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Schneller Puls beim Abendmahl: Liturgien wissenschaftlich erforscht

Wie reagieren Menschen im Gottesdienst auf das, was in der Liturgie geschieht? Sven Boenneke vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik will das wissenschaftlich untersuchen.

Foto: Colourbox
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In nächster Zeit werden Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut losziehen und Gottesdienstbesucherinnen und -besucher in katholischen Kirchen mit transportablen Messgeräten verkabeln. Sie wollen untersuchen, welche Effekte für Körper und Gehirn das persönliche Erleben und Empfinden einer besuchten Messe hat. Atmung, Puls und Wellenmuster im Gehirn sollen aufzeigen, wie das Geschehen an unterschiedlichen Punkten der Liturgie wahrgenommen wird: Was geschieht mit Leib und Seele, wenn Menschen Gottesdienst feiern? Was lässt sich empirisch nachweisen?

Verantwortlich für das Projekt ist Sven Boenneke. Der Wissenschaftler betreibt Grundlagenforschung auf einem neuen Gebiet der Wirkungsästhetik. Er ist sicher, dass Menschen unterschiedlich auf das Beten, das gemeinsame Singen, Momente von Ruhe und Stille der Liturgie reagieren. Was aber bedeutet das für ein individuell empfundenes Gemeinschaftsgefühl? Ist dieses Gefühl größer, wenn Besucherinnen und Besucher nahe beieinandersitzen? Wenn der Liedtext allen gleichermaßen bekannt ist? Ein Ergebnis der Forschungen könnte sein, mehr über die Bedingungen zu erfahren, unter denen Liturgien Menschen bewegen.

Noch nie ist Gottesdienst auf diese Weise erforscht worden. Dass sich das Projekt auf katholische Messen beschränkt, liegt daran, dass evangelische Gottesdienste zu unterschiedlich sind, um aus solchen Messergebnissen Schlüsse ziehen zu können. Katholische Gottesdienste mit ihren relativ stabilen Formen eignen sich viel besser. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass konfessionell oder kulturell unterschiedliche Gottesdienstformen zu einem späteren Zeitpunkt in die Forschungen eingeschlossen werden.

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Autorin

Angela Wolf 47 Artikel

Angela Wolf ist Mitglied der Redaktion von Evangelisches Frankfurt und Offenbach. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychoanalyse in Frankfurt am Main, arbeitet als freie Autorin und ist ehrenamtlich aktiv.

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