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50 Jahre Frankfurter Haus auf Spiekeroog

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Das Frankfurter Haus auf Spiekeroog feiert Jubiläum. Es gibt dort auch eine Ferienwohnung für Mitarbeiter:innen zu mieten.

Das Frankfurter Haus auf Spiekeroog / Foto: Fachbereich I
Das Frankfurter Haus auf Spiekeroog / Foto: Fachbereich I

„Man kommt an und man fühlt sich zu Hause“, erzählt Britta Steinmetz. Mit 15 Jahren hat sie zum ersten Mal mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Urlaub im Frankfurter Haus auf Spiekeroog gemacht. Heute ist die 38-Jährige selbst Leiterin von Familienfreizeiten. Damals war die Fahrt als Erholung für Großstädter:innen angelegt, die den Menschen aus Frankfurt eine Auszeit im wohltuenden Reizklima der Nordseeinsel und etwas „Sommerfrische“ ermöglichen sollte. Genau für diesen Zweck war das Haus 1971, vor 50 Jahren, vom Evangelischen Regionalverband (damals noch „Gemeindeverband“) angekauft worden. Über eine Anzeige in der FAZ war Ernst Schäfer, der Pfarrer der Epiphaniasgemeinde und Vorsitzender des Gemeindeverbandes, darauf aufmerksam geworden.

„Doppelstockbetten aus Metall, ein enges Treppenhaus – der Standard war der einer sehr einfachen Jugendherberge“, erinnert sich Eugen Eckert, heute Stadionpfarrer in Frankfurt. 1974 hat er als junger Theologie-Student das Frankfurter Haus für eine Saison geleitet. In dieser Zeit kamen vor allem Pfarrer:innen mit Gemeindegruppen und Familien mit vielen Kindern.

Während dieses Aufenthaltes ist Eugen Eckert „der Insel verfallen“: Von 1988 bis 1999 begleitete er als Gemeindepfarrer Freizeiten dorthin, seit 1996 bietet er im Herbst eine Chor-Fortbildung für 50 haupt- und nebenamtliche Kirchenmusiker:innen im Frankfurter Haus an. Zum Abschluss gibt es in jedem Jahr ein großes Konzert mit neuen geistlichen Liedern in der Neuen Inselkirche, zu dem auch die Spiekerooger kommen. Diese Anbindung des Hauses an die Inselgemeinschaft spielt von Anfang an und auch heute noch eine große Rolle. „Das Haus liegt ja zentral im Ort, sozusagen auf der Zeil von Spiekeroog“, erzählt Britta Steinmetz. „Man geht raus, und man ist mittendrin“. Mit einigen Teilnehmenden der Oster-Freizeit hat Britta Steinmetz auch schon am Osterlauf der Insel teilgenommen.

Auf den Familienfreizeiten stehen die gemeinsame Zeit mit Spielen und Ausflügen im Mittelpunkt. / Foto: Fachbereich I
Auf den Familienfreizeiten stehen die gemeinsame Zeit mit Spielen und Ausflügen im Mittelpunkt. / Foto: Fachbereich I

Boßeln - ein Spiel für Klein und Groß

Dieses typisch ostfriesische Spiel versüßt jeden Weg! Jeder bekommt eine Kugel (z.B. Boccia) und es wird eine Strecke festgelegt (z.B. von hier bis zu nächsten Weggabelung). Ziel ist es, mit möglichst wenigen Würfen am Ziel anzukommen.

Das Team des Frankfurter Hauses / Foto: Fachbereich I
Das Team des Frankfurter Hauses / Foto: Fachbereich I

In den letzten 50 Jahren hat sich die Ausstattung des Frankfurter Hauses durch mehrere Umbaumaßnahmen sehr verändert. Von einer „sehr einfachen Jugendherberge“ ist es heute weit entfernt: Die Zimmer sind modern und gemütlich eingerichtet, mit eigenem Bad, und es gibt einen Aufzug. Im gerade renovierten Speisesaal werden täglich frische Speisen aufgetischt und die „Ostfriesenlounge“, das große Wohnzimmer der Gäste, lädt zu gemütlichen Stunden ein. Bei der Weiterentwicklung des Hauses spielten die jeweiligen Hausleiter eine tragende Rolle – sie sind die gute Seele des Hauses. Den Rekord als Hausleiter hält das Ehepaar Schmidt: Von 1984 bis 2011 verbrachten die Rüsselsheimer jede Saison auf der Insel und manche Gäste blieben ihnen über all die Jahre treu. Britta Steinmetz kann das gut verstehen: „Es heißt ja auch: ‚Wer einmal hinfährt, bleibt auch dabei‘“. Dass dem so ist, liegt an vielen Faktoren: der besonderen Insellandschaft, dem gesunden Klima - aber vor allem auch an der Wohlfühlatmosphäre im Frankfurter Haus. Für diese ist aktuell die Hausleiterin Ernestine Schulz mit ihren Mitarbeitenden zuständig. „Es ist so, als ob mich das Haus adoptiert hat oder ich das Haus“, beschreibt sie die besondere Verbindung. Auch wenn es stressig wird, tut sie mit ihrem Team alles, um den Gästen eine gute Zeit zu schenken. „Wir helfen uns gegenseitig und halten uns den Rücken frei, auch in schwierigen persönlichen Situationen“, sagt Sylke Patzig, Hauswirtschaftsleiterin, über die angenehme Atmosphäre im Team.

Und wie schön - Mitarbeiter:innen können auch als Individualgast eine Ferienwohnung im Frankfurter Haus anmieten:

Mitarbeiter:innen-Fereienwohnung im Frankfurter Haus. / Foto: Fachbereich I
Mitarbeiter:innen-Fereienwohnung im Frankfurter Haus. / Foto: Fachbereich I

Ferienwohnung für Mitarbeiter:innen

Exklusiv für die Mitarbeitenden des ERV gibt es im Frankfurter Haus eine modern ausgestattete Ferienwohnung für bis zu 6 Personen. Weitere Infos und Buchung über Ernestine Schulz: frankfurterhaus@spiekeroogkom.net


Die gute Küche

Viele Gäste nennen die gute Küche als das Highlight des Frankfurter Hauses. Koch Detlef Hahn mag es, sich um das leibliche Wohl der Gäste zu kümmern. „Hoffentlich reicht die Suppe“ – dieser Gedanke begleitet ihn tagtäglich beim Mittagessen der Gäste. Ein typisches Rezept aus dem Frankfurter Haus hat er uns zur Verfügung gestellt:

Rezept: Leckeres Lachs“bonbon“

Zutaten: 4 Stück Lachsfilet (à 140 g), 400 g Zucchini, 600g Kartoffeln, 400g Karotten, 1 Brokkoli, Thymianzweige, Salz, Pfeffer, Zitronenöl, Pergamentpapier und Alufolie

Je 4 Blätter Alufolie und Pergamentpapier à ca. 20x30cm vorbereiten. Pergament auf die Alufolie legen, in der Mitte mit etwas Zitronenöl einstreichen. Den Brokkoli kurz vorgaren, Kartoffel- und Karottenscheiben ca. 8 Min. in Salzwasser bissfest vorgaren.

Dann zuerst die längliche Zucchinischeibe, dann ca. 4 Scheiben Kartoffeln und Karotten, das Lachsfilet und den Brokkoli aufeinander schichten. Mit Pfeffer, Salz, Thymianzweig und Zitronenöl würzen. Die beiden Längsenden von Papier und Folie über der Lachsmitte zu einem Bonbon zusammendrehen. Auf einem Backblech im Backofen bei 160° mind. 16 min garen.

Das "Lachsbonbon" aus dem Frankfurter Haus auf Spiekeroog. / Foto: Fachbereich I
Das "Lachsbonbon" aus dem Frankfurter Haus auf Spiekeroog. / Foto: Fachbereich I

Aus dem Kirchlichen Werk für Freizeit und Erholung hat sich „evangelisch reisen“ entwickelt – 2011 erschien der erste Katalog mit dem neuen Logo. Zum Programm gehören weiterhin Gruppenreisen für Familien und Senioren, aber auch Bildungsurlaube. Durch den Neubau des Holthuuses im Garten des Frankfurter Hauses steht den Gruppen ein vielseitiger, heller Raum zur Verfügung, der sogar einen Architektur-Preis gewonnen hat. Dadurch öffnet sich das Frankfurter Haus auch neuen Zielgruppen und weniger kirchennahen Gästen. Seinen Geist hat es sich stets bewahrt: „Das Frankfurter Haus ist bewusst kein Hotel, aber auch kein klassisches Tagungshaus“, sagt Jan Gross, Leiter des Frankfurter Hauses im Regionalverband. „Die familiäre Atmosphäre, der persönliche Empfang ist das Herz des Hauses – so war es 1971 angedacht und so soll es auch bleiben.“


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