Ruhe ist kein „Lifestyle“ sondern lebenswichtig
Ist weniger arbeiten Luxus? Ist „Teilzeit“ eine „Lifestyle“ Entscheidung? Nein! Ruhe ist kein Rückschritt! Sie ist Widerstand gegen eine Kultur, die das „Mehr“ zur Norm erklärt – heißt es in der Einladung zu dem traditionellen ökumenischen Gottesdienst am Vorabend des Tags der Arbeit auf dem Frankfurter Römerberg. Jörg Heuser, Fachstelle Arbeitswelt und Kirche der katholischen Stadtkirche und Malte Dücker, Fachstelle gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach, gestalten ihn gemeinsam. Zudem wirkt Sebastian Alt, Katholische Arbeiterbewegung Limburg, mit bei dem Gottesdienst, der um 18 Uhr in der evangelischen Alten Nikolaikirche beginnt, die schräg gegenüber dem Frankfurter Rathaus in der Innenstadt gelegen ist.
Die beiden wollen einen ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Arbeit für alle gestalten, „die arbeiten, Arbeit suchen, Verantwortung tragen oder einfach spüren, dass es so nicht endlos weitergehen kann“. Mit Blick auf die Gesellschaft äußern Dücker und Heuser: „Die Entgrenzung der Arbeit berührt den Kern von Kirche und Zivilgesellschaft. Wenn der Beruf alle Lebensbereiche besetzt, fehlt die Kraft, um für andere da zu sein. Für Carearbeit zu Hause, aber auch für ehrenamtlichen Einsatz für die Allgemeinheit. Ohne Zeit für Ruhe und Erholung verliert unsere Gesellschaft ihr Fundament." Aus theologischer Sicht formulieren die beiden: „Gott hat der Arbeit eine Grenze gesetzt, damit der Mensch Mensch bleiben kann. Sein Ruhegebot erinnert uns: Unser Wert gründet in unserer Person, nicht in unserer beruflichen Position oder Leistungsfähigkeit. Das wollen wir in diesem besonderen Gottesdienst feiern."
Für den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes zum „Tag der Arbeit“ sorgt der katholische Regionalkantor Peter Reulein.