Kunst & Kultur

Musik in Richtung Himmel – und Mensch

Die Jugendlichen der Frankfurter Bläserschule setzen auf Gartenauftritte statt Verzagen. Ihre Auftritte haben sie angesichts der Corona-Zeiten auf Videoformate und Außengelände von Altenheimen verlegt. Dieser Tage erfreuen sie Passantinnen und Flanierende vom Turm der Wartburggemeinde herab.

Carl und Paul Tamussoni, Posaune und Euphonium  I Foto: privat
Carl und Paul Tamussoni, Posaune und Euphonium I Foto: privat

„Komm Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen“ oder „Geh aus mein Herz und suche Freud“ – wenn junge Blechbläserensembles Lieder wie diese in den Gärten von Altenheimen oder bei Aufnahmen für Gottesdienst-Videos spielen, dann geht ein Strahlen über Sunhild Pfeiffers Gesicht. Die Leiterin der Frankfurter Bläserschule hat in den vergangenen Wochen und Monaten angesichts der Corona-Krise vieles absagen und verschieben müssen. Vier Ensembles schlossen zu Jahresbeginn den Regionalwettbewerb Jugend musiziert 2020 erfolgreich mit dem 1. Preis und der Weiterleitung zum Landeswettbewerb ab, nach dem Lockdown gingen auch hier die Schranken runter. Mit dem Papageno Musiktheater wollte born4brass für ein Stück musikalische Begleitung einstudieren – verschoben auf die Saison 2020/2021.

Pfeiffer ist keine, die schnell aufgibt, „die große Herausforderung für alle ist, mit der aktuellen Lebenssituation so umzugehen, dass trotz aller Beschwernis Lebensfreude und Lebensmut nicht verloren gehen“. Im Übrigen seien die Vorbereitungen für „Jugend musiziert“ ja auch nicht vergeblich gewesen, sie hätten das Niveau deutlich vernehmbar erhöht, berichtet die Musikpädagogin. Wochenlang liefen die Proben der jungen Musizierenden über Skype, jetzt wird auch schon mal vor Ort gelehrt, zum Beispiel in der Heiliggeistkirche am Dominikanerkloster, „da haben wir fünf Meter Abstand“.

Prodekanin Ursula Schoen, verantwortlich für Kirchenmusik im Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach, nennt die Auftritte in den Gärten von Frankfurter und Offenbacher Altenheimen „ein hinreißend schönes Projekt“, ihr kommt angesichts der Aktivitäten der Bläserschule in diesen Zeiten auch die „Kraft der biblischen Posaunen“ in den Sinn. Zu Ostern wurde mit den Auftritten der Bläserschule begonnen, seitdem gibt es mehrfach in der Woche Ständchen in Altenheimen oder Musikbegleitung bei Andachten. Über die Balkone, durch die geöffneten Fenster erreichen die Lieder und Choräle die Menschen.

Im Offenbacher Anni-Emmerling-Haus, in Frankfurt im Johanna-Kirchner-Altenhilfezentrum an der Gutleutstraße oder auch im Vorgarten des Nellini-Stifts sind die Jugendlichen aufgetreten. Auch in Gemeinden waren und sind sie eingebunden. Für die Videoandachten der Evangelisch-reformierten Gemeinde im Westend haben sie beispielsweise musiziert, vorsichtig beginnen erste Live-Auftritte. Zu Pfingsten war ein Posaunist in der Französisch-reformierten Gemeinde zu Gast. Am 10. Juni sind zwei Duos bei der „Turmmusik zur Ermutigung“ der Evangelischen Wartburggemeinde dabei. Sunhild Pfeiffer sagt „Miteinander musizieren, das tut unheimlich gut“. Bei den zwei Duos, die in Bornheim auf dem Wartburgturm spielen, handelt es sich jeweils um Geschwister – zwei Mal ein Haushalt also. Beide treten nacheinander auf – und lassen die Menschen en passant aufhorchen.


Autorin

Bettina Behler 103 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach

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