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Rat der Religionen zum Anschlag in Halle: "Sich nicht einschüchtern lassen"

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Nach dem rechtsextremistischen Mordanschlag auf eine Synagoge in Halle hat der Frankfurter Rat der Religionen dazu aufgefordert, sich nicht einschüchtern zu lassen. Deutschland müsse eine Gesellschaft bleiben, in der sich alle Menschen öffentlich zu ihrem Glauben bekennen können.

Foto: Josh Applegate / Unsplash
Foto: Josh Applegate / Unsplash

Nach dem Mordanschlag mit antisemitischem Hintergrund auf eine Synagoge in Halle hat der Frankfurter Rat der Religionen zu "Solidarität und Verbundenheit gegen rechtsextreme Bedrohung" aufgerufen. "Erschüttert über die Eskalation der Gewalt in Halle ist der Rat der Religionen in Gedanken bei den Opfern des feigen Attentats und bei ihren Angehörigen, bei denjenigen, die den Angriff in der Synagoge unverletzt überlebt haben, und bei den Polizistinnen und Polizisten, die sich nun darum bemühen, die Tat aufzuklären" heißt es in einer Erklärung, die heute morgen veröffentlicht wurde.

Es gehöre zu den Grundwerten der deutschen Gesellschaft, dass Menschen ihren Glauben und ihre Überzeugungen offen und frei bezeugen können. "In diesen Zeiten, in denen antisemitische, rassistische und rechtsextreme Gewalttaten zunehmen und Menschen verletzt und ermordet werden, sind wir alle gefordert, uns für Einheit, Gerechtigkeit und gegen die Spaltung unserer Gesellschaft einzusetzen" schreibt der Rat, in dem Vertreterinnen und Vertreter vieler in Frankfurt ansässiger Religions- und Glaubensgemeinschaften seit vielen Jahren zusammenarbeiten, darunter auch die christlichen Kirchen.

Weiter heißt es in der Stellungnahme: "Wir sind denjenigen dankbar, die ihre Leben riskieren, um unsere Gesellschaft zu schützen, denjenigen dankbar, die sich nicht einschüchtern lassen und sich trotz Drohungen zu ihren Überzeugungen und ihrem Glauben öffentlich bekennen, und denjenigen dankbar, die sich trotz begrenzter Handlungsmöglichkeiten an die Seite derjenigen stellen, die bedroht werden. Wir brauchen mehr Gespräche und Verständnis füreinander und mehr konkrete Solidarität."

Darüber hinaus fordert der Rat verbesserte Schutzmaßnahmen für Einrichtungen von Religionsgemeinden und anderen bedrohten Organisationen sowie eine entschiedene Aufklärung rechtsextremer Strukturen, die auch in Frankfurt und Hessen vorhanden seien. "Die Würde des Menschen ist nur dann unantastbar, wenn sein Leben und seine Freiheit bedingungslos geschützt werden."


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