Neulich beim Tierarzt
Tierarztbesuche sind besonders. Stets begleitet von einem latenten Unbehagen (Kann ich die Rechnung bezahlen? Fehlt dem Tier auch nichts Ernstes?) freue ich mich andererseits auf die Begegnungen. Schon beim Überschreiten der Türschwelle ist es, als würde ich in ein anderes Universum eintauchen. Im Wartezimmer sitzen Hund und Katz’ mit Frauchen oder Herrchen im Kreis beisammen. Eine eingeschworene Gemeinschaft.
Neuankömmlinge werden sofort in die Gruppe integriert: „Was fehlt ihr (oder ihm) denn?“, lautet die Check-in-Frage. Nach diesem fast schon rituellen Gesprächseinstieg fallen schnell die Schranken. Meine Mitwartenden und ich kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen, erzählen von Kindern und Enkeln, von zu pflegenden Angehörigen, von schönen Ausflügen in der Region und den besten Gassi-Routen. Wir schimpfen über die Spritpreise und wundern uns über Gurken, die mal 20 Cent und dann wieder 2 Euro kosten.
Neulich kam es mir wieder so vor, als würde ich diese Leute schon mein halbes Leben lang kennen. Schade, dass es nicht überall so ist. Beim Besuch eines Gottesdienstes zum Beispiel, sitzen Bank für Bank alle für sich. Vielleicht braucht es auch in unseren Kirchen mehr Sitzkreise?
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