Aktuelles

Diakoniepfarrer Markus Eisele gewinnt erste Einblicke

Nicht nur am Rechner oder Telefon, sondern vor Ort wollte der neue Fachbereicheleiter der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach seinen neuen Wirkungsbereich und die dort tätigen Menschen kennenlernen.

Kurator Thomas Kober (links) führt Diakoniepfarrer Markus Eisele durch die Ausstellung „PETRA – Morphologie der Steine“ in der Weißfrauen Diakoniekirche.
Kurator Thomas Kober (links) führt Diakoniepfarrer Markus Eisele durch die Ausstellung „PETRA – Morphologie der Steine“ in der Weißfrauen Diakoniekirche.

Von den Jüngsten in der Fechenheimer Kita Sonnenschein bis hin zur Bahnhofsmission als Ankunftszentrum für ukrainische Geflüchtete reichte das Besuchsprogramm von Diakoniepfarrer Markus Eisele in seiner ersten Arbeitswoche. Der Theologe leitet seit 1. April die sozial-diakonische sowie die Beratungs-, Bildungs- und Jugendarbeit und den Bereich Kindertagesstätten der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach. Er ist zudem Theologischer Geschäftsführer des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt und Offenbach. Der Evangelische Regionalverband steuert „Personal und Recht“, „Finanzen, Organisation und Wirtschaftsangelegenheiten“, „Bau, Hausverwaltung und Liegenschaften“ sowie „Informationstechnologien“ für die evangelischen Kirchengemeinden, das Stadtdekanat und weitere Einrichtungen der Evangelischen Kirche.

Sehr angetan zeigte sich der 53 Jahre alte Theologe auf seiner ersten Besuchsstation von der Weißfrauen Diakoniekirche, die in ihrem Unterschoss den Tagestreff für Menschen ohne Wohnung beherbergt und im darüber liegenden Kirchenraum einen Ort für hochkarätige, kostenfreie Kunstausstellungen und gesellschaftliche Debatten bietet. „Ein faszinierendes Projekt, Menschen verschiedener Herkunft begegnen sich hier“, sagt Eisele. Der Kurator der Weißfrauen Diakoniekirche Thomas Kober, führte Eisele durch die aktuelle Ausstellung „PETRA – Morphologie der Steine“ der Berliner Bildhauerin Birgit Cauer. Sie endet am Mittwoch, 13. April, um 18 Uhr, mit dem Abschlussrundgang mit Bildhauerin Birgit Cauer und Kurator Thomas Kober.

Beate Ulonska, Svenja Fiedler, Markus Eisele in der Kita Sonnenschein
Beate Ulonska, Svenja Fiedler, Markus Eisele in der Kita Sonnenschein

Station machte der Diakoniepfarrer gemeinsam mit Manfred Oschkinat, Geschäftsführer des Fachbereichs I – Beratung, Bildung, Jugend der Evangelischen Kirche beim Evangelischen Zentrum Am Weißen Stein in Eschersheim. Mit den Angeboten seiner 60 Mitarbeitenden ist das Evangelische Beratungs- und Therapiezentrum das größte psychosoziale Beratungszentrum Hessens. Im Gespräch mit der Leiterin Anja Frank-Ruschitzka hob Eisele hervor, wie hilfreich das Angebot der evangelischen psychologischen Beratungsstellen ist: „Eine wichtige Arbeit, gerade jetzt, wo so viele Menschen unter den Krisen unserer Zeit leiden.“ Auch über die psychosoziale Situation der ukrainischen Flüchtlinge, die geprägt ist von Kriegserfahrungen, schweren Verlusten und Traumata, informierte sich der Diakoniepfarrer im Evangelischen Zentrum Am Weißen Stein.

Gemeinsam mit Beate Ulonska der Geschäftsführerin des Fachbereichs „Kindertagesstätten“ besuchte der neue Diakoniepfarrer die Kita Sonnenschein in Frankfurt Fechenheim und informierte sich über die pädagogische Arbeit mit 120 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. Im Gespräch mit der Leiterin Svenja Fiedler unterstrich er die Bedeutung der pädagogischen Arbeit, die eingebettet und vernetzt im Stadtteil ist: „In unseren Kitas sorgen wir mit viel Herzblut für die Jüngsten unserer Gesellschaft“, sagte Eisele. Und: „Mehr als 8.000 Kinder starten bei uns gut in ihr junges Leben. Es ist beeindruckend, mit wieviel Professionalität, Leidenschaft und Management-Kompetenz unsere Kita-Teams unterwegs sind.“ Er tauschte sich mit Kita-Leiterin Svenja Fiedler auch über Strategien zum Gewinnen von pädagogischem Fachpersonal, insbesondere im Hinblick auf das „Gute-Kita-Gesetz“ aus.

Die Bahnhofsmission ist für viele Ukraine-Flüchtlinge der erste Halt: Robert Brendel, Markus Eisele mit den Ehrenamtlichen Renate Leutke-Stegmann und Ulrike Arca-Fuchs sowie Diakon Carsten Baumann.
Die Bahnhofsmission ist für viele Ukraine-Flüchtlinge der erste Halt: Robert Brendel, Markus Eisele mit den Ehrenamtlichen Renate Leutke-Stegmann und Ulrike Arca-Fuchs sowie Diakon Carsten Baumann.

Der Freitag stand ganz im Fokus der Arbeit des Fachbereichs „Diakonie und Seelsorge“ mit ukrainischen Geflüchteten. Markus Eisele besuchte die Bahnhofsmission, den größten Ankunftsort in Hessen für Geflüchtete aus der Ukraine. Mehr als 40.000 Menschen hieß die Bahnhofsmission in den vergangenen Wochen willkommen. Im Gespräch mit Diakon Carsten Baumann, dem Leiter der Bahnhofsmission, erfuhr der Diakoniepfarrer, dass in den ersten Phasen bis zu 2.000 Flüchtlinge pro Tag in der Bahnhofsmission, die Diakonie und Caritas gemeinsam tragen, angekommen sind. Eine Herausforderung, die das engagierte Team mit Haupt- und Ehrenamtlichen gemeistert hat. In den Sozialen Medien informierten sich ukrainische Geflüchtete bereits vor ihrer Ankunft, dass die Bahnhofsmission die zentrale Anlaufstelle in Frankfurt am Main ist, um Informationen zu erhalten und weitere Schritte zu planen. Die Mitarbeitenden der Bahnhofsmission stehen 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche bereit. „Ich bin tief beeindruckt von der Arbeit und dem Engagement der Ehrenamtlichen. Wie groß die Strapazen der Schutzsuchenden, wie tiefgreifend ihre Verluste, Sorgen und Kriegserfahrungen sind, das können wir nur erahnen. Umso wichtiger ist es, dass wir die Menschen begleiten und unter unseren besonderen Schutz stellen. Frauen und unbegleitete Kinder stehen hier besonders im Fokus“, so Markus Eisele.

Besuch in der Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine in Kalbach: Diakoniepfarrer Markus Eisele, Geschäftsführer Robert Brendel mit Haupt- und Ehrenamtlichen des Teams. Alle Fotos: Diakonie Frankfurt und Offenbach
Besuch in der Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine in Kalbach: Diakoniepfarrer Markus Eisele, Geschäftsführer Robert Brendel mit Haupt- und Ehrenamtlichen des Teams. Alle Fotos: Diakonie Frankfurt und Offenbach

Am Nachmittag besuchte Markus Eisele die Notunterkunft für Geflüchtete in Frankfurt-Kalbach, die das Diakonische Werk für Frankfurt und Offenbach im Auftrag der Stadt Frankfurt betreibt. Arbeitsbereichsleiterin Sabine Kalinock berichtete, dass dort bis zu 500 Plätze als Übergang geschaffen wurden. Ein Team aus 35 Hauptamtlichen und 40 Ehrenamtlichen arbeitet rund um die Uhr. Markus Eisele sprach mit Geflüchteten über ihre Situation. „Ich bin tief bewegt von den Schicksalen. Unser Engagement in der Flüchtlingsarbeit gehört zu den unverzichtbaren Säulen der Diakonie und steht für unsere christlichen Werte. Ich danke den Haupt- und Ehrenamtlichen für ihren Einsatz und ihr großes Engagement an der Seite der Geflüchteten.“


Autorin

Susanne Schmidt-Lüer ist Pressesprecherin des Diakonischen Werkes für Frankfurt und Offenbach. Sie schreibt auch als freie Autorin vor allem über Sozialpolitik, Kirche, Alter und wirtschaftspolitische Themen.