribbdebach über den Main nach Hibbdebach zur Arbeit.


Autorin

Bettina Behler 55 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach

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