Juwele der Kirchengeschichte, Teil 31: Die Johanneskirche in Offenbach
Die Johanneskirche wurde 1963 bis 1965 nach den Plänen des Architekten Rainer Schell realisiert. Er hat in diesen Jahren drei weitere Kirchen erbaut, eine in Wiesbaden und zwei in Mainz. Alle sind Kulturdenkmäler nach dem hessischen Denkmalschutzgesetz.
Bestimmend für die Johanneskirche ist neben ihrer Kubusform roter Klinker, der sowohl innen als auch außen verwendet wurde. Die Steine sind ästhetisch anspruchsvoll gesetzt, der quadratische Kirchraum wirkt durch seine Schlichtheit. Die roten geschichteten Steine erzeugen ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Es entsteht auch dadurch, dass die Fenster nicht in die Seitenwände eingelassen sind, sondern Licht nur durch das Fensterband ganz oben hereinfällt. Einen wichtigen Akzent setzt die Lichtöffnung über dem Altar aus Beton, die wie eine runde Lampe von der Decke hängt und die Bibel darauf in Licht taucht.
Im Inneren ist ein farblich passender großer Wandteppich über dem Altar angebracht, gewebt von der Künstlerin Helga Portig-Sitka: In der Mitte eine große Christusfigur, die auf einer blauen Kugel steht, rechts und links gerahmt von großen herabhängenden Händen Gottes. Dreimal ist außerdem Johannes dargestellt: Johannes der Täufer mit Friedenstaube oben links, Johannes der Evangelist, symbolisiert durch den Adler unten rechts und der Johannes der Offenbarung, symbolisiert durch die Buchstaben Alpha und Omega.
Altartisch, Kanzel und Taufbecken sind aus Akazienholz, der Altar steht auf Betonfüßen. Auch die rückwärtige Wand der Empore ist aus Holz, sowie Teile der Orgel. Die Orgel des Bonner Orgelbaumeisters Johannes Klais wurde am 27. April 1968 eingeweiht. Ihre 1760 Pfeifen sind in drei über- und hintereinander gestaffelten Schreinen gestaffelt. Sie hat 25 Register.
Unter dem Kirchraum liegt ein großer Gemeindesaal mit Zugang zu einem gestalteten Hofbereich, außerdem ein kleinerer Raum. Mit einem kleinen Durchgang ist die Kirche mit dem im Grundriss quadratischen Campanile verbunden. Er enthält vier Glocken, deren Töne – fis, a, h und d – zusammen das Anfangsmotiv des altkirchlichen Lobgesangs „Te deum laudamus“ ergeben.
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