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Gemeinde Frieden und Versöhnung boykottiert die WM in Katar

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Gemeinsames Public Viewing bei wichtigen Fußball-Events ist in der Gemeinde Frieden und Versöhnung eigentlich Tradition. Doch nicht bei der Fußball-WM in Katar. Grund ist vor allem der Umgang mit Homosexualität in dem Gastgeberland.

Fußball ohne Menschenrechte? Die Gemeinde Frieden und Versöhnung im Gallus sagt Nein. | Foto: Travel Nomades/unsplash.com
Fußball ohne Menschenrechte? Die Gemeinde Frieden und Versöhnung im Gallus sagt Nein. | Foto: Travel Nomades/unsplash.com

Die Gemeinde Frieden und Versöhnung im Frankfurter Gallus will die Fußball-WM in Katar "nach Kräften Boykottieren". Dies teilte der Vorsistzende des Kirchenvorstands, Arne Knudt, der Presse mit. Eigentlich sei die Gemeinde sehr feierfreudig und habe in der Vergangenheit bei großen Fußballereignissen auch oft ein Public Viewing organisiert. Doch nicht bei der jetzigen WM in Katar.

„Neben der Menschenrechtsituation, dem undemokratischen Regierungssystem, der fürchterlichen Ökobilanz der Spiele in einem Wüstenstaat und dem unmenschlichen Umgang mit Arbeitssklaven beim Stadionbau spielt gerade auch für uns als Gemeinde der Umgang mit Homosexuellen in Katar dabei eine große Rolle“, sagt Gemeindepfarrer Nulf Schade-James. „Ein Land, das homosexuelle Menschen auspeitscht und ins Gefängnis sperrt, ein Land, in dem Menschen, nur weil sie anders leben, glauben, lieben, um ihr Leben fürchten müssen, ist unserer Meinung nach der falsche Ort, um eine Fußballweltmeisterschaft auszutragen.“

„Als Gemeinde, die sich seit Jahrzehnten für die Gleichstellung queerer Menschen einsetzt, werden wir darum diese WM nach Kräften boykottieren und rufen auch andere dazu auf, es uns gleich zu tun. Es wird darum kein Publik Viewing in unseren Gemeinderäumen geben. Wir werden unsere Termine ganz bewusst nicht nach dem Spielplan der WM ausrichten und dies auch nach außen hin kommunizieren“, lautet ein einstimmiger Beschluss des Kirchenvorstandes. Man finde es außerdem „mehr als unglücklich, dass die besinnliche Zeit des Advents (für uns als evangelische Christen ja auch eine Zeit des Fastens und Besinnens) durch die Terminierung der FIFA gestört und verdrängt wird“.


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