Musik

Klanglandschaft vom Frankfurter Römer bis nach Sachsenhausen entsteht

Eine Installation der EKHN Stiftung macht für Musik sensibel

  • Freitag, 09. Juli 2021 - Sonntag, 03. Oktober 2021
  • 18:00 Uhr
  • Eiserner Steg, F-Innenstadt/Sachsenhausen

Vom 9. Juli bis zum 3. Oktober verwandelt der nigerianische Künstler Emeka Ogboh die Frankfurter Innenstadt mit Hilfe der Stiftung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in eine großflächige Klanglandschaft zu Wasser und zu Land. Das Projekt erstreckt sich vom Römer über den Eisernen Steg am Main bis zur Dreikönigskirche im Stadtteil Sachenhausen. Im Zentrum der Soundinstallation „This too shall pass“ (zu deutsch: „Das geht schon wieder vorbei“), steht eine gleichnamige Hymne, die für die Aktion komponiert wurde.

Das Projekt wird am Freitag, 9. Juli 2021, um 18 Uhr mit einer Performance am Eisernen Steg in Frankfurt eröffnet. Um 19 Uhr gibt es eine Performance an der Mole am Westhafen, Karpfenweg.

Gewidmet ist das Werk der Stadt und dem Pandemie-Jahr 2020. Die Musik wurde von Chören in Lagos und Frankfurt eingesungen. Fest definierte sakrale und weltliche Orte sowie der Main als fließendes, kollektives Stadtgedächtnis sollen sich zu einem übergreifenden kosmopolitischen Raum per Klang verbinden. Okboh verwebt dabei Musik aus unterschiedlichsten Kulturen und Traditionen zu einem besonderen Klangteppich. Auf der Internetseite www.thistooshallpass.site sind erste Kostproben zu hören.

Im Hintergrund der Aktion in der Corona-Pandemie steht auch die Frage, was das gemeinsame Singen der Gesellschaft bedeutet - zumal in einer krisengeschüttelten Welt, in der Musik und Kunst lange verstummen mussten. Gleichzeitig begegnet Emeka Ogboh dem Nachdenken über die Migration von Menschen und ihrem Kulturgut und Fragen nach Gleichheit, Teilhabe und Identität mit dem Prinzip der kulturellen Aneignung. Sie kann nach Ansicht des Künstlers eine Möglichkeit sein, Grenzen zu überwinden.

Daran knüpft auch das Begleitprogramm mit vielen Veranstaltungen unter freiem Himmel an. Es wurde zusammen mit dem Frankfurter sozialen Treffpunkt „freitagsküche“ entwickelt. Ogbohs bislang umfangreichste Außeninstallation im europäischen Raum wurde von der EKHN Stiftung in Kooperation mit dem Kulturfonds RheinMain beauftragt und mit weiteren Förderern ermöglicht. Die EUPHORIA Gesellschaft für Kunst im urbanen Raum kuratiert das Projekt.

Zu dem Künstler: Emeka Ogboh, geboren 1977 in Enugu, Nigeria, gilt als moderner Klang-Pionier Afrikas. Ogboh arbeitete zuletzt bei seinen Projekten vielfach mit den Geräuschen, dem Stimmengewirr, Liedern, Rufen und Rauschen einer Stadt. Zudem verwendet er in seinen Kompositionen oft öffentliche Reden, die er in experimentelle Musikstücke und Klanginstallationen einarbeitet. Der Künstler hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen, darunter der Biennale von Venedig und der documenta 14 in Athen und Kassel Er stellte unter anderem in der Tate Modern in London und im Cleveland Art Museum aus. Emeka Ogboh lebt und arbeitet in Lagos und Berlin.