Spenerhaus: ein Ort der Begegnung und des guten Schlafes
Nicht alle Zimmer konnten gestern Abend bei der offiziellen Wiedereröffnung des Hotels Spenerhaus nach zweieinhalb Jahren Bauarbeiten besichtigt werden – die ersten Betten des Hotels und Tagungszentrums an der Dominikanergasse waren schon belegt. (Weitere Informationen zu dem Hotel, den Räumen und dem Bau hier)
„Vom neuen, alten Spenerhaus“ sprach Stadtdekan Holger Kamlah in seiner Begrüßung. Die Mühen solch ein Hotel zu unterhalten, nehme der Evangelische Regionalverband (ERV), dessen Vorstandsvorsitzender Kamlah ist, nicht auf sich, um der Wirtschafts- und Finanzmetropole ein paar weitere Hotelbetten hinzuzufügen, sondern: „Wir tun es, weil uns eine uralte, im Christentum tief verwurzelte Idee fasziniert: die der Gastfreundschaft“. Ein Ort des Diskurses, der Gemeinschaft solle das Hotel und sein Tagungsbetrieb sein. Die geschehe auch im Sinne des Namensgebers Philipp Jakob Spener, der im 17. Jahrhundert in Frankfurt als Senior des Predigerministeriums wirkte. Kamlah erinnerte: Spener wollte den christlichen Glauben vor allem in der Praxis ausgedrückt sehen.
Wenige hundert Meter sind es von dem Hotel des ERV zum Main, zur Konstablerwache, zum Römerberg, zur Einkaufsstraße Zeil. Ein paar Schritte nur waren es für Planungsdezernent Professor Marcus Gwechenberger von seinem Büro aus zu der Veranstaltung. In seinem Grußwort äußerte er Freude darüber, dass hier ein Ort entstanden ist, wo sich Menschen begegnen, wo Gäste, Stadtgesellschaft und Kirche zusammenkommen. „Frankfurt ist offen für Dialog“ und „Frankfurt ist ein Tagungsort“, sagte Gwechenberger und „Frankfurt ist sehr gut gelegen“. Der Dezernent lobte, dass hier im Sinne der Nachhaltigkeit im Bestand weitergebaut wurde.
Cornelius Boy, Leiter der Bauabteilung des Evangelischen Regionalverbandes, befand, dass das Projekt die Anstrengungen wert war, und zeigte sich erfreut darüber, dass hier „ein Ort entstanden ist, der Identität schafft“. Guido Höfert vom Architekturbüro HHS Kassel meinte, mit „guter evangelischer Zurückhaltung“ sei hier ein qualitätvolles Hotel neben Heiliggeistkirche und Dominikanerkloster platziert.
Sebastian Stattaus, Geschäftsführer Himmlische Herbergen, verwies in der Gesprächsrunde zur Eröffnung darauf, „gutes WLAN genügt heute nicht“, gleich nach gutem Essen und noch vor der Qualität der Zimmer sei als Unterkunftsqualität jüngst als Faktor zwei „gute Räume der Begegnung“ in einer Umfrage genannt worden. An die Leiterin des Spenerhauses, Tanja Eckelmann, übergab Stattaus eine Urkunde, die für die Aufnahme in den Kreis der Himmlischen Herbergen steht. Eckelmann führt mit einem Team von 18 Personen das Spenerhaus. Ihrem Team, das mit ihr auch die Bauphase bewältigt hat, galt ihr besonderer Dank. Sie verwies im Übrigen darauf, dass nicht nur baulich, sondern auch bei der Versorgung in dem Haus schon lange auf Nachhaltigkeit gesetzt werde.
Gerne zu Gast ist in dem Spenerhaus die Landessynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Stadtdekan und ERV-Vorsitzender Holger Kamlah sprach in dem Zusammenhang von einem „wichtigen Ort für die demokratische Kultur unserer Kirche“.
Als EKHN-Vertreterin sprach Präses Birgit Pfeiffer bei der Spenerhaus-Wiedereröffnung ein Grußwort. Es sei inmitten Frankfurts ein Ort des Diskurses entstanden, der Begegnung, „wie ihn unsere Gesellschaft so dringend braucht“, so Pfeiffer. Zudem äußerte sie die Hoffnung, dies werde ein Ort „der Geborgenheit und des erholsamen Schlafs“.