Gott & Glauben

Pfingsten feiern: Geburtstagsgrüße an die Kirche – und ein paar Ratschläge für harte Zeiten

Happy Birthday, liebe Kirche! Wie alt wirst du dieses Pfingsten eigentlich? Schwer zu sagen. Aber alt genug, um dich tüchtig feiern zu lassen!

Prodekanin Amina Bruch-Cincar. Foto Tamara Jung-König
Prodekanin Amina Bruch-Cincar. Foto Tamara Jung-König

Pfingsten gilt auch als Geburtstag der Kirche, und da möchte man feiern: mit Blumen, Kuchen, Sekt und Kettenkarussell und vielen Gästen, die begeistert rufen: Du bist uns wichtig, liebe Kirche! Hoch sollst du leben, drei Mal hoch!

Was schaust du so denn so bedrückt und sorgenvoll? Du meinst, die Zeiten wären lange vorüber, als die Menschen noch selbstverständlich mit dir lebten? Ja, schon richtig, die meisten von uns orientieren sich heute weniger an der Tradition und stellen sich lieber individuell zusammen, was ihnen gefällt. Viele kehren dir sogar den Rücken zu, weil deine Botschaft sie nicht erreicht.

Inzwischen sind deine Mitglieder (evangelisch und katholisch zusammengenommen) in Deutschland nur noch eine Minderheit. Puh! Harte Zeiten für eine pfingstliche Geburtstagsfete!

Aber du musst jetzt nicht die Torte in die Tonne hauen und dich in die Schmollecke verziehen. Der Heilige Geist wird dich sowieso finden, genau wie die Jüngerinnen und Jünger Jesu, die sich am allerersten Pfingsttag auch zurückgezogen hatten. Lass' mal sehen, was er heute zu dir sagen könnte:

Erstens: Hab keine Angst! Es ist keine Schande, klein zu sein. Aber es ist eine Schande, keine Botschaft zu haben. Darum: Bring dich ein bei den Themen der Zeit!

Zweitens: Du veränderst dich, liebe Kirche. Das ist normal. Nicht normal ist es, zu erwarten, dass alles so bleibt wie es war. Nostalgie ist im besten Falle Zeitverschwendung. Ich bin heilfroh, dass du dich verändert hast, sonst gäbe es nämlich keine Pfarrerinnen, keine Trauung gleichgeschlechtlicher Paare und vieles mehr.

Drittens: Gehst du nicht direkt auf Jesus Christus zurück? Bist du nicht gesandt, seine Botschaft von der Liebe Gottes zu verbreiten? Dann verlass dich drauf, dass Jesus für dich sorgt.

Viertens: Du musst nicht dominieren. Es ist schön, sich einzubringen unter den vielen anderen, die in der Welt für Frieden und Verständigung tätig sind. Such' dir bei ihnen Freunde und Freundinnen!


Autorin

Pfarrerin Amina Bruch-Cincar ist Prodekanin des Evangelischen Stadtdekanats Frankfurt und Offenbach. Nähere Informationen zu ihrer Person finden Sie hier. Sie ist für den Dekanatsbereich Süd-Ost zuständig, zudem koordiniert sie die Arbeitsbereiche Kirchenmusik und Altenseelsorge.

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