Kirchentag 2021

Erste Eindrücke von ÖKT-Oratorium

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Ein musikalischer Vorgeschmack auf ein Großprojekt des Ökumenischen Kirchentags wurde in Frankfurt geboten. Verfolgt werden kann das Oratorium „EINS" am 14. Mai allerorten per Live-Stream.

Neue Frankfurter Philharmonie I Foto: Christian Palm
Neue Frankfurter Philharmonie I Foto: Christian Palm

Die Organisatoren des 3. Ökumenischen Kirchentages (ÖKT) haben am 8. März in einer hybriden Pressekonferenz ein erstes Programmhighlight vorgestellt: das Oratorium EINS, das als Uraufführung am 14. Mai digital zu erleben sein wird. Die Musicaldarstellerin Anna Prokop, eine der vier Solistinnen, gab dabei live in der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde am Frankfurter Zoo erste Höreindrücke, die auch im Live-Stream verfolgt werden konnten. Am Piano begleitet wurde sie von Bernhard Kießig, Referent für Popularmusik am Zentrum der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

Zwei Frauen spinnen den Erzählfaden des Oratoriums, das sich vielfach an die Apostelgeschichte anlehnt. Die Journalistin Julia (Anna Prokop) reist für eine Recherche aus unserer Gegenwart in die Zeit der Urchristen. Sie begegnet Junia, die Paulus in Röm 16,7 nicht nur als Verwandte, sondern auch als herausragende Persönlichkeit unter den Apostelinnen und Aposteln grüßt. Beide begegnen den Aposteln Petrus und Paulus, werden konfrontiert mit Konflikten zwischen dem heiden- und judenchristlichen Christusverständnis. Julia erlebt, wie die jungen Gemeinden das Oster- und Pfingstgeschehen feiern – erfährt aber auch von der Eskalation des Konfliktes, die in die Steinigung des Stephanus mündet.

„Das Besondere an der Entstehung des Stückes ist auch sein komplett ökumenischer Charakter", sagt Eugen Eckert, Frankfurter Stadionpfarrer und Referent der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für Kirche und Sport – vielen vor allem aber bekannt durch die Band Habakuk und als Urheber zahlreicher Lieder, die zu den Kirchentagsklassikern zählen. Gemeinsam mit Helmut Schlegel, Franziskaner und Priester, hat der evangelische Texter von Neuen Geistlichen Liedern und großen Werken nun auch das Libretto für dieses Oratorium ersonnen.

Der ökumenische Gedanke stand auch gleich am Anfang: Die Idee zu dem Oratorium hatten Landeskirchenmusikdirektorin Christa Kirschbaum von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und Diözesankirchenmusikdirektor Andreas Großmann vom katholischen Bistum Limburg, die vor drei Jahren eigens eine ökumenische Arbeitsgemeinschaft aus Kirchenmusiker*innen zusammengerufen hatten, deren Aufgabe darin bestand, Ideen für gemeinsame (Groß-) Projekte beim 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main 2021 zu entwickeln. „Wir freuen uns ganz besonders darüber, in dieser für die Kulturszene so schwierigen Zeit ein Projekt in diesen Dimensionen realisieren zu können", sagte Jakob Haller, Fachreferent für Kultur und Jugend des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

Entstanden ist ein Crossover aus traditioneller und popmusikalischer Kirchenmusik, ein generationenübergreifendes Werk mit zahlreichen Beteiligten: Vier Solist*innen singen zu den Klängen der Neuen Philharmonie Frankfurt am Main. Das rund 50-köpfige Orchester mit seiner Band, bundesweit bekannt durch sein SymphonicRock-Programm und die Begleitung zahlreicher Größen im internationalen Pop-Rock-Business, spielt unter der Leitung des Wetzlarer Domorganisten Valentin Kunert. Außerdem dabei sind ein Auswahlchor von Studierenden der Musikhochschule Frankfurt unter der Leitung von Professor Florian Lohmann und die Frankfurter Co-Op Dance Company.

Komponiert wurde das rund 90-minütige Werk von den Kirchenmusikern Peter Reulein vom Bistum Limburg und Bernhard Kießig. Um das ursprünglich interaktive Konzept, das vor der Pandemie von einem Mitwirken zahlreicher Chöre mit vielen tausend Sänger*innen ausging, nicht ganz aufzugeben, sind nun Virtual Choir-Einspielungen geplant: Dabei wirken die Frankfurter Domsingschule ebenso mit, wie 100 evangelische und katholische Kirchenmusiker*innen (EKHN), der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), der Bistümer Fulda, Limburg & Mainz, sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) und Bläserchöre der EKHN gemeinsam mit der Frankfurter Bläserschule. Und nicht zuletzt können die Zuhörer*innen im abschließenden Choral in die Musik mit einstimmen und auf diese Weise wenigstens ein Teil der gesamten Aufführung werden. Künstlerisch zusammengebunden wurde dies alles unter der Regie von Uwe Hausy, Referent für Spiel und Theater der EKHN.

Die Dreharbeiten finden Ende April statt. Die Ausstrahlung des Oratoriums EINS erfolgt als Teil des 3. Ökumenischen Kirchentages am Freitag, 14. Mai, 20 Uhr auf oekt.de. Die Nutzung des Livestreams und die Teilnahme am ÖKT ist kostenfrei.


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