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Begleitprogramm: Maria Magdalena. (not) just art.

Die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach bietet ein Begleitprogramm zur Sonderausstellung über die biblische Figur der Maria Magdalena im Städel Museum an.

Maria Magdalena in der Interpretation der spanischen Künstlerin Nieves Gonzáles. |
Maria Magdalena in der Interpretation der spanischen Künstlerin Nieves Gonzáles. | Bild: (c) Nieves Gonzalez/Städel

Maria aus Magdala fasziniert seit Jahrhunderten. Kaum eine biblische Figur wurde so oft neu gedeutet, idealisiert und sexualisiert wie sie: Als Jüngerin Jesu, als reuige Sünderin, als Projektionsfläche männlicher Fantasien oder als Ikone weiblicher Selbstbestimmung. Begleitend zur Sonderausstellung im Städel lädt die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach mit zahlreichen Kooperationspartnern aus Kultur und Wissenschaft dazu ein, einen zweiten Blick auf diese zentrale Frauenfigur des Christentums zu werfen. Perspektiven aus Kunst, Theologie und Kulturgeschichte treffen auf drängende Gegenwartsfragen über Geschlecht, Gerechtigkeit und die Macht der Bilder.


Sonderausstellung vom 9. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027
BIMU Bibelhaus ErlebnisMuseum Metzlerstraße 19, 60594 Frankfurt

Neun Stationen zur Ärchäologie und Lebenswelt „Mariam! Magdala! Eine Spurensuche.“

So sehr man nach „Mariam Magdala“ in der Bibel suchen muss – ihre Bedeutung muss so groß gewesen sein, dass es den männlichen Autoren nicht gelungen ist, ihre Geschichte ganz zu tilgen. Neun Stationen laden ein, ihre erstaunliche Geschichte in Text und Umwelt des Neuen Testaments neu zu entdecken.
Gegen Vorlage eines gültigen Tickets für die Ausstellung „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ im Städel Museum erhalten Besucherinnen und Besucher einmalig freien Eintritt ins BIMU.

Öffentliche Führungen zum Thema:
Sonntag, 18. Oktober 2026, 15 Uhr
Sonntag, 15. November 2026, 15 Uhr
Museumseintritt/ Führungsgebühr 4 Euro

Sonntag, 29. November, 14 Uhr, „Stadtspaziergang“ aus der Ausstellung im Städel Museum zum BIMU.
Info und Kontakt: www.bibelhaus-frankfurt.de


Seminar
24.10. | 25.10. | 13.11. | 14.11. (ganztägig)
Goethe-Universität, Campus Westend, Norbert-Wollheim Platz 1, 60323 Frankfurt

Maria Magdalena. Sin. Pray. Love?

Theologische und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf eine Ikone des Christentums

Die Rezeptionsgeschichte von Maria Magdalena offenbart tiefgreifende theologische und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse. Das Universitätsseminar fragt nach der theologischen Normierung weiblicher Körperlichkeit, den Konflikten um geschlechtergerechte Bibelübersetzungen und die Analyse von Macht, Geschlecht und Gerechtigkeit in Kirche, Kunst und Gegenwartskultur.
Info und Kontakt: Prof. Dr. Christine Wenona Hoffmann (Goethe- Universität), Malte Dücker (Ev. Stadtdekanat)
Rückfragen und Anmeldung für Studierende der Goethe-Universität per Mail: malte.duecker@ek-ffm-of.de


Konzert/Lesung
Dienstag, 3. November 2026, 19 Uhr
Lukaskirche der Maria-Magdalena-Gemeinde Gartenstraße 67, 60596 Frankfurt

Noli me tangere. Maria Magdalena in Wort und Klang.

Eine literarisch-musikalische Spurensuche

In unmittelbarer Nähe zum Städel Museum widmet sich die Evangelische Maria-Magdalena- Gemeinde ihrer Namenspatronin in Wort und Klang. Der bekannte hr-Moderator Christoph Werkhausen verwebt biblische und moderne Literatur zu einer fesselnden Textcollage. Im fließenden Dialog mit dem gesprochenen Wort lassen Dekanatskantor Simon Graeber, Weltmusiker Christopher Herrmann und die Sopranistin Karlīne Cīrule durch ihre expressiven musikalischen Improvisationen neue Hör- und Deutungsräume entstehen. Eine künstlerische Auseinandersetzung zwischen Lesung und Konzert, zwischen Überlieferung und Gegenwart.
Keine Anmeldung erforderlich.


Vortrag/Gespräch
Freitag, 4. Dezember 2026, 18 Uhr
Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg 9, 60311 Frankfurt

Maria Magdalena unframed. Mythos, Macht und männliche Blicke.

Dass viele Menschen Maria Magdalena vor allem mit Vorstellungen von Sünde, Demut und Liebe verbinden, sagt weniger über die biblische Figur aus als über jahrhundertealte patriarchale Geschlechtervorstellungen. Ausgehend von den neutestamentlichen Texten fragt dieser Abend, wie Maria von Magdala zur Projektionsfläche männlicher Vorstellungen wurde und welche Macht solche Frauenbilder bis heute entfalten. Von religiösen Bildtraditionen bis zu aktuellen Debatten über Geschlecht und gesellschaftliche Ordnung untersuchen Expert:innen aus Theologie, Kunst- und Kulturwissenschaft kritisch, wie Weiblichkeit dargestellt, normiert und wirksam gemacht wird.
Eintritt frei. Anmeldung erbeten unter: www.evangelische-akademie.de


Führung
Donnerstag, 17. Dezember 2026, 19.30 – 20.30 Uhr
Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt

„Sinner or Saint“ in der Reihe „SinnBilder“

Ein Kunstvermittler und ein Theologe stellen die großen Fragen des Lebens: Erleben Sie ein ausgewähltes Kunstwerk der Ausstellung „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ vor dem Hintergrund religiöser und ethischer Themen. Ermöglicht durch die EKHN-Stiftung.
Info und Kontakt: Dr. Stefan Scholz (Katholische Akademie Rabanus Maurus), scholz.stefanscholz@web.de
Tickets unter: www.staedelmuseum.de