Musik

Felix Mendelssohn – Paulus

Oratorienkonzerte der Ginnheimer Kantorei

  • Sonntag, 13. November 2022
  • 17:00 Uhr
  • Bethlehemgemeinde, Fuchshohl 1, F-Ginnheim

An dem Wochenende 12., 13. November 2022 wird Felix Mendelssohns „Paulus“ zweifach unter der Federführung von Bernd Lechla aufgeführt: Am Samstag kann das Publikum das Werk in der Heiliggeistkirche am Dominikanerkloster, Kurt-Schumacher-Straße 23, Innenstadt, genießen, am Sonntag, 13. November, werden die Ginnheimer Kantorei und das Symphonische Orchester Ginnheim es mit Solist:innen in der evangelischen Bethlehemkirche, Fuchshohl 1 in Ginnheim, darbieten. Die Einzelstimmen sind jeweils: Margaretha Bessel, Sopran, Jessica Poppe, Alt, Andreas Wagner, Tenor und Thomas Charrois, Bass.Das Konzert beginnt an beiden Veranstaltungsorten um 17 Uhr.

Der Frankfurter Cäcilien-Verein gab Mendelssohn 1831 ein Paulus-Oratorium in Auftrag. 1832 begann der Komponist mit der Arbeit. Inspiriert von Bach und Händel wünschte Mendelssohn sich von seinem Freund Julius Schubring einen Text aus Bibelworten sowie die Einbeziehung von Chorälen aus dem Gesangsbuch, ganz in der Art der Bachschen Passion. Mendelssohn traf eine gezielte Auswahl darüber, welche Szenen er in seinen Paulus hineinnehmen wollte.

Das Oratorium, in zwei Teile gegliedert, beschreibt den Werdegang vom Saulus zum Paulus, wobei der erste Teil seine Verfolgung der Christen schildert und das Damaskus-Erlebnis der Erscheinung Christi. Der zweite Teil erzählt von seiner Arbeit als Missionar und von den damit verbundenen Gefahren. Die Tradition verlangte, dass die Stimme Jesu als Bass erklang, entsprechend war es auch in der Johannes- und Matthäuspassion von Bach, erläutert Bernd Lechla. Mendelssohn wagte eine neue Form, die Stimme Jesu übernahm ein Frauenchor. Eine mehrfache Provokation: Ungewöhnlich, dass Frauen die Stimme Jesu übernehmen, zweitens: Ungewöhnlich, dass mehrere Stimmen erklingen, obwohl es im Glaubensbekenntnis heißt: „Wir glauben all an einen Gott”. Schließlich drittens: Mendelssohn ändert die Rede Jesu, wie sie in der Bibel überliefert ist, indem er „von Nazareth” einfügt.

In seiner Musik hat Mendelssohn das Verhältnis zwischen Christentum und Judentum in einer besonderen Schwebe und damit offengehalten. Im „Paulus“ erkennt man dies an den teilweise stark kontrastierenden bis hin zu dialogisch wirkenden wörtlichen Anspielungen auf diverse alt- und neutestamentliche Bibeltexte, erklärt Lechla, der in der Bethlehemgemeinde beheimatet, aber auch Dekanatskantor ist.

Die Karten sind ab dem 17. Oktober im Vorverkauf erhältlich im Gemeindebüro der Evangelischen Bethlehemgemeinde, Fuchshohl 1, E-Mail bethlehemgemeinde.frankfurt@ekhn.de und an der Abendkasse sowie unter www.ginnheimer-kantorei.de