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Anschlag in Halle: „Ein alarmierendes Zeichen für unsere Demokratie“

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Die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach und die Katholische Kirche Frankfurt verurteilen den Anschlag in Halle an der Saale / Mahnwache am 11. Oktober, Gedenkveranstaltung am 13. Oktober

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In einer gemeinsamen Erklärung äußern die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach und die Katholische Kirche Frankfurt ihr Entsetzen über das Attentat in Halle und verurteilen dieses. Es sei „ein alarmierendes Zeichen für unsere Demokratie“, wenn „jüdische Menschen in deutschen Synagogen nicht mehr sicher sind“. Beide Kirchen rufen ihre Mitglieder dazu auf, jeder Form von Antisemitismus entgegenzutreten, und wollen nun noch stärker „an der Seite der jüdischen Gemeinde auftreten“.

Die Erklärung im Wortlaut:
Wir sind entsetzt über die grausamen Taten in Halle an der Saale. Zwei Menschen wurden ihre Opfer. Wir trauern um diese Menschen und sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei ihren Angehörigen. Wir sind verbunden mit der jüdischen Gemeinde in Halle, der diese Tat galt und die Stunden der Angst durchlebt hat.

Wenn jüdische Menschen in deutschen Synagogen nicht mehr sicher sind, ist das ein alarmierendes Zeichen für unsere Demokratie! Wenn Deutsche nach zwei Generationen den Tod von sechs Millionen Jüdinnen und Juden noch immer leugnen, dann bedeutet das, dass wir nicht nachlassen dürfen in der kritischen Aufarbeitung unserer eigenen Geschichte.

Wir, die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach und die Katholische Kirche Frankfurt, verurteilen diesen geplanten Anschlag gegen jüdische Mitmenschen, der zwei Menschen in den Tod gerissen hat.

Wir klagen diejenigen an, die gewissenlos antisemitische Hetze in den sozialen Medien und Netzwerken verbreiten.

Wir rufen unsere Mitglieder dazu auf, mutig jeder Form des Antisemitismus entgegenzutreten.

Deshalb wollen wir von nun an noch stärker an der Seite der jüdischen Gemeinde auftreten und mit ihr zusammen u.a. schmerzliche Gedenktage wie die Novemberpogrome gemeinsam erinnern.

Mahnwache am Freitag, 11. Oktober, um 18 Uhr
Vor der Synagoge im Frankfurter Westend, Freiherr-vom-Stein-Straße 30 (U-Bahn-Haltestelle: Westend), gibt es zu Beginn des Schabbat heute, 18 Uhr, eine Mahnwache. „Wir stehen auf gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Wir wollen ein Zeichen setzen der Solidarität und des Mitgefühls. Es ist uns wichtig, dass Jüdinnen und Juden sich ohne Angst zum Gebet versammeln können“, heißt es in dem Aufruf, den die Gedenkgruppe der Evangelischen Dreikönigsgemeinde formuliert hat zu dem Hashtag „#GemeinsamFriedenStiften“, den auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) benutzt. Es solle im Westend ein Zeichen geben: „Wir stehen an Eurer Seite. Verspottung, Verletzung und Attacken gegen jüdisches Leben müssen ein Ende haben!“, heißt es in dem Aufruf der Gedenkgruppe der Dreikönigsgemeinde. Eine halbe Stunde nach Beginn der Mahnwache, ab 18.30 Uhr, betet die Jüdische Gemeinde zu Beginn des Schabbat. Mit Kerzen sollen möglichst viele vor den Türen ein stilles – aber deutliches – Zeichen setzen. Die Gedenkgruppe der Evangelischen Dreikönigsgemeinde Frankfurt lädt herzlich ein, sich kurzfristig diesem Signal der Solidarität anzuschließen. „Setzen wir gemeinsam ein Zeichen gegen Hass, Gewalt und Terror!“ heißt es am Ende des Aufrufs. Die Veranstaltung ist bei der Polizei angemeldet.

Gedenkveranstaltung der Stadt Frankfurt am Sonntag, 13. Oktober, 11 Uhr
Die Stadt Frankfurt lädt am Sonntag, 13. Oktober, in Absprache mit der Jüdischen Gemeinde alle Frankfurterinnen und Frankfurtern ein, an einer Gedenkveranstaltung anlässlich der grausamen Geschehnisse in Halle teilzunehmen, die vor der Synagoge im Frankfurter Westend, Freiherr-vom-Stein-Straße 30, stattfindet. Die Bürgerinnen und Bürger haben Gelegenheit, ihre Anteilnahme und Solidarität zum Ausdruck zu bringen. Es werden Oberbürgermeister Peter Feldmann und Marc Grünbaum vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde sprechen. Für die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach wird Prodekan Holger Kamlah an der Veranstaltung teilnehmen.


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