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Ökumenischer Kirchentag soll als Corona-„Sonder-Edition“ laufen

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Der Ökumenische Kirchentag im Mai 2021 in Frankfurt am Main soll sich organisatorisch wie inhaltlich stark nach der Corona-Krise richten. Der Deutsche Evangelische Kirchentag plane die kommende Veranstaltung als eine „Art Sonder-Edition unter Corona-Bedingungen“, sagte Generalsekretärin Julia Helmke.

Zusammenkommen – das ist bei Kirchentagen eigentlich Programm. Wie das Ganze unter Corona-Bedingungen möglich ist, dafür erarbeiten die Verantwortlichen für den Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt gerade Konzepte. | Foto: oekt
Zusammenkommen – das ist bei Kirchentagen eigentlich Programm. Wie das Ganze unter Corona-Bedingungen möglich ist, dafür erarbeiten die Verantwortlichen für den Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt gerade Konzepte. | Foto: oekt

Weil die Corona-Krise auch im kommenden Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit noch nicht überwunden sein wird, wird der Ökumenische Kirchentag im Mai mit deutlich weniger Menschen vor Ort geplant als normalerweise, sagte Kirchentags-Generalsekretärin Julia Helmke dem Online-Portal „evangelisch.de“. Gleichzeitig wollten aber die Initiatoren mit Internet-Angeboten mehr Menschen erreichen: „Das ist eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen.“

Der Ökumenische Kirchentag, zu dem unter normalen Bedingungen über hunderttausend Teilnehmende erwartet werden, könnte dadurch zu einem Experimentierlabor werden, betonte die Theologin. Im Mittelpunkt stünden diesmal Themen, die sich während der Corona-Pandemie neu oder schärfer gestellt hätten. Dazu zählten Verschwörungstheorien, Menschenwürde, Geschlechtergerechtigkeit und die Frage nach einer sozialökologischen Zukunft. So beleuchte ein Forum unter der Überschrift „Zivilcourage“, wie die zahlreichen Corona-Verschwörungstheorien mit den Ängsten der Menschen zusammenhingen – und wie diese sich am Ende auf die Demokratie auswirkten.

In einer Podiumsreihe befassten sich die Gäste unter anderem mit der Würde älterer Menschen und der in Corona-Zeiten aufgekommenen ethischen Frage, für wen sich eine Corona-Behandlung noch lohne, erläuterte Helmke. Unter dem Motto „Der perfekte Mensch“ solle dabei das christliche Menschenbild aus naturwissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Perspektive zur Diskussion stehen. Ein Thementag widme sich darüber hinaus der Gerechtigkeit in der Pflege. Zudem werde in einem eigenen Zentrum untersucht, warum während der Corona-Krise meist Frauen die zusätzliche familiäre Belastung schulterten.

Der 3. Ökumenische Kirchentag findet vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt statt. Er wird vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken ausgerichtet. Die beiden vorangegangenen Ökumene-Kirchentage wurden 2003 in Berlin und 2010 in München gefeiert.


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