Aktuelles intern

Neue digitale Präsenz bei der Familienbildung

Zum Facebook-Account kommen bei der Evangelischen Familienbildung ab sofort noch ein Newsletter, ein neuer Webauftritt sowie ein Instagramprofil dazu, um mit der Zielgruppe in Kontakt zu sein.

Im Familienzentrum am Bügel drehen Maria Hennig und Panagiota Michalaki ein Bastel-Tutorial für den Instagram-Kanal.  |  Foto: Rolf Oeser
Im Familienzentrum am Bügel drehen Maria Hennig und Panagiota Michalaki ein Bastel-Tutorial für den Instagram-Kanal. | Foto: Rolf Oeser

Homeoffice, Homeschooling und kaum mehr Freizeitaktivitäten. Der erste Lockdown im vergangenen Jahr stellte viele Familien vor enorme Belastungsproben. Ausgerechnet in einer Situation, in der das Konfliktniveau in die Höhe stieg und Unterstützung mehr denn ja vonnöten war, fielen auch die Angebote der Evangelischen Familienbildung Frankfurt und Offenbach weg. Boten die Einrichtungen anfangs telefonisch Beistand an, haben sie mittlerweile Online einiges auf den Weg gebracht.

So wurden einige bestehende Formate wie „Wenn die Fetzen fliegen“ für das Netz zugeschnitten. Neue Formate wie „Entspannt mit der Familie durch die Coronazeit“ oder „Mein Kind leidet unter dem Lockdown. Was hilft?“ nehmen gezielt die coronabedingten Herausforderungen ins Visier. Wenn Stefanie Simmet, die Koordinatorin für Familienbildung in der Familienbildungsstätte Darmstädter Landstraße auf den digitalen Vorstoß blickt, fällt ihre Bilanz positiv aus.

„Die Workshops, Kurse und Fragestunden laufen besser als gedacht, die Nachfrage ist groß.“ Dass es zum Teil Wartelisten gibt, schreibt sie nicht zuletzt der Ortsungebundenheit zu. Zum einen stoßen die Tipps für konstruktive Streitgespräche, die Ratschläge zur Bewältigung von Alltagsstress und zur Stärkung der Resilienz von Kindern oder die praktischen Übungen für ein entspanntes Miteinander in heiklen Lagen bundesweit auf Interesse. Der ins Netz verlagerte Yogakurs einer Kollegin im Kinder- und Familienzentrum Griesheim werde sogar von einer Holländerin besucht.

Zum anderen wissen auch Frankfurter*innen und Offenbacher*innen die Vorteile der Online-Angebote zu schätzen. Menschen, die einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich haben, raffen sich Stefanie Simmets Beobachtung nach abends oft nicht mehr zum Besuch eines Präsenzkurses auf. An den heimischen Computer setzten sie sich dagegen schon. Überdies müssten sie keine Kinderbetreuung organisieren. Dass digitale Formate künftig beibehalten und die analogen ergänzen werden, liegt für die Pädagogin auf der Hand – ausgenommen bei Angeboten mit Kindern. Hier seien persönliche Begegnungen ein wichtiges Element.

Insgesamt habe der durch Corona angestoßene Digitalisierungsschub dafür gesorgt, dass den meisten Leuten der Umgang mit Zoom, Youtube und ähnlichen Formaten inzwischen vertraut ist und sie technisch entsprechend ausgestattet sind. Diesen Prozess durchliefen auch die Einrichtungen der Familienbildung. Zur Freude von Stefanie Simmet beschränkten sich digitale Schulung und Aufrüstung nicht auf die bloße Erweiterung des Handwerkzeugs. „Die gemeinsame Erfahrung hat das Team sehr motiviert und einen guten Schritt nach vorne gebracht.“ Bis auf einen Facebook-Kanal sei man vor Corona im Netz nicht präsent gewesen.

In dieser Hinsicht hat sich in den zurückliegenden Monaten viel verändert. Die Referentin für Online-Marketing Claudine Kuschel hat Mitarbeiterinnen der Familienbildung bei der Neugestaltung des Newsletters begleitet. „Die Kolleg*innen haben in den letzten Monaten viel Zeit in die Erstellung und Neugestaltung attraktiver digitaler Angebote gesteckt! Mit Corona war ihnen klar, dass man die Familien jetzt online erreichen muss.“ Gemeinsam ist das Team derzeit auch dabei, die Website als Aushängeschild der Einrichtung benutzerfreundlicher und attraktiver zu gestalten. Auch im Bereich Social Media hat sich einiges getan. Das eigens gegründete Instagram-Team um Maria Hennig (Fachkoordination Evangelisches Familienzentrum Am Weißen Stein) hat technisch richtig aufgerüstet und dreht nun unter anderem regelmäßig Videos mit Bastel- und Beschäftigungstipps für Kinder, so Kuschel. Im Vorfeld des Muttertags wurde zum Beispiel gezeigt, wie sich eine Milchtüte in eine hübsche Pflanzschale verwandeln lässt.

Die Instagram-Beiträge richten sich aber letztlich an viele Altersklassen, stellt Maria Hennig heraus. „Es ist ein buntes und tolles Angebot für Eltern und Kinder und wird von vier- bis achttausend Menschen gesehen.“ Durch die digitale Präsenz erreiche die Familienbildung so viele neue Leute. An der durch Corona beschleunigten digitalen Öffnung führte für Claudine Kuschel ohnehin kein Weg mehr vorbei. Die neue Elterngeneration gehöre schließlich schon weitgehend den sogenannten „Digital Natives“ an.


Autorin

Doris Stickler 59 Artikel

Doris Stickler ist freie Journalistin in Frankfurt.