Dialogforum "Flucht und Ankommen"

Freitag, 16. Oktober, 2020, 17.00 – 19.30 Uhr
Samstag, 17. Oktober 2020, 10.00 – 16.00 Uhr

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Ein Dialog zwischen den Generationen und Kulturen

Am 08. Mai 2020 hat sich zum 75. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges gejährt. Vor und während des Zweiten Weltkrieges flüchteten Millionen von Menschen in Europa, wurden vertrieben, zwangsumgesiedelt und depotiert. Diejenigen, die überlebten, trugen häufig körperliche und seelische Verletzungen davon, die sie ein Leben lang begleiten. Die geflüchteten und vertriebenen Erwachsenen und Kinder blieben in der Regel mit ihren Traumata allein. Vieles wird an die Nachkriegsgenerationen weitergegeben, die Schatten der erlebten Traumata wirken nach.
Flucht und Vertreibung nehmen auch nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit unvermindert zu.

Trotz ganz unterschiedlicher Ursachen und Bedingungen wollen wir im Rahmen unseres Dialogforums wichtige verbindende Fragen stellen:

Sind die Erfahrungen der Kriegskinder und Kriegsenkel während und nach dem 2. Weltkrieg vergleichbar mit den Erfahrungen der Menschen die später Flucht und Vertreibung erleiden und das Ankommen in den unbekannten, häufig ablehnenden Gesellschaften bewältigen müssen? Worin bestehen Ähnlichkeiten, worin Unterschiede?

Inwieweit ist der Übertragungsmechanismus der psychischen Erfahrungen von Unsicherheit, Angst, Bedrohung, Beziehungsstörungen und anderem mehr auf die nächsten Generationen vergleichbar?

Welche Rolle spielt der intergenerationelle Dialog bei der Bewältigung traumatisierender Erfahrungen?

Im Mittelpunkt des zweitätigen Dialogforums stehen die Sensibilisierung und der direkte Austausch zwischen den Generationen: Die Reflektion von Flucht und Ankommen, ausgehend vom Ende des 2. Weltkrieges, die Erfahrungen der Einwanderer und Flüchtlinge nach 1945, ihre (neuen) Formen der Verarbeitug der Fluchterfahrungen und die damit verbundene transgenerative Weitergabe.

Wann?

Freitag, 16.10.2020, 17.00 – 19.30 Uhr Tagung, ab 20.00 Uhr Öffentliche Veranstaltung
Samstag, 17.10.2020, 10.00 – 16.00 Uhr, Tagung, ab 17.00 Uhr Öffentliche Veranstaltung

Programm

Das Programm zu beiden Veranstaltungstagen können finden Sie hier.

Veranstaltungsort
Dominikanerkloster, Kurt-Schumacher-Straße 23, 60311 Frankfurt

Infos zur Teilnahme
Anmeldung: Bis Donnerstag, 8. Oktober 2020, Evangelischer Regionalverband Frankfurt und Offenbach, Fachbereich I Beratung Bildung Jugend
Gemeindepädagogische Koordinationsstelle Erwachsenenbildung Seniorenarbeit
Barbara Hedtmann, Telefon 069 92 10 56 67 8, E-Mail: barbara.hedtmann@frankfurt-evangelisch.de

Teilnahmebeitrag
Die Kosten für die Teilnahme an der Tagung betragen 45,00 Euro inkl. Imbiss, Studierende frei. Die öffentlichen Abendveranstaltungen sind kostenfrei.

Mitwirkende und Referent*innen
Sibylle von Frankenberg, Jürgen Malyseck, Merle Hilbk, Iris Hammermeister, Gerhild Frasch, Maria Hauf, Sebastian Heinzel, Bettina Alberti, Nadia Quani, Mona und Jan Poulev, Kurt Heilbronn, Studierende der Evangelischen Hochschule Darmstadt, Aeham Ahmad.

Offenes und kostenloses Abendprogramm

Freitag, 16. Oktober, 20 Uhr: Sebastian Heinzel: „Der Krieg in mir“ – Lesung und Gespräch

Seit vielen Jahren wird Sebastian Heinzel von Kriegsträumen verfolgt. Mit dem Wunsch, diese Träume besser verstehen zu können, macht er sich gemeinsam mit seinem Vater auf den Weg und erforscht die Kriegsvergangenheit seines Großvaters.

Seit vielen Jahren wird Sebastian Heinzel von Kriegsträumen verfolgt. Mit dem Wunsch, diese Träume besser verstehen zu können, macht er sich gemeinsam mit seinem Vater auf den Weg und erforscht die Kriegsvergangenheit seines Großvaters.



Samstag, 17. Oktober, 17 Uhr: Musik und Lesung mit Aeham Ahmad, palästinensisch-syrischer Pianist

Aeham Ahmad ist ein palästinensisch-syrischer Pianist. Internationale Bekanntheit erlangte er 2014/2015 durch seine öffentlichen Auftritte im Flüchtlingslager Jarmuk – als „Pianist in den Trümmern“ während des Bürgerkriegs in Syrien.

Aeham Ahmad ist ein palästinensisch-syrischer Pianist. Internationale Bekanntheit erlangte er 2014/2015 durch seine öffentlichen Auftritte im Flüchtlingslager Jarmuk – als „Pianist in den Trümmern“ während des Bürgerkriegs in Syrien.