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Ein Abend zum 20. Todestag von Ignatz Bubis

  • Mittwoch, 14. August 2019
  • 18:30 – 20:30 Uhr
  • Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg 9, F-Innenstadt

Professor Salomon Korn und andere würdigen ihn

An Ignatz Bubis, der vor 20 Jahren verstarb, wird am Mittwoch, 14. August 2019, 18.30 bis 20.30 Uhr in der Evangelischen Akademie Frankfurt, Römerberg 9, Innenstadt, erinnert. Die der FDP nahestehende Friedrich-Naumann-Stiftung (Landesbüro Hessen/Rheinland-Pfalz), die Evangelische Akademie und die Bildungsstätte Anne Frank laden gemeinsam zu diesem Abend ein. Professor Salomon Korn, Vorstand der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, ehemals Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, wird den am 13.August 1999 im Alter von 72 Jahren Verstorbenen in Form von „Ignatz Bubis – Ein persönlicher Vortrag“ an diesem Abend würdigen.

Eingangs begrüßen der Direktor der Akademie, Thorsten Latzel und Frank Blechschmidt, Vorsitzender des Vorstands der Karl-Hermann-Flach-Stiftung, die Gäste. Harry Schnabel, Mitglied im Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland, hält ein Grußwort. Aus verschiedenen Perspektiven gibt es Annäherungen an die facettenreiche Persönlichkeit Bubis: Korn tritt mit Deborah Krieg, stellvertretende Direktorin der Bildungsstätte Anne Frank in Dialog dazu. Michael Lenarz, Stellvertretender Direktor des Jüdischen Museum Frankfurt, gibt eine Beschreibung ab, Stefan Ruppert, Landesvorsitzender der Freien Demokraten Hessen und Bundestagsmitglied wird auf den früheren FDP-Politiker zurückschauen.

Zeit seines Lebens setzte sich Ignatz Bubis für die Gesellschaft, in der er lebte, ein und prägte damit die Bundesrepublik der Nachkriegszeit. Die Extreme der deutschen Geschichte ziehen sich durch sein gesamtes bewegtes Leben: In Breslau als Sohn ukrainischer Emigranten geboren, überlebte Bubis im Gegensatz zu vielen seiner Familienangehörigen die Shoah und ließ sich nach seiner Flucht aus der SBZ und einer kurzen Zeit in Israel schließlich 1956 in Frankfurt am Main nieder. In den 70er Jahren wurde er auf Grund seiner Betätigung als Immobilienhändler zur Zielscheibe antisemitischer Ressentiments im „Frankfurter Häuserkampf“.

Bubis trat 1969 der FDP bei und wurde 1992 in den Bundesvorstand gewählt. 1992 wurde er zum Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt und trat unter anderem während der rassistischen Ausschreitungen im wiedervereinigten Deutschland der 90er Jahre als mahnende Instanz in Erscheinung. Er war dabei bestrebt, die deutsche Mehrheitsgesellschaft für die Belange anderer Minderheiten in Deutschland zu sensibilisieren. Obwohl Ignatz Bubis heute für seinen jahrzehntelangen Einsatz als Brückenbauer gewürdigt wird, schien er am Ende seines Lebens resigniert.

Wer war Ignatz Bubis? Welche Bedeutung hatte er für seine Zeit und welches Vermächtnis hinterlässt er uns?

Die Teilnahmebedingungen sind zu finden unterfreiheit.org/teilnahmebedingungen