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Integration von Flüchtlingen

Im Sommer 2015 hat das überwältigende bürgerschaftliche Engagement für Menschen auf der Flucht Medien und Politik überrascht. 2019 ist die Hilfsbereitschaft in Frankfurt und Offenbach weiterhin groß, die anfängliche Euphorie jedoch verflogen. In Ehrenamtsprojekten für geflüchtete Menschen, wie dem Mentorenprogramm SOCIUS der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach, werden Freiwillige weiter gesucht. Im Mai 2019 startet ein neuer Ausbildungskurs des Programmes. Die Ausbildung und die ehrenamtliche Tätigkeit werden am Montag, 21. Januar 2019, von Vertreterinnen und Vertretern des zuständigen Fachbereichs I: Beratung, Bildung, Jugend vorgestellt.

Konnten 2015 und 2016 Einrichtungen und Projekte für geflüchtete Menschen der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach nicht alle Menschen engagieren, die sich freiwillig meldeten - so erging es auch bei SOCIUS - müssen Ehrenamtliche heute gezielt gesucht werden. Mit einer immer rauer werdenden öffentlichen Debatte um Migration und Flucht geht nicht automatisch ein sinkendes Engagement einher. „Im Rahmen des Mentorenprogrammes SOCIUS engagieren sich heute Menschen, die gerade wegen der negativen Stimmung einen glaubwürdigen positiven Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten wollen“, so Jürgen Mattis, Leiter des Fachbereiches I Beratung, Bildung, Jugend des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt und Offenbach.

Gleichzeitig erleben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts, dass im Zuge abnehmender Zuwanderungszahlen viele Ehrenamtliche sich stärker auf andere Engagementbereiche konzentrieren. Dabei werden Freiwillige in der Arbeit mit Flüchtlingen nach wie vor benötigt. Lediglich die Themen der Flüchtlingshilfe haben sich verändert und sind komplexer geworden. Ging es 2015 und 2016 noch verstärkt darum, eine erste Nothilfe zu leisten, müssen zugewanderte Menschen nun vor allem dabei unterstützt werden, sich langfristig eine eigene Lebensperspektive in Deutschland aufbauen zu können. Genau hier setzt das Mentorenprogramm SOCIUS an. Das Spektrum der Hilfe der Mentorinnen und Mentoren ist dabei individuell auf die Bedürfnisse der Mentees abgestimmt und reicht von der Begleitung bei Behördengängen über gemeinsame Freizeitaktivitäten bis zur Suche nach einem Ausbildungsplatz. Auf diese anspruchsvolle Tätigkeit werden die Ehrenamtlichen durch ein Ausbildungsprogramm intensiv vorbereitet. In mehreren Abend-, Tages- und Wochenendseminaren werden die Mentorinnen und Mentoren im Bereich der interkulturellen Kommunikation geschult, aber auch die rechtliche, soziale und psychische Situation von Migranten und Flüchtlingen in Deutschland stehen auf dem Themenplan.

Im Rahmen des Programmes SOCIUS bildet der Evangelische Regionalverband Frankfurt und Offenbach seit 2012 ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren aus, die geflüchtete Menschen im Alltag begleiten und so bei der aktiven Integration in die Gesellschaft unterstützen. Seitdem wurden bereits sechs Jahrgänge mit etwa 200 Mentorinnen und Mentoren ausgebildet. Circa 100 Mentorinnen und Mentoren sind derzeit in Tandems aktiv, zum Teil seit 2012. Alle Mentees sind bereits Klientinnen und Klienten der Fachdienste „Sozialberatung für Migranten“ und „Beratung und Therapie für Flüchtlinge“ im Evangelischen Regionalverband. Sie stammen vornehmlich aus Afghanistan und Syrien, aber auch aus Äthiopien und Eritrea oder dem Iran und haben oftmals Fluchterfahrung. Ihre Teilnahme am Projekt ist freiwillig. Häufig kommen Sie zu SOCIUS, da ihre Fachberaterinnen und Fachberater bei ihnen ein Anliegen analysiert haben, das mit einem ehrenamtlichen Mentor gut zu bearbeiten ist.
Im Mai 2019 startet ein neuer Ausbildungskurs des Programmes. Die Ausbildung und die ehrenamtliche Tätigkeit werden am Montag, 21. Januar 2019, von 19 bis 20.30 Uhr im Evangelischen Zentrum Rechneigrabenstraße, Rechneigrabenstraße 10, vorgestellt. Weitere Infos gibt es unter socius@frankfurt-evangelisch.deoder unter 069 921056686 sowie auf www.evangelischesfrankfurt.de/socius