Leben & Alltag

So wappnen Sie sich fürs Älterwerden

Das Leben im Alter sollte man frühzeitig planen, nicht erst im Notfall. Wer mit 60 oder 65 anfängt, hat Zeit, Veränderungen schrittweise umzusetzen. Das ist gerade dann wichtig, wenn man in der eigenen Wohnung bleiben will.

Antje Schrupp Foto: Heike Rost
Antje Schrupp Foto: Heike Rost

Sie sind entschlossen, in Ihrer jetzigen Wohnung alt zu werden? Dann sollten Sie erst mal typische Unfallquellen beseitigen.

Türschwellen, rutschige Teppiche und Stufen sind Stolperfallen – und schwere Stürze ein häufiger Auslöser, warum alte Menschen aus ihren Wohnungen ausziehen müssen. Es ist also eine gute Idee, diese Gefahren zu beseitigen, bevor etwas passiert.

Nehmen Sie sich als erstes das Badezimmer vor: Dort ereignen sich die meisten Unfälle.

Rutschfeste Matten, Haltegriffe, Sitzmöglichkeiten können Stürze vermeiden. Eine bodengleiche Dusche ist besser als die Badewanne. Und ein erhöhter Toilettensitz erleichtert das Aufstehen.

Nutzen Sie Fördermöglichkeiten.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt einen altersgerechten Badumbau auch ohne Pflegegrad mit 10 Prozent der Kosten, maximal 2.500 Euro. Bei Umbaumaßnahmen, die aufgrund einer Pflegebedürftigkeit notwendig werden, gibt die Pflegekasse rund 4.000 Euro dazu. Achtung: Beide Zuschüsse müssen beantragt werden, bevor die Arbeiten beginnen!

Auch wichtig: Checken Sie Ihre Alltagsroutinen.

Alte Augen brauchen mehr Licht, also her mit helleren Lampen und bewegungsgesteuerten Nachtlichtern in Flur und Bad. Auch die Beweglichkeit lässt irgendwann nach. Küchenschränke, Steckdosen, Lichtschalter und überhaupt alles Wichtige sollte für Sie ohne Akrobatik erreichbar sein. Wenn nicht: Umorganisieren!

Prüfen Sie, ob Ihre Wohnung rollstuhlgerecht ist.

Klar, wir alle haben vor, bis ins hohe Alter fit und mobil zu bleiben. Aber was, wenn das nicht klappt? Würden Sie auch im Rollstuhl noch in Ihre Wohnung kommen? Sind die Türen breit genug? Wenn Ihre Wohnung nicht rollstuhlgerecht ist, brauchen Sie für den Fall der Fälle einen Plan B.

Nutzen Sie digitale Helferlein.

Smarte Türklingeln, automatische Herdabsicherungen, Sprachassistenten oder Notrufknöpfe: Es gibt heutzutage viele Möglichkeiten, sich das Leben digital zu erleichtern. Informieren Sie sich und probieren Sie es aus. Telemedizinische Sprechstunden, Online-Einkauf und Videocalls sind nützlich, wenn die Mobilität nachlässt.

Lernen Sie Ihre Nachbarinnen und Nachbarn besser kennen, erkunden Sie den Stadtteil.

Kennen Sie Ihre Nachbar:innen? Wissen Sie, was in Ihrem Stadtteil vor sich geht? Gute Nachbarschaftsbeziehungen sind enorm wichtig im Alter, oft wichtiger als Familie oder professionelle Hilfe. Wer sich frühzeitig um ein gutes Miteinander bemüht, hat später ein tragfähigeres Netz. Das muss gar nichts Großartiges sein: Nette Gespräche im Aufzug, kleine Gefälligkeiten, all das hilft schon für eine gemeinsame Basis.

Ehrenamtlich aktiv werden, füreinander da sein.

Haben Sie Zeit, spezielle Fähigkeiten oder Kenntnisse? Nachbarschaft funktioniert am besten, wenn man selbst etwas einbringt. Gibt es einen Verein, der Sie interessiert? Lohnt es sich, einen Fahrdienst oder eine Reinigungskraft zu teilen? Wie wäre ein Mittagstisch im Quartier? Könnten die Kirchengemeinde oder das Quartiersmanagement dabei helfen? Schmieden Sie Ideen, gehen Sie auf andere zu, werden Sie aktiv!


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Antje Schrupp 261 Artikel

Dr. Antje Schrupp ist Chefredakteurin des EFO-Magazins. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin bloggt auch unter www.antjeschrupp.com Mastodon: @antjeschrupp@kirche.social

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