"Der Mann der Stolpersteine" - zum Tod von Hartmut Schmidt
Die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach trauert um Hartmut Schmidt, der am 15. April 2026 im Alter von 83 Jahren gestorben ist. In Frankfurt kennt man den früheren Redakteur des Evangelischen Pressedienstes als „Mann der Stolpersteine“, denn er engagierte sich für die Initiative Stolpersteine, die an die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen erinnert. In Frankfurt wurden bislang 1.400 Stolpersteine verlegt. Seit 2004 arbeitete Harmut Schmidt bei dieser Initiative mit und war von 2008 bis 2022 deren Vorsitzender. Er recherchierte das Schicksal verschleppter und ermordeter Frankfurter Juden und setzt sich dafür ein, dass vor ihren ehemaligen Wohnhäusern Gedenksteine in die Bürgersteige eingelassen werden. Auch an der Ausstellung „Getauft, ausgestoßen – und vergessen?“ zu dem Umgang mit Christen jüdischer Herkunft, an der sich elf Frankfurter Gemeinden beteiligten und die 2012 in verschiedenen Kirchengemeinden zu sehen war, hat Schmidt maßgeblich mitgewirkt. Für sein Engagement wurde er 2012 mit der Spener-Medaille der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach ausgezeichnet. 2013 erhielt er die Charlotte-Petterson-Medaille für seine Verdienste um die Verständigung der Menschen. Auch die Stadt Frankfurt würdigte ihn 2021 und verlieh ihm die Ehrenplakette. Hartmut Schmidt hat wesentlich beigetragen zum Gedenken an die Menschen, die die Nationalsozialisten zu Opfern gemacht haben.