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Mehr Gehalt - Neue Entgelttabelle mit sozialer Verantwortung

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Zwei Prozent mehr Gehalt ab April 2022 für 19 000 Kirchen-Mitarbeitende – Arbeitsplatzsicherung im Blick

Foto: colourbox
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Die Arbeitsrechtliche Kommission der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat eine Entgelterhöhung für die Angestellten in Höhe von zwei Prozent ab dem 1. April 2022 für zehn Monate Laufzeit beschlossen, wie die EKHN am Dienstag (7. September) mitteilte. In Anbetracht der angespannten finanziellen Situation durch den prognostizierten Rückgang der Kirchenmitgliederzahl und die Auswirkungen der Pandemie stand nach Angaben der Kommission die Sicherung der Arbeitsplätze bei den Verhandlungen erneut im Vordergrund.

Des Weiteren lag der Kommission die verbesserte finanzielle Absicherung im Krankheitsfall für die Mitarbeitenden sehr am Herzen. Gerade die Pandemie beweise, welch ein hohes Gut die Gesundheit sei und wie schnell es zu nicht selbst verursachten Langzeiterkrankungen kommen könne. Außerdem wurde ein Beitrag zur Altersversorgung geleistet, indem auch diesmal die Eigenbeteiligung der Arbeitnehmer*innen bei der kirchlichen Zusatzversorgung ausgesetzt wurde.

Die in der Arbeitsrechtlichen Kommission vertretenen Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen hätten zudem „mit diesem sozial verantwortlichen Abschluss erneut unter Beweis gestellt, dass der Dritte Weg nicht nur funktioniert, sondern auch für alle Beteiligten zum Vorteil gereicht, indem sich die EKHN als sozial verantwortlicher Arbeitgeber zeigt und die Angestellten im kommenden Jahr mehr Sicherheit und mehr Geld im Portemonnaie haben werden“.

Die neuen Regelungen gelten für 19 000 Mitarbeitende. Die EKHN beschäftigt unter anderem im Angestelltenverhältnis annähernd 6000 Erzieherinnen und Erzieher, rund 1300 Mitarbeitende in Sekretariaten sowie fast 600 Frauen und Männer in Krankenpflegeberufen. Für die aktuell rund 1600 Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Kirchenbeamtinnen und -beamte in der EKHN gelten gesonderte Regelungen in Anlehnung an die Besoldung von Beamtinnen und Beamte im Bund.

Hintergrund: Kirchliches Arbeitsrecht

Die Arbeitsrechtliche Kommission (AK) regelt selbstständig Fragen der Entgelte für die Angestellten in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). In ihr sind Arbeitgeber der EKHN sowie Arbeitnehmer des Verbandes Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (VKM) jeweils mit fünf Personen paritätisch vertreten. Aufgrund des vom Grundgesetz garantierten Selbstbestimmungsrechts der Kirchen ordnen diese ihre Angelegenheiten im Rahmen der für alle geltenden Gesetze selbst. Der Dritte Weg unterscheidet sich vom Ersten Weg (einseitige Arbeitgeberbedingungen) und vom Zweiten Weg (Tarifverträge nach staatlichem Recht) dadurch, dass Kirche und Diakonie nicht von einem Interessengegensatz zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite ausgehen, sondern von dem christlich geprägten Gedanken einer Dienstgemeinschaft aller Beschäftigten.

Hinweis:
Bei Detail-Fragen zu den abgeschlossenen Verhandlungen wenden Sie sich gerne an Arbeitsrechtliche-Kommission@ekhn.de

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage der Arbeitsrechtlichen Kommission arbeitsrechtliche-kommission.ekhn.de


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