Verwandt mit einem Reformator
Dass er mit dem berühmten Schweizer Reformator Johann Heinrich Bullinger (1504-1575) verwandt ist, hat Ralf Ehresmann über eine Plattform für Ahnenforschung herausgefunden. Bullinger war 44 Jahre lang Vorsteher der Zürcher reformierten Kirche und gilt als einer der wichtigsten protestantischen Theologen des 16. Jahrhunderts.
Ein DNA-Test hat die Verwandtschaft aufgedeckt. „Den Anstoß gab vor vielen Jahren meine Beamtenanwärterschaft”, erzählt Ehresmann, der in Lübeck geboren wurde, aber schon seit 30 Jahren in Frankfurt lebt. Er musste seinerzeit eine Abstammungsurkunde vorlegen. Darin war zu lesen, dass sein Großvater in Tauberbischofsheim geboren wurde. Nicht, wie gedacht, aus Lübeck stammte. Ehresmann wurde stutzig und wollte der Sache auf den Grund gehen.
Vom Standesamt Tauberbischofsheim und über die Kirchengemeinde landete der Hobbyforscher schließlich beim ortsansässigen Heimatverein. Weitere Hinweise aus dem Archiv des Vereins führten vom Saarland über Baden-Württemberg schließlich in die Schweiz. „Die Ahnenforschung lief so nebenbei“, sagt Ehresmann. Immer wieder deckte die Datenbank der Plattform neue Verbindungen auf. Irgendwann war klar, dass Barbara Bollinger (1694-1758), eine Nachfahrin Johann Heinrich Bullingers, einen Vorfahren väterlicherseits heiratete. Beide stammten aus der Schweiz, und irgendwann siedelte die Familie nach Winterbach in Deutschaland um. „Vermutlich, weil es dort Ländereien gab“, sagt Ralf Ehresmann. Über Zweibrücken ging es nach Tauberbischofsheim und nach dem Ersten Weltkrieg nach Lübeck.
Über die Plattform hat Ralf Ehresmann Verwandtschaft auf der ganzen Welt gefunden. Viele in den USA und Kanada, aber auch aus Großbritannien, Australien und Tschechien. „Möglich ist das nur, weil sehr viele auf der Plattform ihre DNA haben registrieren lassen“, erklärt Ehresmann. Bei ihm konnte eine einwandfreier Stammbaum bis ins 15. Jahrhundert nachgewiesen werden. „Das ist eher ungewöhnlich.”
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