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Prodekanin Amina Bruch-Cincar gibt Amt ab: Sehnsucht nach der Begegnung im Gottesdienst

Die Theologin verlässt das Evangelische Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach und wird Pfarrerin der Paulusgemeinde in Darmstadt. Am Freitag, 27. März, wurde sie in einem Gottesdienst in der Frankfurter Heiliggeistkirche verabschiedet.

Prodekanin Amina Bruch-Cincar wurde beim Gottesdienst mit Applaus verabschiedet. |
Prodekanin Amina Bruch-Cincar wurde beim Gottesdienst mit Applaus verabschiedet. | Bild: Rolf Oeser

„Zukünftig wird sie weniger Gottesdienst halten“, hieß es vor vier Jahren in einem Portrait, das anlässlich Amina Bruch-Cincars Antritt als Prodekanin im Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach erschien. Für den Frankfurter-Süd-Osten und Offenbach war die im März 1965 in Kleinmachnow bei Potsdam Geborene seitdem zuständig. Sitzungen, Ortstermine, Aktenstudium, Erarbeiten von Konzeptpapieren für die landeskirchliche Reform ekhn 2030 prägten ihren Alltag. Sie wurde Dienstvorgesetzte für 52 Mitarbeitende in Pfarrdienst, Kirchenmusik und Gemeindepädagogik und Verwaltung. Bruch-Cincar hat Buch geführt über die Besuche in den Frankfurter und Offenbacher Gemeinden, „weil es mir wichtig ist, dort die Menschen zu treffen und keinen zu vergessen“. Mitarbeitendengespräche, überhaupt den Kontakt zu den Beschäftigten zählt Amina Bruch-Cincar zu ihren Schwerpunkten.

Pfarrerin Amina Bruch-Cicar neben Stadtdekan Holger Kamlah (links) und dem Leiter der katholischen Stadtkirche, Michael Thurn. |
Pfarrerin Amina Bruch-Cicar neben Stadtdekan Holger Kamlah (links) und dem Leiter der katholischen Stadtkirche, Michael Thurn. | Bild: Rolf Oeser

Zum 1. April gibt die Theologin das Leitungsamt im Frankfurter Dominikanerkloster ab und wechselt als Pfarrerin in die Darmstädter Paulusgemeinde. Unweit der Zentrale der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat diese ihren Sitz. Aber das ist mehr ein geographisches Stichwort. Bruch-Cincar, die vor der Tätigkeit als Prodekanin 19 Jahre Pfarrerin der Gustav-Adolf-Gemeinde in Offenbach-Bürgel war, möchte auf der Schlussstrecke ihres Berufs noch „mal etwas machen, was mir viel bedeutet“. Vor Ort, nahe bei den Menschen sein.

Ein Aha-Moment sei für sie ihre Reaktion gewesen bei einer Fortbildung 2025 in Wien auf die Frage: „Vermisst du nicht die Gemeinde?“. Ein „ja“ aus tiefstem Herzen habe sie empfunden, so die Prodekanin bei einem Gespräch in ihrem Büro unweit der Frankfurter Konstablerwache. Diese Begegnungen am Ende des Gottesdienstes, wenn am Ausgang Menschen zu ihr sagten, sie seien betrübt gekommen und gingen nun gestärkt, „die haben mir gefehlt“. Und die Musik: „Ich freue mich sehr darauf, mit den beiden hauptberuflichen Musikern dort zusammenzuarbeiten“, sagt Amina Bruch-Cincar, die gelegentlich als Sopranistin an Konzerten mitwirkt. Als Prodekanin hatte sie die Verantwortung für die Kirchenmusik übernommen. Zahlreiche Konzerte besuchte Amina Bruch-Cincar, „um zu verstehen und zu würdigen, was unsere Kirchenmusiker tun“.

Gerne denkt sie auch das Programm anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Evangelisches Gesangbuch zurück, „das lag mir besonders am Herzen, weil es den Gemeindegesang in seinen verschiedenen Ausprägungen, den Lieblingsliedern der Generationen in den Mittelpunkt stellte“. Gut gefallen hat ihr an der Konzertwoche in den Gemeinden in der Frankfurter Innenstadt die ökumenische Zusammenarbeit mit der Frankfurter Bläserschule und der Domsingschule.

Prodekanin Amina Bruch-Cincar bei ihrer Abschiedspredigt. |
Prodekanin Amina Bruch-Cincar bei ihrer Abschiedspredigt. | Bild: Rolf Oeser

Aus dem Wechsel ist nicht abzuleiten, dass Amina Bruch-Cincar vor Leitung zurückschreckt, von 2013 bis 2018 war die Pfarrerin, Mutter zweier erwachsener Töchter, Versammlungsleiterin des Kirchengemeindeverbands Offenbach. In den Jahren 2016 bis 2018 übte Bruch-Cincar das Amt der Stellvertretenden Dekanin des damaligen Dekanats Offenbach aus. Als die evangelischen Kirchen beider Städte 2019 zusammengingen, wechselte sie in den Vorstand des Stadtdekanats und Regionalverbandes Frankfurt und Offenbach. Die Theologin blieb daneben vielfältig aktiv, als Pfarrerin in Offenbach-Bürgel, Autorin der Mitgliederzeitung der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach, als Ausbilderin von Prädikantinnen und Prädikanten für die ehrenamtliche Verkündigung.

Zu den Höhepunkten ihrer Arbeit als Prodekanin Im Evangelischen Stadtdekanat zählt Amina Bruch-Cincar unter anderem die Einführung von Lektorinnen und Lektoren, die fürs Gottesdiensthalten qualifiziert wurden, unlängst in Frankfurt-Seckbach. Dass darunter einige als Kirchenvorstand Engagierte waren, hat ihr gefallen: die Bereitschaft in Sachen Verkündigung und Organisatorischem Verantwortung zu übernehmen.

Bauprojekte hat Amina Bruch-Cincar in ihrer Amtszeit als Prodekanin begleitet und deren Eröffnung mitgefeiert: Anfang Februar 2026 die Eröffnung des Gemeindezentrums Sankt Nicolai im Frankfurter Ostend, Im Frühjahr 2023 die Eröffnung des neuen Gemeindezentrums der Lukas- und Matthäusgemeinde mit Freiluftkirche in Offenbach-Tempelsee, „das war ein richtiger Pfingstmoment“, nicht nur, weil das Fest auf den Feiertag fiel, sondern „da war der Heilige Geist besonders intensiv spürbar“.

In dem Regal neben Bruch-Cincars Schreibtisch steht ein farbenfrohes Bild von einem Phantasietrio – Bruch-Cincar zeigt darauf, „ein bisschen wie wir drei,“ Stadtdekan Holger Kamlah, ihre Kollegin als Prodekanin Stefanie Brauer-Noss. Sie hat gerne mit den beiden zusammengearbeitet. Doch eine Mischung aus gesundheitlichen Signalen und dem Wunsch, noch einmal „Gemeinde zu machen“, haben Amina Bruch-Cincar zur Bewerbung nach Darmstadt bewogen. Im Gottesdienstplan der Paulusgemeinde für Ostern steht sie schon, eingetragen in ihren Kalender hat Amina Bruch-Cincar für den Sommer die Betreuung einer Familienfreizeit. „Auf meine alten Tage“, sagt sie und lacht, „das habe ich früher mit meinen Töchtern gemacht“. Sie freut sich auf die Reise.

Die Predigt von Prodekanin Amina Bruch-Cincar im Wortlaut:

Niemand hat Gott je gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben,
so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. 1. Joh 4, 12

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus.

Liebe Gemeinde!

Festlich, fröhlich und strahlend, so begann dieser Gottesdienst. Mit Musik aus vielen Kehlen und allen Rohren. Und so soll es ja weitergehen. Aber zunächst widmen wir uns ein paar Fragen, die ich heute geklärt haben will.

  1. In welchen Zeiten leben wir, dass uns sogar die kirchenleitenden Amtsinhaber verlassen?
  2. Wie soll es weitergehen? Worauf kommt es jetzt an?
  3. Was hat das mit Gott zu tun?

Zu 1. In welchen Zeiten? – In schwierigen, irritierenden Zeiten!

Zunächst dies: Kirchenmitgliedschaft nimmt deutlich ab. Bereits im Jahr 2040 wird die für 2060 avisierte Halbierung der Kirchenmitgliederzahlen gegenüber 2017 (Freiburger Studie) erreicht. Verantwortliche in den Gemeinden bekommen einen verlorenen Blick, wenn sie die aktuellen Zahlen zu hören bekommen, die alle nur in eine Richtung gehen.

Was mir fast noch mehr zu denken gibt, ist der Traditionsabbruch. Letzthin hörten wir im Konvent zusammen mit den SchulpfarrerInnen, dass sogar schon Grundschüler Geschichten von Gott nicht ernstnehmen, weil für sie feststeht, dass es Gott halt mal nicht gibt. Weniger als die Hälfte der Kinder von Kirchenmitgliedern werden evangelisch getauft.

Wir leben in Zeiten nicht nur von anstrengenden Transformationsprozessen, wir leben in Zeiten des Glaubensabbruchs. Nicht allein die Kirche steht mit dem Rücken zur Wand. Sogar der Glaube an Gott hat sich dort eingefunden.

Es sind ernste Zeiten, die Ihnen in den Gemeinden viel abverlangen, weil Ihre engagierte Arbeit zwar durchaus positive Resonanz findet, die Zahlen aber trotzdem sinken. Wir alle bringen uns nach Kräften ein, manchmal darüber hinaus. Nicht alle bleiben dabei. Einige geben auf, sicher aus unterschiedlichen Gründen. Und das auf allen Ebenen, vom Kirchenvorsteher bis zum Steuerungsgruppenvorsitzenden, von der Prodekanin bis hin zum Propst.
Von mir hat meine Kirche nach 22 Jahren als Gemeindepfarrerin noch 4 Jahre als Prodekanin erhalten. Für mich ist hier eine Grenze erreicht. Ich werde gerne wieder in den Gemeindedienst gehen und bin sicher, dass es eine begabte und tatkräftige Nachfolge in Südost geben wird.

Aber kommen wir zurück zu Bestandsaufnahme: Wo waren wir stehengeblieben?
Kirche ist angefochten, der Glaube wird zur Randerscheinung.

Liebe Gemeinde: biblisch gesehen ist das normal. Normal marginal waren die Gläubigen nach Ostern – ein versprengtes Grüppchen - und dabei bedürftig nach Vergewisserung, ob sie noch auf dem rechten Weg sind. So ähnlich wie wir. Für solche Menschen wurde der 1. Johannesbrief verfasst. In der Offenbacher Gustav-Adolf-Kirche ist ein Vers aus dem 1. Johannesbrief groß über dem Altar geschrieben. Da heißt es: Niemand hat Gott jemals gesehen. Und das über einem Altar! Das muss man sich mal vorstellen. So als wollte Johannes sagen: Was wollt ihr? Gesehen hat Gott doch keiner. Darum erwartet nicht, dass Menschen sich ohne Weiteres auf Gott einlassen. Ihr habt Gott doch auch nicht einfach gesehen. Ihr seid irgendwann zum Glauben gekommen. Aber denkt mal, was das für ein langer Prozess war! Nie eine einfache Einsicht - immer eine Lebensgeschichte!

Also: Niemand hat Gott je gesehen. Und jetzt kommt´s: Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollkommen. Damit sind wir bei der nächsten Frage dieser Predigt, nämlich:

Zu 2. Wie soll es weitergehen und worauf kommt es jetzt an?

Jedenfalls nicht darauf, dass ich Prodekanin für den Bereich Südost bleibe. Es kommt auf dich an und auf euch und auf Sie und am Ende auch auf mich. Wenn Gott nicht sichtbar ist, also den Sinnesorganen nicht einfach zur Verfügung steht, sondern der Unverfügbare bleibt, so gibt es doch etwas Anderes, das öffentlich sichtbar und erlebbar ist, nämlich die Liebe seiner Menschen untereinander.

In den vier Jahren als Prodekanin durfte ich viele großartige und überaus liebenswerte Menschen kennenlernen.

  • Da sind Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, die für ein Vergelt´s Gott nicht nur innerhalb der Gemeinde für die Leute da sind, dafür sorgen, dass Gottesdienste, Konfifahrten und Seniorennachmittage stattfinden können. Ich erlebe täglich Personen, die in ehrenamtlicher Mehrfachbelastung bereit sind, mühsame, manchmal richtig ärgerliche und insgesamt sehr anstrengende Gremienarbeit zu übernehmen und dies in großer Professionalität tun.
  • Dann Prädikantinnen und Lektoren,
    die lange Kurse und Prüfungen auf sich genommen haben, um dann viel Zeit, Sorgfalt und Liebe einzusetzen, um in den Gemeinden schöne Gottesdiensten zu halten.
  • Dann GemeindepädagogInnen mit langer Erfahrung, klaren theologischen Überzeugungen und großer methodischer Bandbreite.
  • Die KirchenmusikerInnen, die man überhaupt erst kennenlernt, wenn man ihre Konzerte besucht und erlebt, wofür sie brennen.
  • Pfarrkolleginnen und Kollegen: theologisch brillant, sprachgewandt, wunderbare Seelsorger.
  • Dann Frauen und Männer in Leitung und Verwaltung, ERV wie Stadtdekanat, die für Struktur und Ordnung sorgen und dafür, dass wir uns nicht strafbar machen und morgen noch Geld da ist für Mitarbeitende und Gebäude. Das sind die Hüter unserer Solidargemeinschaft.
  • Dann all die KollegInnen in unseren diakonischen Einrichtungen, die ja ebenso Kirche sind, aber das eben in der KiTa oder am Flughafen oder bei der Schuldnerberatung.
  • Dann drei wunderbare Mitdekane:
    Achim Knecht, Holger Kamlah und meine liebe Kollegin Stefanie Brauer-Noss, mit denen ich vertrauensvoll zusammenarbeiten durfte.

Ihnen allen gilt mein tiefempfundener Dank und meine große Hochachtung!

Sie alle hätten andere Optionen, aber Sie haben sich für Kirche entschieden, weil hier ihr Herz schlägt.

Manch ein Mitarbeiter aus der Diakonie, der Verwaltung oder der Bauabteilung ist mit genau diesen Überzeugungen zu Kirche als Arbeitgeber gewechselt. Weil hier ein christlicher Geist weht und die Nächstenliebe regiert. Tja, hm. Ich merke, wie sie unruhig auf Ihren Sitzen herumrutschen. Naja, das mit der gegenseitigen Liebe, das ist vielleicht ein bisschen dick aufgetragen, denn so kuschelig geht es nun auch nicht zu bei uns. Sagen wir: „Liebe“ ist missverständlich. Denn Agape, das griechische Wort, das hier verwendet wird, meint nicht ein Gefühl, sondern eine Haltung, die praktisch wird, indem sie Achtung, Respekt und Sorge um das Wohl des anderen zeigt.

Sie merken: Man muss einander nicht mögen, aber man soll einander lieben, nämlich respektieren, Wertschätzung zeigen (gern auch mal loben), aufeinander achtgeben und aneinander denken: Frau M.´s Mutter ist gestorben – wir kondolieren. Dort ist ein Kind geboren – wir sammeln Geld für ein Geschenk. Herr K. ist länger krank: wir schreiben ein Kärtchen. Wir beantworten geduldig E-Mails. Wir sagen danke und bitte und meinen es auch so.

Ist das flach und belanglos? - Nur, wenn wir es nicht ernst meinen.

Liebe Gemeinde, gerade wenn die Transformationsprozesse Ressourcen neu aufteilen, kommt es darauf an, dass wir verstehen, dass ein fairer und gerne auch freundlicher und kompromissbereiter Umgang miteinander keine Schwäche ist, sondern Agape, das Markenzeichen des unsichtbaren Gottes. Sehen kann man Gott nicht bei uns, aber vielleicht doch spüren?

Der Umgang miteinander lässt sich auch an der Fluktuation ablesen: im KV, in der KiTa-Belegschaft oder unter den Mitarbeitenden in Gemeinden, Verwaltung und Fachbereichen. Hier gibt es gewiss auch andere Faktoren, aber das Miteinander ist kaum zu überschätzen.

Auf der Ebene des Nachbarschaftsraums blickt man häufig zurück auf Jahrzehntelang eingeübte Rivalität und Missgunst. Das ist ziemlich normal, hilft uns aber leider überhaupt nicht weiter. Darum freut es mich riesig, dass hier Einigung zum GBEP und zur neuen Rechtsform weitgehend gefunden ist. Das wird in einigen Fällen Blut, Schweiß und Tränen erfordert haben. Am Ende habt ihr es geschafft, einen Konsens zu finden, mit dem es weitergehen kann. Das sind die harten Prüfungen unserer Agape, der gegenseitigen Liebe. So kann das aussehen.

Aber nun kommen wir zur dritten und letzten Frage:

Zu 3. Was das mit Gott zu tun hat?
Ich glaube, dass Gott uns in diese Welt schickt. Gott braucht uns. Nicht, um die EKHN zu erhalten, das ist ein anderes Thema. Sondern, um ein Ort seiner Gegenwart in der Welt zu sein. Eine Zelle des Widerstands, ein glühender Punkt in der Dunkelheit. Ich glaube, dieser Gott, den niemand sehen kann und der ganz offenbar in der westlichen Hemisphäre mehr und mehr in Vergessenheit gerät, der will erlebbar sein unter seinen Gläubigen. Er will aus dieser Gemeinschaft hinausstrahlen in die Welt, die gerade dabei ist, dem Recht des Stärkeren das Feld zu überlassen.

Und so sieht es da aus:
Ein Angriffskrieg nach dem anderen, humanitäre Notlagen ohne Zahl, sog. Kollateralschäden, die einfach nur noch müde durchgewunken werden. Die Demokratie sitzt auf der Auswechselbank, während die großen Jungs draußen auf dem Spielfeld auf die Menschenrechte pfeifen.

Die Wahlen in Deutschland lassen nichts Gutes hoffen. Soziale Ungleichheit wird Migranten angelastet. Die Rüstungsindustrie erzielt Milliardengewinne. Auf diesem Hintergrund ist es ein politisches Bekenntnis und auch ein Glaubensbekenntnis, wie wir miteinander und in der weltweiten Ökumene umgehen.

Agape zieht weite Kreise. Sie bleibt nicht im privaten, gemeindlichen oder beruflichen Kontext, sondern sucht sich Partner guten Willens in der Stadt, unter den christlichen Konfessionen, unter den Religionen und bei denen, die ohne den religiösen Überbau etwa in Parteien und Vereinen Gutes tun.

Wir widerstehen der Tendenz des Populismus, überall das Versagen, das Schlechte hervorzustreichen, um die Unzufriedenheit der Menschen zu schüren. Dies nicht mit der Absicht, etwas zu verbessern, sondern um daraus den eigenen Vorteil zu ziehen. Darum: Stärken wir das Gute, benennen wir mutmachende Entwicklungen, machen wir da mit.

Agape fängt dort an, wo sie direkt wirksam werden kann. Bei uns selbst.

Lassen wir nicht zu, dass eine Mitgliederstatistik uns allen Mut und die Freude raubt. Soll Gott für seine Kirche sorgen, er ist der Herr der Kirche. Wir haben einen anderen Auftrag. Und der lautet: Gebt dieser Welt einen Lichtblick, einen Zufluchtsort, wo Freundlichkeit und Gastfreundschaft, Geduld und Herzlichkeit daheim sind. Seid ein Ort der Agape, damit Gott gerne bei euch wohnt.

Niemand hat Gott je gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben,
so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.


Autorin

Bettina Behler 410 Artikel

Bettina Behler, Medieninformation Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt und Offenbach