Politik und Gesellschaft, Vortrag/Diskussion

Was ist der Mensch?

Das Verhältnis von Theologie und Medizin im digitalen Zeitalter

  • Dienstag, 04. Februar 2020
  • 19:00 Uhr
  • Evangelisch-reformierte Gemeinde, Freiherr-vom-Stein-Straße 8, F-Westend

Um Chancen und Grenzen menschlicher Existenz heute geht es bei den Wintervorträgen 2020 in der Evangelisch-Reformierten Gemeinde, Freiherr-vom Stein-Straße 8, Westend. Am Dienstag, 4. Februar 2020, 19 Uhr, ist Gotlind Ulshöfer in der Reihe zu Gast. Sie befasst sich mit dem Thema „Was ist der Mensch? Theologische Anthropologie und medizinischer Fortschritt im digitalen Zeitalter“. Technischer Fortschritt und medizinischer Fortschritt sind eng miteinander verknüpft und verändern nicht nur den Gesundheitsbereich, sondern können auch das Selbstverständnis des Menschen herausfordern. Ob personalisierte Medizin, Genome-Editing oder die Nutzung von Biobanken – die Möglichkeiten, die sich daraus für den Einzelnen, den medizinischen Bereich und die Gesellschaft ergeben, sind höchst vielfältig und gleichzeitig ambivalent. Wann wird aus einem medizinisch sinnvollen Eingriff ein Zwang zur Selbstoptimierung oder die Datenanalyse zur Überwachung? Theologische Anthropologie ist hierbei gefragt, sich mit den schöpferischen Möglichkeiten und ihren Auswirkungen auseinanderzusetzen und unter ethischen Gesichtspunkten zu diskutieren, wobei die These ist, dass mit Hilfe eines theologisch grundierten Begriffs von Verantwortung ein christliches Verständnis vom Menschen in den öffentlichen Diskurs eingebracht werden kann.

Gotlind Ulshöfer, ehemals Studienleiterin der Evangelischen Akademie Arnoldshain, hat aktuell als Privatdozentin eine DFG-Heisenbergstelle an der Universität Tübingen in dem Projekt „Ethik der

Macht im digitalen Zeitalter“ inne. Sie ist Pfarrerin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, habilitierte evangelische Theologin und Diplomvolkswirtin, in den vergangenen Jahren hat Ulshöfer an deutschen und internationalen Hochschulen geforscht und veröffentlicht.