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Spenden aus Frankfurt sind Grundlage für ein Schülerinnen-Hostel in Ghana

Bislang mussten die Schülerinnen der Presbyterian High School in Tamale im Norden Ghanas bei Landlords auf Matratzen unterkommen, wenn der Schulweg von zu Hause zu weit war.  Eng war es meist, an sanitären Einrichtungen mangelte es in vielen Fällen. Nicht wenige verunsicherte die Wohnsituation. Dank der Spenden der Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ 2016/17 bei der 356.000 Euro für den Bau eines Hostels zusammenkamen, können 250 Schülerinnen ab April neben der Oberstufenschule, die von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beiderlei Geschlechts besucht wird, wohnen.

Der evangelische Stadtdekan Achim Knecht ließ es sich nicht nehmen, nun zur Eröffnung nach Tamale zu reisen. Eine Schlafstätte ist entstanden, die ergänzt wird durch ein kleines Gebäude für die Hausleitung. Auch für einen Speisesaal, der allen Schülerinnen und Schülern dienen soll, wurde ein Anfang gemacht. Knecht zeigt sich beeindruckt, wie zügig die Arbeiten, die im November 2017 begonnen wurden, vorangingen: „Habe Respekt, dass es gelungen ist, innerhalb von drei Monaten solch ein Gebäude aus dem Boden zu stampfen.“  Leicht seien die Bedingungen nicht gewesen, es gab Lieferschwierigkeiten beim Material, in den vergangenen Wochen hielten heftige Regenfälle den Fortschritt auf. Bis zur letzten Minute sei gearbeitet worden, einige Geländer habe man am Freitagabend angebracht, bevor am Samstag eröffnet wurde, in Windeseile wurde das Außengelände gesäubert und von Bauschutt befreit, erzählt der Stadtdekan.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) verbindet seit langem eine Partnerschaft mit der Presbyterian Church of Ghana. Am Pfingstsonntag, 20. Mai 2018, wird mit EKHN-Kirchenpräsident Volker Jung in der Evangelischen Wartburggemeinde, Bornheim, 30 Jahre Ghana-Partnerschaft gefeiert. Besonders im Norden des Landes engagiert sich die Frankfurter Kirche. „Sehr konkrete Projekte wie jetzt dieses Hostel haben wir in den vergangenen Jahrzehnten auf die Beine gestellt, beispielsweise auch ein Backhaus in Damongo. Wichtig war uns aber auch immer der inhaltliche und der theologische Austausch“, sagt Michael Mehl, Pfarrer für Ökumene und die Ghanapartnerschaft beim Evangelischen Stadtdekanat, der vor einigen Wochen auch auf der Baustelle in Tamale war.

Stadtdekan Achim Knecht hat bei seinem Besuch in Ghana den Eindruck gewonnen, dass Reverend Dr. Solomon Sule-Saa, Chairperson der Northern Presbytery, daran gelegen war, hier „besonders respektable Arbeit abzuliefern“.  Die Spenden, die Chancen des Projekts, vielleicht auch, dass es eins seiner letzten Vorhaben vor seinem Abschied im Laufe des Jahres sein wird, habe Sule-Saa bei dem Bau des Hostels angetrieben. Baufachleute vor Ort hätten ihn in seinem Engagement entsprechend unterstützt.

Die Feiern zur Eröffnung haben gezeigt, auch andere sind angetan von der neuen Übernachtungsstätte. Der Vizepräsident von Ghana, der selber eine presbyterianische Schule durchlaufen hat, ließ sich vom Minister für die Northern Region, vergleichbar mit einem Ministerpräsidenten, vertreten. Als Gastgeschenk habe dieser 5.000 Cedi, das sind etwa 1.000 Euro, für kirchliche Bauten mitgebracht, „zuzüglich 300 Sack Zement“, so Knecht.

Tänze, ein Dinner, das Anbringen einer Tafel mit den Namen der Förderer und Beteiligten, das Programm zur Eröffnung des Hostels war umfassend. Besonders beeindruckt hat den Frankfurter Stadtdekan auch die Predigt von Reverend Dr. Johnson Mbillah, Beauftragter der Presbyterian Church of Ghana für christlich-muslimischen Dialog, in der Kirche in Tamale. Sicher auch ein Zeichen, dass gerade er die Predigt hielt. Die Presbyterian High School steht allen Religionen offen. Bei den Muslimen, die in dem Landesteil die größte Gruppe stellen, genießt sie einen guten Ruf.

„Wirklich inspirierend“, fand der evangelische Stadtdekan aus Frankfurt die Ansprache Mbillahs. Der ghanaische Theologe habe die große Bedeutung des gesellschaftlichen Kontextes betont, in dem die Verkündigung des Evangeliums erfolgt, „es ist eine Botschaft der Hoffnung nicht nur angesichts des Todes, sondern auch für das Leben hier und heute“, findet Knecht. Und damit auch passend für das neue Hostel.