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"Die diplomatische Bewegerin" Barbara Mielert ist gestorben

Die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach trauert um die über Jahrzehnte in der Kirche ehrenamtlich engagierte Ginnheimerin.

Barbara Mielert |
Barbara Mielert | Bild: Öffentlichkeitsarbeit

Die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach trauert um Barbara Mielert, die am 20. Juli 2026 im Alter von 83 Jahren in Frankfurt am Main gestorben ist. Über viele Jahrzehnte engagierte sich die gelernte Dolmetscherin ehrenamtlich für die evangelische Kirche. In ihrer Heimatgemeinde, der Evangelischen Bethlehemgemeinde im Frankfurter Stadtteil Ginnheim, wurde sie im Jahr 1992 Kirchenvorsteherin. Sie organisierte unter anderem Gemeindeveranstaltungen und Ausflüge und leitete die Redaktion der Gemeindezeitung. Die Diakonie und die Ökumene lagen ihr besonders am Herzen. Im Stadtteil beobachtete sie, dass das Leben der Menschen immer anonymer wurde und nachbarschaftliche Unterstützung und Hilfe immer weniger selbstverständlich war. Zusammen mit der katholischen Kollegin Eva Sammet und anderen gründete sie 1994 die ökumenische Nachbarschaftshilfe „Soziale Kontakte Ginnheim“, bei dem über hundert Ehrenamtliche Menschen, die Hilfe bedürfen, zur Seite stehen. Die Nachbarschaftshilfe wurde 2010 für das Projekt „Männer für Männer“ mit dem Das Projekt wurde 2010 mit Nachbarschaftspreis der Stadt Frankfurt und 2019 mit dem Senfkornpreis der Caritas ausgezeichnet.

Barbara Mielert engagierte sich auch über ihre Kirchengemeinde hinaus für die evangelische Kirche. Über drei Amtsperioden war sie Mitglied im Vorstand des damaligen Dekanats Frankfurt-Nord, davon sechs Jahre als Präses. In dieser Funktion war sie maßgeblich am Aufbau der Kirchengemeinde im neuen Stadtteil Riedberg beteiligt und übernahm von 2005 bis 2008 den Vorsitz des Gemeindeausschusses. Der von ihr geleitete Ausschuss entwickelte die Gemeindearbeit, die in einem Zelt mit Bauwagen begann und später in Räumen der neu gebauten Grundschule weiter ging. „Diese Arbeit am Riedberg habe ich mit viel Herzblut und viel Energie getan, das war eine tolle Aufgabe“, sagte sie später. Darüber hinaus war sie viele Jahre Mitglied der Regionalversammlung des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt, arbeite in den Ausschüssen mit und gehörte dem Verwaltungsrat der Evangelischen Zukunftsstiftung an. Als Vertreterin für Frankfurt gehörte sie der Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau an und engagierte sich dort im Ausschuss für Diakonie und gesellschaftliche Verantwortung.

Für ihr ehrenamtliches Lebenswerk wurde Barbara Mielert im Jahr 2016 vom Vorstand der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach mit der Philipp-Jakob-Spener-Medaille geehrt. In seiner Laudatio wurde sie von Vorstandsmitglied Wolf-Gunter Brügmann-Friedeborn treffend beschrieben: „Wer ihr erstmals begegnet, kann den Eindruck gewinnen, sie sei eine zurückhaltende, bescheidene, sanfte Frau. Dieser Eindruck ist sicher richtig. Aber er reicht nicht, sie zu beschreiben. Wer länger mit ihr zu tun hat, ist beeindruckt von der Energie, die ihr innewohnt und mit der sie sich engagiert: Zielstrebig, konsequent, ausdauernd, gründlich, vermittelnd. Sie ist eine diplomatische Bewegerin, die in unserer Kirche viel auf den Weg gebracht hat.“

Mit Barbara Mielert verliert die evangelische Kirche eine Frau, der das diakonische Handeln sehr am Herzen lag, die sich auf allen Ebenen für ein soziales Miteinander einsetzte: Sowohl vor Ort und direkt mit den Menschen, als auch in den kirchlichen Gremien.