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Am Limit – Das neue Service-Proletariat

Unter dem Titel „Am Limit“ geht es in dem ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Arbeit am Montag, 30. April 2018, 16 Uhr in der evangelischen Alten Nikolaikirche am Römerberg, Innenstadt, um „das neue Service-Proletariat“. Halten werden den Gottesdienst die evangelische Prodekanin Ursula Schoen und der katholische Dekan Rolf Glaser, Ständiger Vertreter des katholischen Stadtdekans. Für die Musik sorgen Peter Reulein, Kirchenmusiker an der katholischen Liebfrauenkirche und sein Team.

Viele Jahre lang galt Deutschland als Dienstleistungswüste. Doch derweil krempelt die neue „Dienstleistungsökonomie“ unseren Alltag kräftig um. In der Stadt begegnen uns nicht mehr nur schnittige Fahrradkuriere, die eilige Akten hin- und hertransportieren. Auf Rädern eilen Fahrerinnen und Fahrer durch die City, die einen bunten Würfel auf dem Rücken geschnallt tragen. Pizza und Pasta werden darin in Windeseile an den Mann und die Frau gebracht. Und nicht nur das: Im Jahr 2016 wurden sage und schreibe 2,6 Milliarden Pakete an deutschen Haustüren ausgeliefert. Das im Internet bestellte Buch oder die CD landet zu Hause, ohne dass ein Fuß vor die Tür gesetzt werden muss. „Die Rückkehr der Diener“ –  überschreibt der Autor Christoph Bartmann diese Entwicklung. Die vielen neuen Dienerinnen und Diener machen das Leben bequemer. Die pflegebedürftige Mutter wird von einer polnischen Pflegerin versorgt. Sie entlastet die pflegende Tochter. Doch was ist der Preis dafür? Die meisten derneuen Dienstleisterinnen und Dienstleister arbeiten im Niedriglohnsegment oder in Teilzeitarbeit. Manche leben trotz voller Beschäftigung unter prekären Bedingungen. Der ungeregelte Dienstleistungsmarkt führt zu Scheinselbständigkeit und Schwarzarbeit. Andauernder Stress, lange Arbeitszeiten, wenig Freizeit und niedrige Entlohnung kommen zusammen: Die These vom neuen Proletariat im Dienstleistungssektor ist nicht an den Haaren herbeigezogen.

Wir haben uns an die „dienstbaren Geister“ gewöhnt. Da sie selten protestieren und oft unsichtbar bleiben, wird ihre Not wenig offensichtlich. Wer macht sich stark für sie? Lässt sich der Dienstleistungsmarkt so verändern, dass aus schlechter Arbeit gute werden kann? In diesem Gottesdienst rückt die Arbeits- und Lebenssituation der neuen Dienstleisterinnen und Dienstleister in den Mittelpunkt.

Veranstalter des Gottesdienstes sind: Fachstelle für katholische Stadtkirchenarbeit, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Rhein-Main, Katholische Betriebsseelsorge Frankfurt-Höchst, Pfarrstelle für gesellschaftliche Verantwortung beim evangelischen Stadtdekanat Frankfurt.