Leben & Alltag

Neulich auf dem Schulhof

So mancher Schulhof wird als Parkplatz für Lehrerinnen und Lehrer zweckentfremdet. Wofür haben die eigentlich das Hessenticket bekommen?

Kurt-Helmuth Eimuth ist Redakteur von Evangelisches Frankfurt.  |  Foto: Tamara Jung
Kurt-Helmuth Eimuth ist Redakteur von Evangelisches Frankfurt. | Foto: Tamara Jung

Schulhöfe, na klar, sind für die Kinder da. Das sollte man jedenfalls denken. Auf dem Schulhof sollen die Kleinen in den Pausen, vor und nach dem Unterricht toben und spielen. Schließlich tut ihnen Bewegung und frische Luft gut.

Nun ist allerdings in Großstädten wie Frankfurt kaum ein Gut so rar wie Boden. Da liegt es nahe, dass die Schulhöfe bei akuter Raumnot zumindest zeitweise mit Containern zugestellt werden. Aber das ist noch nicht alles. Weil der Platz so knapp ist, findet man in der Stadt häufig auch keinen Parkplatz. Das ist ärgerlich für alle Autofahrerinnen und Autofahrer.

Auch vom Lehrpersonal scheinen so manche dieses individuelle Verkehrsmittel zu bevorzugen. Was also liegt näher, als einen Teil der Fläche des Schulhofs als Parkplatz für die Lehrerinnen und Lehrer freizugeben? Und so steht dort, wo eigentlich Kinder Fangen spielen sollten, so mancher SUV.

Ist diese Prioritätensetzung schon fragwürdig so wird sie völlig unverständlich, wenn man bedenkt, dass der beamtete Teil des Personals mit dem Hessenticket, das die Landesregierung spendiert hat, kostenlos zur Schule fahren könnte. Wäre es spätestens jetzt nicht an der Zeit, Kindern Vorrang einzuräumen? Auf den Schulhof gehören Kinder und keine Autos.


Autor

Kurt-Helmuth Eimuth ist Mitglied in der Redaktion von "Evangelisches Frankfurt und Offenbach". Mehr über den Publizisten und Erziehungswissenschaftler ist auf www.eimuth.de zu erfahren.

4 Kommentare

10. Dezember 2018 23:24 Eimuth

Sehr geehrte Frau Trefs, danke für den Hinweis. Da ist ja nun zumindest dies Ungerechtigkeit beseitigt. Herzliche Grüße KH Eimuth

10. Dezember 2018 23:23 Eimuth

Sehr geehrter Herr Kallenbach, da rufen Sie ja eine Menge Punkte auf, die ich gerne sachlich mit Ihnen diskutiere. 1. Nun in der Tat habe ich nicht die Autos auf den Schulhöfen gezählt. Aber alleine in meiner unmittelbaren Umgebung kenne ich drei Schulen, die so ihre Freifläche minimieren. Und ohne nachzumessen kann ich sagen, dass nicht wie bei Kitas angestrebt 10 qm pro Kind zur Verfügung stehen. 2. Ja, Lehrerinnen und Lehrer viel zu schleppen. Als ehemaliger Schulleiter ist mir der Berufsalltag nicht unbekannt. Nur: Auch andere müssen damit umgehen. Rollis, konzipiert für Lehrkräfte, können eine echte Hilfe sein. Übrigens steht es ja den Lehrkräften frei, im öffentlichen Raum sich einen Parkplatz zu suchen. 3. In der Tat wäre ein Arbeitsplatz in der Schule für die Lehrkräfte nur zu befürworten. Dies würde auch zu einer anderen Präsenz in der Lehrkräfte führen. Ein Gedanke, der in meinem Kollegium nicht gut ankam. 4. Ihr Argument mit der Rente kann ich nicht nachvollziehen. Schließlich müssen wir alle bei großartig gestiegener Lebenserwartung länger arbeiten. Und die in der Regel beamteten Lehrkräfte sind ja mit ihrem Ruhegehalt immer noch deutlich besser gestellt als Angestellte. 5. Nun empfehlen Sie noch eine bessere Bezahlung der Erzieherinnen. Kein Zweifel, wäre gut. Nur ein Gehalt zwischen 3.100 € und 4.100 € ist überdurchschnittlich und im Vergleich zu anderen Berufsgruppen nicht zwingend zu niedrig. Kurt-Helmuth Eimuth

9. Dezember 2018 16:34 W. Kallenbach

Sehr geehrter Herr Eimuth! So geht Populismus. Lehrer*innen nehmen mit ihren SUVs den Kindern den Platz auf dem Schulhof... Lehrer*innen wird ein Jobticket "spendiert"... Haben Sie irgendwie für diesen Unsinn irgendwas recherchiert...? Worüber haben Sie nachgedacht? Wie viele Lehrerparkplätze auf Schulhöfen gibt es in Frankfurt? Das können Sie prozentual vergessen. Mitnichten hat jede Schule, vor allem bei Weitem nicht jeder Lehrer, jede Lehrerin einen Parkplatz auf dem Schulhof. Welches Bild vermitteln Sie hier? Lehrer*innen haben kein Arbeitszimmer an der Schule und schleppen ihr Büro: Hefte, Bücher, Arbeitsmittel und vieles mehr täglich von A nach B. Mit einem schweren Rucksack oder Koffer, oft mit dem Fahrrad und das bei Rente mit 66+ In machen Situation braucht man einen Parkplatz. 2. Jobtickets sind Teil von Tarifvereinbarungen. In diesem Punkt hat die Kirche in Frankfurt absoluten Nachholbedarf, denn es wäre das ein guter Weg, mehr und bessere Erzieherinnen zu gewinnen... , deren Gehalt sowieso zu niedrig ist... Gehalt als ein "Geschenk" zu betrachten, das der Arbeitgeber "spendiert" sollte auch in der Kirche tabu sein. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie mit Ihrem Kommentar keinen Beifall der AfD bekommen. Sie können sich gerne um die Qualitätsverbesserung im Bildungsbereich kümmern, aber nicht auf Kosten der Lehrerinnen und Lehrer.

7. Dezember 2018 16:55 Frau Trefs

Sehr geehrter Herr Eimuth, ich muss Sie in einer Sache korrigieren: Das Landesticket gilt nicht nur für die verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer, sondern für alle Angestellten des Landes, siehe https://innen.hessen.de/buerger-staat/personalwesen/landesticket Das finde ich einen wichtigen Unterschied! Das Ticket umfasst damit noch mehr Lehrer, die ihr Auto nicht auf dem Schulhof parken sollten ;) Mit freundlichen Grüßen

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