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„Faith and Food“ – interreligiöse Küchengespräche

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Am 14. Dezember startet im Internet eine neue Koch-Show mit vielen Rezepten und interessanten Informationen aus den Küchen der Religionen. Initiiert wurde die Reihe von drei Pfarrerinnen der Rhein-Main-Region.

Eleni Margariti (li.) kocht Oktopus "Stifado". Im Hintergrund ist sie mit Ofer Ben Shimon und Moderatorin Susan Kades zu sehen  I  Foto: Kai Fuchs
Eleni Margariti (li.) kocht Oktopus "Stifado". Im Hintergrund ist sie mit Ofer Ben Shimon und Moderatorin Susan Kades zu sehen I Foto: Kai Fuchs

Kochen und Essen bringt Menschen zusammen. Die neue Kochshow „Faith and Food“ hat genau dies zum Ziel: In sechs Online-Sendungen geben Köchinnen und Köche aus dem Rhein-Main-Gebiet Einblick in ihren Glauben und ihre Kultur. Sie lassen die Zuschauenden mit Witz, Wissen und köstlichen Rezepten bei den interreligiösen Küchengesprächen tief eintauchen in verschiedene Religionen und Traditionen. Denn feststeht: Die besten Gespräche finden in der Küche statt. Aber nicht nur das: „Auch Glaube und Essen haben schon immer eng zusammengehört“, wissen die Pfarrerinnen Susanna Faust-Kallenberg, Dorothea Gauland und Sandra Scholz, die die interreligiöse Koch- und Talkshow von der Idee ins Internet gebracht haben. Sie arbeiten als Ökumene-Pfarrerinnen in den Evangelischen Dekanaten Mainz, Frankfurt-Offenbach und Dreieich-Rodgau eng mit Vertreter*innen anderer Religionen und Konfessionen zusammen. „In jeder Religion gibt es Rituale und Traditionen, die mit besonderen Speisen verbunden sind, Rezepte, ohne die ein religiöses Fest nicht denkbar ist, oder Erinnerungen an Gerüche und Geschmäcker, die spirituelle Heimat vermitteln.“ Sie möchten durch die Gespräche Vorurteile überwinden, Brücken bauen und Neugierde für eine andere Kultur wecken.

Beim interreligiösen Küchengespräch „Faith and Food“ kommen Küchenprofis verschiedener Religionen beim Kochen ins Gespräch – über Kindheitserinnerungen, ihre eigene Lebensgeschichte und die Rolle des Glaubens in ihrem Leben, über spannende Reisen und den Alltag mit Speiseregeln. Was essen Muslime im Ramadan? Was kommt in der christlichen Fastenzeit auf den Tisch? Wohin pilgern die Bahaí, und was wird am Eingang eines Sikh-Tempels gereicht? Über diese und andere Fragen unterhalten sich die Köchinnen und Köche bei der Kochshow. Dazu kochen sie jeweils ein Gericht, das sie mit einem Fest ihrer Religion verbinden. Moderiert wird die Sendung von der Journalistin des Hessischen Rundfunks Susan Kades.

Das Publikum kann die Zubereitung mitverfolgen und sich per Chat an dem Gespräch beteiligen. Die Rezepte und die Videos stehen nach der Sendung auf der Webseite bereit, so dass sie zu Hause nachgekocht werden können.

Den Auftakt machen am Montag, 14. Dezember, um 19 Uhr Eleni Margariti, griechisch-orthodoxe Christin und Inhaberin des Restaurants „Mainpromenade“ in Offenbach-Bürgel, sowie Ofer Ben Shimon, orthodoxer Jude und gemeinsam mit seiner Frau Pächter des Restaurants „Makkabi Sportsbar 101% kosher“ in Frankfurt. „In der griechisch-orthodoxen Küche essen wir eigentlich alles“, erzählt Margariti, „40 Tage vor Ostern wird allerdings gefastet und alles Tierische weitestgehend vom Speisezettel gestrichen“.
Margariti kam mit ihren Eltern als Kleinkind nach Deutschland und hat im Alter von 23 Jahren das Restaurant Mainpromenade von den Eltern übernommen. Für das interreligiöse Küchengespräch kochte sie Oktopus, der als Fastenspeise gilt. Der Dreh hat ihr großen Spaß gemacht und neue Horizonte eröffnet: „Ich fand es sehr interessant zu sehen, wie jüdische Speisen zubereitet werden. Für mich sind die Regeln, die es dabei zu beachten gibt, sehr streng. Doch ich denke, wenn man in die Religion hineingeboren wird und damit aufwächst, sieht man das vielleicht anders.“

Der Name seines Restaurants „Makkabi Sportsbar 101% kosher ” ist für Shimon Programm: Nach dem Motto „100 Prozent kosher und eins für Gott“ kocht er sein Essen nach den jüdischen Speiseregeln. Was es dabei zu beachten gibt, erklärt er in der Sendung.
Shimon kam mit 22 Jahren nach Deutschland, Ignatz Bubis gewann ihn damals für das Restaurant im neuen Jüdischen Gemeindezentrum im Frankfurter Westend. Inzwischen betreibt er ein Lokal beim Sportverein Makkabi und zu Messezeiten auch auf der Frankfurter Messe, zudem spielt bei ihm Catering eine wichtige Rolle. Seine Küche beschreibt Ofer Ben Shimon als „kosher-israelisch“. Ihr Markenzeichen: Viel vom Grill, Salate, vegan, vegetarisch, gerne kräftig-scharf. Auch er zeigt sich sehr angetan von dem interreligiösen Koch-Projekt: „Die gesamte Idee ist genial. Ich habe unserem Rabbi davon erzählt, und auch er war auch begeistert von dieser anderen Art der interreligiösen Begegnung.“

Die Sendungen werden ab dem 14. Dezember alle 14 Tage montags auf der Seite www.faithandfood.de freigeschaltet.


Sendungen:

14. Dezember 2020, 19 Uhr
Interreligiöses Küchengespräch mit Eleni Margariti (griechisch-orthodox, Inhaberin des Restaurants Mainpromenade in Offenbach-Bürgel) und Ofer Ben Shimon (jüdisch-orthodox, gemeinsam mit seiner Frau Hadassi Pächter des Restaurants Makkabi Sports Bar – 101% Kosher, auf dem Gelände des jüdischen Sportvereins Makkabi in Frankfurt) – Dreh in der Georg-Büchner Schule, Rodgau-Jügesheim

28. Dezember 2020, 19 Uhr
Interreligiöses Küchengespräch mit Vedrana Vukovic (kroatisch-katholisch, Chefin des Restaurants Sortino's in Langen) und Shahab Din (Ahmadi-Muslim, über den Bundesvorstand der Ahmadiyya-Jugend verbunden mit der Ahmadiyya Gemeinde in Frankfurt) – Dreh in der Georg-Büchner Schule, Rodgau-Jügesheim

11. Januar 2020, 19 Uhr
Interreligiöses Küchengespräch mit Nir Rosenfeld (jüdisch-liberal, Inhaber von Zeil-Kitchen, Kuli Alma und Dominion Food Revolution in Frankfurt) – Dreh in der Genussakademie Frankfurt

25. Januar 2021, 19 Uhr
Interreligiöses Küchengespräch mit Zakia Amallah (muslimisch, Hobbyköchin und Gemeindeschwester Plus aus Mainz) und Clara Schwanzer (Bahai, Pflegefachkraft und Hobbyköchin aus Mainz) – Dreh im „Für Freunde“, Mainz

8. Februar 2021, 19 Uhr
Interreligiöses Küchengespräch mit Frank Gebert (katholisch, Inhaber und Koch von Gebert's Weinstube in Mainz) und Jampa Kungashar (Buddhist, Koch, Vorstandsmitglied des Buddhistischen Zentrums Sakia Kalden Ling in Frankfurt) – Dreh in der Genussakademie Frankfurt

22. Februar 2021, 19 Uhr
Interreligiöses Küchengespräch mit Perminder Kaur-Jasuja (Sikh, Köchin für VHS Kurse und Ernährungswissenschaftlerin, Dietzenbach) und Semra Kanisicak (Alevitin, Verwaltungsfachangestellte und Hobbyköchin, Dreieich) – Dreh im „Für Freunde“, Mainz


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