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Weihnachten in Corona-Zeiten und der Haushalt 2021

Sowohl via Zoom als auch im Großen Saal des Dominikanerklosters nahmen die Delegierten an der Stadtsynode von Frankfurt und Offenbach teil.

Das evangelische Kirchenparlament tagt in besonderen Zeiten I Foto: Rolf Oeser
Das evangelische Kirchenparlament tagt in besonderen Zeiten I Foto: Rolf Oeser

Während 27 Delegierte gestern Abend wie gewohnt im Großen Saal des Dominikanerklosters die Sitzung der Evangelischen Regionalversammlung und Synode Frankfurt-Offenbach verfolgten, nahmen 110 Personen via Zoom vom heimischen Wohn- oder Arbeitszimmer aus daran teil. Digital und in Präsenzform wurde über Themen wie den Ökumenischen Kirchentag 2021 und die Planungen für das Weihnachtsfest unter Corona-Bedingungen gesprochen und diskutiert.

Mittels Handkarten und VOXR AuthVote wurde der Haushalt 2021 von Evangelischem Regionalverband und Stadtdekanat beschlossen. Mit großer Mehrheit stimmten die Kirchenparlamentarier*innen dem Regionalverbands-Haushalt, der im kommenden Jahr 233.462.825 Euro beinhaltet, zu. Auch der Haushalt des Stadtdekanats, der bei rund 11,1 Millionen Euro liegt, erhielt ein umfassend positives Votum.

Im Budget des Verbandes machen die für Kindertagesstätten und Krabbelstuben zur Verfügung gestellten Gelder mit rund 127,5 Millionen den größten Posten aus, gefolgt von den Ausgaben für den Fachbereich I – Beratung, Bildung, Jugend und den Fachbereich II: Diakonisches Werk für Frankfurt und Offenbach, beide sollen 2021 zusammen gut 59 Millionen Euro erhalten.

Bei dem Haushalt des Stadtdekanats schlagen die Ausgaben für die Kirchenmusik mit rund 40 Prozent zu Buche, gefolgt von der Seelsorge, die rund 20 Prozent der Mittel im Jahr 2021 erhalten soll. Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Klaus Sauer, verdeutlichte in seinem Beitrag, dass im Haushalt 2022 die auf Grund zurückgehender Mitgliederzahlen und der Corona-Maßnahmen verringerten Steuereinnahmen ihre Spuren hinterlassen werden. Über die Prioritäten werde bereits diskutiert, versicherte der Evangelische Stadtdekan für Frankfurt und Offenbach, Achim Knecht.

Dass ganz kurzfristig Mittel wegen besonderer Aufwendungen zu Weihnachten an die Gemeinden fließen, teilte er den Delegierten auch mit. Die Gemeinden bekommen dieser Tage 50 Cent pro Gemeindemitglied überwiesen. Viele wollen Open Air Gottesdienste feiern, Knecht wies darauf hin, dass Prodekan Holger Kamlah gestern den Gemeinden ein mit den städtischen Behörden abgestimmtes Schutzkonzept dafür zugeschickt hat.

Unter welchen Bedingungen im kommenden Jahr ein Ökumenischer Kirchentag in Frankfurt stattfinden könne, sei ungewiss. Achim Knecht verwies darauf, dass die städtischen Behörden große Bedenken hinsichtlich einer Präsenzveranstaltung im Mai 2021 signalisiert haben. Aktuell gehe es wenn in eine weitgehend digitale Richtung – die Meinungen darüber seien geteilt, so der evangelische Stadtdekan. Das zeigte auch die Diskussion in der Regionalversammlung und Synode. Befürworter einer Absage äußerten sich im Chat, aber auch in der Debatte. Solch eine Großveranstaltung sei in Zeiten der Corona-Pandemie nicht machbar, andere sagten gerade jetzt könne ein Kirchentag eine Plattform für die erforderlichen gesellschaftlichen Debatten sein.

Versammlungsleiterin Irmela von Schenck würdigte im Rahmen der Sitzung einen Delegierten besonders, Harry Hoppe. Der Fechenheimer, der sich lange in der Suchtkrankenhilfe engagiert hat – die Kirche zeichnete ihn für seinen Einsatz mit der Spenermedaille aus, die Stadt Frankfurt verlieh ihm die Bürgermedaille – beging gestern seinen 90. Geburtstag im Kreise der Delegierten, mit denen er seit langem vertraut ist.

Geehrt wurde seitens von Schenck und des Stadtdekans auch Jürgen Mattis, der lange Jahre als Stadtjugendpfarrer und zuletzt als Leiter des Fachbereichs I – Beratung, Bildung, Jugend für die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach wirkte. Er geht diesen Monat in den Ruhestand. „Mit Herz und Seele“ habe er gewirkt und „auf jede Frage eine Antwort gewusst“, sagte von Schenck. Stadtdekan Achim Knecht äußerte in seiner Rede:„Insgesamt 28 Jahre lang hat Jürgen Mattis maßgeblich zur Entwicklung einer Großstadtkirche in der multikulturellen Stadtgesellschaft“ beigetragen.

Zum Abschluss lobte von Schenck den technisch reibungslosen Verlauf der Sitzung. Und nicht nur das: Auch der Austausch sei bei dieser Form sehr angeregt gewesen..


Autorin

Bettina Behler 155 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach