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Der Brückenbauer, Pfarrer Alexander Kaestner, ist gestorben

Der frühere Pfarrer der Evangelischen St. Thomasgemeinde in Heddernheim starb im Alter von 80 Jahren

Pfarrer Alexander Kaestner
Pfarrer Alexander Kaestner

Die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach trauert um Pfarrer i.R. Alexander Kaestner, der am 5. Dezember 2022 im Alter 80 Jahren gestorben ist. Der ursprünglich aus der Württembergischen Landeskirche stammende Theologe war Pfarrer in der Evangelischen Personalkirchengemeinde Christus Immanuel im Frankfurter Westend, bevor er von 1994 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2007 die Pfarrstelle in der St. Thomasgemeinde in Frankfurt-Heddernheim innehatte. Dort war er mit Schwerpunkt für das ökumenische Projekt „Kirche im Rondell“ im entstehenden Mertonviertel tätig. Da sich in dem Viertel viele Dienstleistungsunternehmen ansiedelten, entwickelte Alexander Kaestner zusammen mit seiner katholischen Kollegin über zehn Jahre zahlreiche Angebote für die Menschen, die dort arbeiteten und lebten. Dass ein Gemeindepfarrer etwa Betriebsräte über den Umgang mit Mobbing informiert und auf Betriebsversammlungen spricht, war neu und wurde von den Firmen gerne angenommen. Aber auch neue Gottesdienstformen wurden erprobt, Kinder und Jugendliche betreut, Veranstaltungen organisiert, und es entstand eine ökumenische Kindertagesstätte im Mertonviertel. Zusätzlich engagierte sich der Theologe u.a. für den Dialog zwischen Christ:innen und Jüd:innen und war von 1996 bis 2001 Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Menschen zusammenbringen, Beziehungen zwischen Menschen zu stiften, war ihm ein wichtiges Anliegen in seiner Arbeit. Er initiierte das Projekt „Aktiv leben im Frankfurter Nordwesten“, mit dem er ältere Menschen zusammenbrachte, engagierte sich in der Männerarbeit und in der Trauerarbeit. Selbst im Ruhestand war er der Hospizarbeit ehrenamtlich verbunden und entwickelte in Offenbach ein Trauerangebot für Männer. Mit Pfarrer Alexander Kaestner verliert die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach einen Brückenbauer zwischen Gott und den Menschen und den Menschen untereinander. Aufmerksam, den Menschen zugewandt, hörte und sprach er. So behält die Kirche den Mann mit dem wehendem Mantel, blauen Koffer und lockiger Haarpracht dankbar in Erinnerung.

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Donnerstag, 15. Dezember 2022, um 13.30 Uhr auf dem Friedhof Frankfurt-Westhausen statt.


Verfasst von

Ralf Bräuer 39 Artikel

Ralf Bräuer ist Leiter der Redaktion von "Evangelisches Frankfurt und Offenbach" und der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach