Mit Herzblut für die Stadtkirche
„Die Schönheit des Glaubens zu vermitteln und Menschen Lust zu machen, Gott zu vertrauen und in einer Beziehung zu Jesus Sinn zu finden“ – mit diesem Anliegen hat Manuela Baumgart die Stadtkirchenarbeit in Offenbach geprägt. Und sie wollte stets allen, die in die Kirche kamen, Mut und Hoffnung machende Impulse für den Alltag mit auf den Weg geben. Ende Juli verabschiedet sie sich in den Ruhestand. Ihre Zeit begann unter außergewöhnlichen Bedingungen. Die Luminale-Ausstellung in der Stadtkirche war gerade eröffnet, als der erste Corona-Lockdown das öffentliche Leben zum Stillstand brachte. Dennoch blieb die Kirche ein Ort, an dem Menschen Trost, Ruhe und Orientierung fanden. Rückmeldungen wie „Wie gut, dass die Kirche offen ist“ begleiteten ihre Arbeit über viele Jahre hinweg.
Ausstellungen, Lesungen, Konzertreihen, Sommerabendmusiken, Taizé-Abende, ökumenische Projekte und kreative Glaubensimpulse prägten die Stadtkirchenarbeit in dieser Zeit. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher stieg kontinuierlich. Aus anfangs rund 2.800 Gästen pro Jahr wurden zuletzt mehr als 6.000. Die Stadtkirche entwickelte sich über viele Jahre zu einem Ort, an dem Menschen mitten in der Stadt innehalten, beten, eine Kerze anzünden oder einfach zur Ruhe kommen konnten.
Viele Projekte entstanden in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen, Künstlerinnen und Künstlern, ökumenischen Partnern sowie zahlreichen Engagierten in Offenbach. Das Netzwerk der ehrenamtlichen Kirchenhüterinnen und Kirchenhüter wird auch künftig dafür sorgen, dass die Stadtkirche als offener Ort für Besucherinnen und Besucher erhalten bleibt.
Für Manuela Baumgart schließt sich mit dem Ruhestand auch ein persönlicher Kreis. Viele Jahre bevor sie ihre Stelle antrat, stand sie einmal vor dem Dominikanerkloster, dem Sitz des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach, und dachte: „Da möchte ich einmal arbeiten.“ Dieser Wunsch erfüllte sich. Nach Stationen in der Kommunikationsbranche und langjährigem ehrenamtlichem Engagement konnte sie in den letzten Berufsjahren noch einmal ihre Leidenschaft für Kommunikation, Kultur und Kirche miteinander verbinden.
Mit Manuela Baumgarts Ruhestand endet die hauptamtliche Stadtkirchenarbeit in Offenbach. Die Stelle wird nicht neu besetzt. Hintergrund sind die tiefgreifenden Struktur- und Sparprozesse innerhalb der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.
Ganz abgeschlossen ist das Thema Musik allerdings noch nicht. Gemeinsam mit dem Frankfurter beziehungsweise Neu-Offenbacher Liedermacher und Pfarrer Eugen Eckert hat Manuela Baumgart in diesem Jahr die Konzertreihe „Zeit für Musik“ auf den Weg gebracht. Bis Ende November laden Konzerte unterschiedlichster Stilrichtungen in die Evangelische Stadtkirche Offenbach ein – und auch im kommenden Jahr geht es dann direkt nach Ostern in die neue Konzertsaison 2027.
Zu den nächsten Terminen der Konzertreihe „Zeit für Musik“ in der Evangelischen Stadtkirche Offenbach, Herrnstraße 44, gehören unter anderem:
- Mittwoch, 17. Juni, 19:30 Uhr: Klavierabend mit Elisabeth Stoll und Werken von Bach, Haydn, Rachmaninoff u.a.
- Mittwoch, 1. Juli, 19:30 Uhr: „Thought, in Motion“ – Multi-Media-Konzert mit jungen internationalen Künstler:innen um Ziyi Tao (Peking, New York, Frankfurt)
- Mittwoch, 16. September, 19:30 Uhr: „Haiku & Musik“ – eine wunderbare Kombination aus bezaubernder Lyrik und passender Musik, mit Heike Städter am Fagott und Gabriele Scholz am Flügel
- Mittwoch, 28. Oktober, 19:30 Uhr: Shinnosuke Inugai, Klavier, und Mutsumi Ito, Flöte – Sonaten und Werke von Beethoven, Liszt, de Falla und Turina
Auch nach dem Abschied aus dem Berufsleben dürfte es um Manuela Baumgart in kirchlichen Zusammenhängen kaum still werden. Seit vielen Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich in ihrer Heimatgemeinde und plant, sich dort nach einer kleinen Verschnaufpause wieder stärker einzubringen. Zunächst gehe es darum, „gut abzuschließen“, sagt sie selbst.
Und noch einen Traum hat die frühere Werberin nicht aufgegeben: Sie beschäftigt die die Idee einer groß angelegten Plakatkampagne für die evangelische Kirche. Große Fragen, starke Botschaften, sichtbar im öffentlichen Raum. Wer weiß – vielleicht begegnet man solch einem Bildmotiv irgendwann doch noch auf Frankfurts und Offenbachs großen Plakatwänden.
Viele persönliche Rückmeldungen aus den vergangenen Wochen zeigen jedenfalls, dass ihre Arbeit Spuren hinterlassen hat – bei Besucherinnen und Besuchern ebenso wie bei den vielen Weggefährtinnen und Weggefährten der vergangenen Jahre.